Mein Kampf gegen rechts – Sachbuch-Empfehlung

Vor allen Dingen bin ich froh, dass meine Oma nicht mehr mitbekommt, dass ich das Buch „Mein Kampf gegen rechts“ lese; dass wir jetzt in einer Zeit leben, in der ich es für nötig halte, ein solches Buch zu lesen. Genau wie das Ergebnis der Landtagswahl 2016, bei der die AfD ein Direktmandat im Mannheimer Norden holte, hätte sie meine Lektüre mit einem energischen Kopfschütteln kommentiert und sich gefragt, ob die Menschen wirklich so dumm sind, dass sich Geschichte wiederholen könnte. Manche der Aktivisten, die in dem Buch „Mein Kampf gegen rechts“ vorgestellt werden, fragen sich das auch. Andere denken sich nur „Das kann man so nicht lassen“ und wieder andere sind einfach in diese Diskussionen, Grabenkämpfe und Unaushaltbarkeiten hineingeraten. Allen gemeinsam ist, dass sie sich Gedanken machen, Stellung beziehen, sich sichtbar machen und aktiv werden: Schulklassen nach Polen in die KZs begleiten, mit Jugendlichen diskutieren, die mit den Neonazis liebäugeln, Gegendemos organisieren, Flüchtlingen helfen…

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Kunst kommt von Kopfschütteln

Ist das Kunst oder kann das weg? Sachbuch Rezension

Kunst kommt von Kopfschütteln. Allein für diesen Satz bin ich dem Buch „Ist das Kunst oder kann das weg?“ schon dankbar. Das ist für mich die griffigste Erklärung für meine Herangehensweise an moderne – damit meine ich SEHR moderne – Kunst. Kunst, die ein Kopfschütteln bei mir auslöst, mag ich, denn sie berührt mich. Kunst, die mich nicht berührt, ist uninteressant. So mache ich mir das Leben als Museumsbesucherin und Kunst-Konsumentin einfach. Den ganzen Diskurs-Ballast wie „Das ist eine Hommage an …“ oder „Der Künstler kritisiert damit…“ oder auch „Wie schon Beuys sagte …“ blende ich damit aus. Einfach so. Das ist die Kunst mir wert. Vom wahren Wert der Kunst lautet der Untertitel des Buches. Ist Kunst dann viel wert, wenn sie teuer gehandelt wird? Oder dann, wenn sie von Menschen wie mir genossen und rezipiert wird? Oder dann, wenn sie viele Besucher ins Museum lockt, die im Schnitt nur wenige Sekunden vor einem…

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Anarchistische Entdeckungen, die nur auf der Leipziger Buchmesse möglich sind

Sach-Comic Kleine Geschichte des Anarchismus

Bei diesem Beitrag muss ich aufpassen. Er könnte mir zu sentimental geraten. Verlag Graswurzelrevolution – dieser Name lockt bei mir viele Sätze hervor, die mit „damals“ beginnen. Liegt daran, dass ich den Verlag als Abiturientin entdeckt habe. Hinterfragen, genau wissen wollen, überprüfen, ob es nicht noch ganz andere Alternativen gibt, als die im Lehrplan vorgeschlagenen – das war für mich wichtig. Nicht, dass meine Lehrer mich auf den Pfad gebracht hätten, aber die zufällige Anwesenheit von Werbematerialien anarchistischer Verlage und des Schwarzen Fadens neben meinem Geschichts-Lehrbuch auf dem Schreibtisch wurde doch wohlwollend zur Kenntnis genommen. Oder verkläre ich das im Nachhinein? Eines verkläre ich ganz sicher nicht: Früher konnte man solche Verlage auch auf der Frankfurter Buchmesse antreffen. Ich fand das toll und habe begeistert in Programmen gestöbert, von denen ich sonst mit viel Glück einige Titel in Mannheim in der Xanthippe oder im Anderen Buchladen finden konnte. Vielfalt, Freiheit, Gegenentwürfe – mir ging es…

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Ruhe im Kopf: Schluss mit dem Dauerdenken

Ratgeber Newbigging Ruhe im Kopf

Eigentlich würde ich leidenschaftlich gerne über Jetzt! von Eckhart Tolle bloggen. Das Buch habe ich auf einer langen Zugfahrt nach Berlin in einem Rutsch durchgelesen, entgegen der Empfehlung des Autors, der dazu rät, nach jedem der kurzen Kapitel eine angemessene Pause zu machen. Seit jener Zugfahrt habe ich immer wieder darin gelesen. Doch jedesmal, wenn ich versuche, meinen Weg mit Jetzt! in Worte zu fassen, stolpere und scheitere ich. Zu dicht, zu intensiv, zu … zu alles. Wie Beavis und Butthead in seligen MTV-Zeiten möchte ich mich auf die Knie werfen und I’m not worth it! ausrufen. Über Eckhard Tolle werde ich also vorläufig nicht bloggen. Macht nichts, dann blogge ich eben über Sandy C. Newbigging und sein neues Buch Ruhe im Kopf, der damit sozusagen das Jetzt! in leicht anbietet – handhabbar, motivierend, machbar. Das ist seine Stärke, die mir schon in Mind Detox angenehm aufgefallen ist. Dauerdenken, dauerbewerten, nicht zur Ruhe kommen, nie zufrieden…

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Tinkerfarm: toller Schauplatz, aber …

Tinkerfarm Band 2 - Jugendbuch Fantasy

Man muss ja nicht alles großartig finden, was ein Lieblingsautor veröffentlicht. Aber das fällt schwer! Über weite Strecken hat die Serie um die Tinkerfarm von Tad Williams und Deborah Beale das Zeug zu einem richtig guten Familien-Schmöker. Es könnte ein Buch sein, dass sich die Familie reihum gegenseitig vorliest. Die Eltern den Kindern, das ältere Geschwisterkind dem jüngeren Kind und zwischendurch ein paar Sätze vom Jüngsten. Spaß hätten sie alle zusammen, denn das Setting ist toll. Eine Farm weit draußen auf dem Land, die alles andere als gewöhnlich ist. Eine Herde von Einhörnern lebt dort, ein fliegender Affe und Drachen. Diese Wesen kommen aus einer Verwerfungsspalte, die die Farm mit anderen, sehr anderen Orten und Zeiten verbindet. Nicht nur die Tiere kommen von dort, auch ein Teil der eher menschlichen Bewohner. Dort verbringen die Geschwister Tyler und Lucinda nicht ganz freiwillig ihre Sommerferien. Sie erwarten Langeweile und finden Abenteuer. Es könnte also alles toll sein. Die…

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Das gar nicht so geheime Leben der Bäume: warum ich das Buch abgebrochen habe

Sachbuch Das geheime Leben der Bäume

Vielleicht funktioniert dieses Buch nur, wenn der Leser von Anfang an überrascht ist: Oh, ein Wald ist also viel mehr als eine Ansammlung einzelner Bäume mit einigen anderen Lebewesen dazwischen? Bei mir blieb dieser Überraschungseffekt aus, da ich einfach schon zu viel zu diesem Thema gelesen hatte. Außerdem kannte ich einige der Interviews, die Peter Wohlleben gegeben hatte. Inhaltlich bot mir das Buch „Das geheime Leben der Bäume“, das sich gefühlt schon immer auf der Spiegel-Bestsellerliste befindet, also nicht viel Neues. Der „neue Blick auf alte Freunde“, den der Klappentext versprach, blieb aus. Das verschaffte mir Raum, verstärkt darauf zu achten, wie dieses Buch seine Geschichte erzählt. Was wiederum dazu führte, das ich die Lektüre abbrach. Wo ist der Lektor, wenn man ihn braucht? Es gibt Sätze in Sachbüchern, die machen mich wütend. „Wie ich schon erwähnte …“ gehört dazu, denn ein Autor sollte so schreiben, dass das schon Erwähnte noch im Gedächtnis des Lesers ist.…

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Siebeneisen zieht wieder los und sucht die Mumie des letzten Inka

Roman Siebeneisen Band 3

Diesmal will Siebeneisen alles richtig machen. Sollen doch Schatten und Wipperfürth selbst losziehen, um die Mumie des letzten Inkaherrschers zu finden. Er bleibt mit seiner Freundin Lawn zu Hause in New Orleans. Nie wieder wird er sich vom Schnäppchenjagd-Logistiker Wipperfürth eine Reise organisieren lassen, bei der er Routen mit 11 Zwischenstopps nehmen muss, um ein paar Euro zu sparen! Natürlich finden sich zum Showdown dann doch alle vier Freunde in der Wüste ein. Mit den Mafiosi und dem alten Padre hatten sie jedoch nicht gerechnet. Und natürlich ist die Sache mit der Mumie ganz anders als erwartet. Wer die ersten beiden Bücher Donnerstags im fetten Hecht und Freitags in der faulen Kobra gelesen hat, weiß, was ihn bei Samstags im maskierten Waschbär erwartet. Allerdings muss sich der Siebeneisen-erfahrene Leser auf einen kleinen Hänger am Anfang gefasst machen, es dauert ein wenig, bis die Geschichte in Gang kommt, da Neueinsteigern erst einmal alle Infos zur Verfügung gestellt…

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Chroniken des eisernen Druiden 3 – Gehämmert

Gehämmert - Chroniken des eisernen Druiden 3 - Fantasy - Rezension

Wie kann es eigentlich sein, dass das Eichhörnchen Ratastok ständig zwischen dem Adler in der Krone von Ygdrasil der Weltenesche und dem Drachen an der Wurzel hin- und her pendelt und nie gefressen wird? Man sollte doch meinen, dass Adler Eichhörnchenhappen lieben und Drachen einfach alles fressen, was sich vor ihrer Schnauze bewegt. Gibt es da einen Logikfehler in der Edda? Natürlich nicht. Es gibt eine ganz vernünftige Erklärung dafür: das Eichhörnchen muss riesengroß sein. Atticus, der eiserne Druide, ist es gewohnt, dass im Umgang mit den Göttern immer etwas anders ist als erwartet. Jedes kleine Detail zu hinterfragen sichert sein Überleben schon seit Jahrhunderten. Auch diesmal hilft ihm die ihm eigene Mischung aus Erfahrungswissen, klarem Kopf, Wahnwitz und guten Freunden mit besonderen Talenten – Vampire, Werwölfe, Erdgeister – weiter. Auch mit „Gehämmert“, dem dritten Band der Chroniken des eisernen Druiden, hatte ich Spaß. Doch etwas holzschnitzerisch kommt er schon daher. Jedes Kapitel erfüllt genau…

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Die Karte wollte lieber auf Mallorca bleiben

Mallorca Handbuch für den Urlaub

Ein guter Freund tröstete uns: Urlaub auf Mallorca kommt in den besten Familien vor. Recht hat er. Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet, einmal mit schwäbischen Rentnern im Flieger nach Malle zu sitzen. Anfang Dezember letzten Jahres war es dann soweit. Um mich herum sonnengegerbte Blondinen, Sport-Aktivisten und Senioren in praktischen Outdoor-Klamotten. Ehrlich – das war wirklich so! Ich habe die Reise nach Mallorca nicht bereut und das habe ich einmal (weiteren) guten Freunden zu verdanken, die vor Ort waren – und einem sehr guten Reiseführer. Das Mallorca-Handbuch aus dem Reise Know-How bringt Struktur in das Urlaubsland, das so vielen unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden will: Sonnenanbeter, Party-People, Familien, Senioren, Radfahrer, Naturliebhaber und Menschen, die es sich einfach gut gehen lassen wollen (das beinhaltet gutes Essen). Das sind zum Teil gegensätzliche Interessen. Der Reiseführer aus dem Reise-Know-how Verlag ist jedoch so aufgebaut, dass ich locker alles, was mich nicht interessiert, ignorieren konnte. Wichtig für mich sind Wanderungen,…

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Yoga und Ernährung: Yoga Kitchen

Yoga und Ernährung: Yoga kitchen

Yoga alleine kann die Lebensqualität schon entscheidend verbessern; das Duo Yoga und Ernährung bietet noch einmal mehr Möglichkeiten. Das Buch „Yoga Kitchen“ enthält Übungsfolgen und Ernährungspläne für fünf konkrete, wohlbekannte Lebensphasen: Anstatt immer die gleiche Reihenfolge von Sonnengrüßen und Asanas zu üben wird hier also empfohlen, die Yoga-Praxis den tatsächlichen Bedürfnissen und der jeweiligen Lebenssituation anzupassen. Einfach das machen, was einem gut tut. Aber bitte mit Plan und konsequent: es wird empfohlen, das gewählte Programm 40 Tage zu verfolgen. Die Yoga-Übungen sind recht knapp erklärt und durch die Bank weg eher für Fortgeschrittene geeignet. Genau damit verschenkt das Buch in meinen Augen jede Menge Potential. Dabei wäre es sehr einfach gewesen, jeweils eine leichtere Variation für Noch-nicht-so-geübte Yogis zu ergänzen. Meist hätte dafür ein Satz genügt. Noch etwas stört mich an den Anleitungen: zu jeder Asana gehört genau ein Foto, die den Endzustand der Übung zeigt. Da die Übungen zum Teil sehr komplex sind fehlt so die Orientierung, wie man…

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Ibiza Happy Hippie Cooking

Ibiza Kochbuch Happy Hippie Cooking

Dringendes Bedürfnis an trüben Februartagen: Sommer herbeilesen. Da zudem gerade meine Küche renoviert wird und ich nicht kochen kann lese ich den Sommer mit einem Ibiza-Kochbuch herbei: Happy Hippie Cooking. Elke Clörs, die selbst auf Ibiza lebt, stellt Menschen vor, die genau wie sie auf der Insel die Möglichkeit gefunden haben, ihren Traum zu leben. Das hat etwas vom Besuch bei Freunden – bei Freunden mit besonders bunten Wohnungen oder bei solchen, die weit draußen in der Natur leben. Wenn Freunde sich besuchen wird gefeiert und gekocht. 70 Rezepte, alle miteinander cross-over-mediterran-natürlich-lecker, bei denen aber auch durchaus mal die Heimatländer der happy Hippies eine Rolle spielen: Auberginenauflauf Parmigiana, grüne Bohnen in Tomatensauce mit Paneer, Süßkartoffeltortilla oder Vanilleporridge mit Erdbeeren und Chia. Rezepte von Menschen, die es sich gerne gut gehen lassen. Unbekümmert leben, kochen, wohnen. Es ist ein sehr persönliches Kochbuch, dass die Menschen mit ihrem Lebensweg und ihren Lebensträumen in den Mittelpunkt stellt; ein sehr…

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Hörwürdigkeiten statt Sehenswürdigkeiten: das Buch der Klänge

Sachbuch-Rezension: Das Buch der Klänge

„A duck’s quack doesn’t echo and no-one knows the reason why“ besagt ein britisches Sprichwort: Das Quaken einer Ente erzeugt kein Echo und keiner weiß warum. Wenn Trevor Cox, Professor für technische Akustik und Sachbuch-Autor, eine solche Aussage hört, dann betrachtet er sie als persönliche Herausforderung und forscht nach. Kann das überhaupt sein? Und wie um Himmels Willen kann man diese Aussage überprüfen? Versuche in freier Wildbahn sorgen für Amusement bei der Lokalpresse, aber nicht für wissenschaftliche Ergebnisse. Ein anderer Versuchsansatz wird gewählt. Zuerst braucht der Wissenschaftler eine Ente, dann einen reflexionsarmen Raum für eine Basismessung eines echofreien Quakens. Anschließend wird die Ente Daisy in einen Hallraum gesetzt und siehe – oder besser – höre da: ihr Quaken erzeugt sehr wohl ein Echo. Wir hatten den ultimativen Sound-Effekt für einen Horrorfilm geschaffen, vorausgesetzt, eine Killerente spielt die Hauptrolle. S. 143 Doch damit gibt sich Trevor Cox noch nicht zufrieden. Wie es zu der Annahme kommen konnte,…

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