Montagsfrage: Die Lieblingsbuchhandlung

Erzähl doch mal ein bisschen von deiner Lieblingsbuchhandlung! Was für eine harmlose Frage die Paperthin da stellt und für mich doch eine echte Knobelaufgabe. Ich bin Buchhändlerin, ich habe einen ganz speziellen Blick auf Buchhandlungen. Ich finde immer etwas, was mich begeistert und ich finde immer etwas, was sich meiner Meinung nach verbessern ließe. Meine absolute Lieblingsbuchhandlung habe ich noch nicht gefunden – aber es gibt an jeder Buchhandlung etwas, das ich lieb habe. Daher würde ich gerne andersrum beginnen: es gibt zwei Punkte, die eine Buchhandlung disqualifizieren. Schlechte Stimmung im Laden. Fehlende Ansichtsexemplare.  Wenn mich ein Buch interessiert, dann will ich es in die Hand nehmen und darin blättern. Und zwar genau jetzt, in diesem Moment. Und ich will nicht erst zur Buchhändlerin rennen und sie fragen. Und ich will auch nicht das Buch selbst aus der Folie auspacken und den Abfall irgendwo im Regal liegen lassen. Ich will…

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Buchkauf – ganz woanders: Australien

Bücher kommen über Nacht in die Buchhandlung.  Eigentlich ein unglaublicher Luxus, oder? Lediglich Medikamente werden in Deutschland noch schneller geliefert! Über 1,2 Millionen lieferbarer Bücher, die von jeder Buchhandlung besorgt werden können. Lieferzeit meist unter 10 Tagen. Wie sieht das eigentlich in anderen Teilen der Welt aus? Zum Beispiel in Australien? Tina lebt in der australischen Kleinstadt Mudgee und ist eine echte Leseratte; ein Bookworm, wie man in Australien sagt. Wir waren mal Kolleginnen und der Beruf der Buchhändlerin prägt einen für das ganze Leben. Einmal Buchhändlerin, immer Buchhändlerin. Damals haben wir gemeinsam eine der ersten Manga-Abteilungen aufgebaut. Das war die Ära von Mondstein sieg und flieg …Tina flog dann nach Australien und wir verloren uns aus den Augen. Dank Facebook haben wir heute wieder Kontakt und ich damit die Möglichkeit, Tina ein paar Fragen dazu zu stellen, wie sie in Australien an ihre Bücher kommt. Das Land ist groß…

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Montagsfrage von Paperthin

Freitag ist ein guter Tag, um eine Montags-Frage zu beantworten, oder? Letzt habe ich noch rumgealbert, dass ich ja gar keine echte Buch-Bloggerin sei. Ich habe noch nie an einer Challenge teilgenommen und habe auch noch nie ein Buch verlost. Ts, ts, ts … Mit einiger Verspätung, denn der Dezember ist für mich kein Monat, um andere Blogs zu verfolgen, fand ich „Die Montagsfrage“ von Paperthin. Ein guter Anlass für mich, mich in das echte, wahre und einzigartige Blogger-Leben zu stürzen und die Fragen zu beantworten. Was sind deine Leseziele im neuen Jahr? Wie viele Bücher möchtest du lesen? Oder hast du ganz andere Pläne: Ein neues Genre ausprobieren, eine Reihe endlich beenden? Nimmst du an Challenges teil oder lässt du das Lesejahr 2013 einfach auf dich zu kommen? Ein neues Genre ausprobieren ist bei mir kaum möglich, da ich alles lese außer blutrünstigen Krimis. Ich werde auch 2013 offen…

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Günter Faltin – Kopf schlägt Kapital – Rezension

„Kopf schlägt Kapital“ motiviert mich sofort loszulegen und mein eigenes Handelsprojekt zu starten – das kann der Autor Günter Faltin richtig, richtig gut.Einen Ratgeber in Buchform zu verfassen, kann er allerdings nicht so gut. Eine Aneinanderreihung von Kurzvorträgen ergibt leider kein schlüssiges Buchkonzept. So ist redundant noch ein nette Umschreibung. Oder ist es Absicht, weil der Autor davon ausgeht, dass angehende Manager nicht die Zeit haben, ein Buch komplett zu lesen? Für alle eiligen und oder unwilligen Leser mag es eine gute Nachricht sein, dass bei „Kopf schlägt Kapital“ drei beliebige Kapitel genügen, um die Kernaussagen zu erfassen. Ich fand die Wiederholungen und die Beschränkung auf die Kernaussage „Unternehmensgründung aus Komponenten lässt Raum für die richtig gute Idee und allein die ist entscheidend“ ermüdend. Warum habe ich den Ratgeber zur Unternehmensgründung dann doch ganz gelesen? Weil Günter Faltin hervorragend motivieren kann. Frisch, direkt und schwungvoll lenkt er den Blick weg von den Problemen hin zu den Möglichkeiten. Weg…

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Eine kleine Idee und die große Scheibenwelt

Neue Folge von „Adopt a Blogger“ Eine kleine Idee und die große Scheibenwelt  Heute besuche ich die Scheibenwelt – und die kleine Idee habe ich mitgenommen 🙂 Zwei zur-richtigen-Zeit-im-Netz-rumgetrödelt-Momente  führten dazu, dass die kleine Idee, treibende Kraft im Lesewelten-Blog, mich adoptierte. Und so landete mein Lese-Eindruck des neuen Scheibenwelt-Romans von Terry Pratchett zielsicher innerhalb von Sekunden im Blog eines Scheibenwelt-Fans. Manchmal kann Vernetzung so einfach sein … An diesem Beitrag lässt sich auch gut erkennen, wie sich mein Schreiben über Bücher verändert. Als Buchhändlerin hätte ich wohl darüber gebloggt, ob „der neue Pratchett was taugt“. (Natürlich taugt er was!) Jetzt blogge ich lieber darüber, was ich mit den Büchern schon alles erlebt habe und wie sich die Lebens-Reise mit diesem Autor gestaltet hat. Aber lest selbst – und schreibt mir in den Kommentaren, was ihr davon haltet 🙂 Für mich ist dieser Beitrag eine Möglichkeit, eine Kerze für Dirk zu entzünden,…

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Wie Erwachsene entdecken können, wie Kinder die Welt entdecken – Weltwissen der Siebenjährigen – Rezension

„Wie Kinder die Welt entdecken können“ – so lautet der Untertitel von Donata Elschenbroichs Buch „Weltwissen der Siebenjährigen“. Mir ging es bei der Lektüre vor vielen Jahren jedoch darum, wie ich als Erwachsene die Sicht der Kinder auf die Welt entdecken könnte. Und da hat mir dieses Buch wirklich die Augen geöffnet … Doch der Reihe nach. Damals wollte ich mal wieder etwas ganz genau wissen. Wie sehen Kinder die Kinderbuchabteilung, in der ich arbeite? Wie sehen sie die Bücher? Was interessiert sie? Und warum? Wie treffen sie ihre (Kauf)Entscheidungen? Und wie kann ich als Buchhändlerin ein Kind beraten? Auslöser war damals, dass ein paar mal zu oft ein Beratungsgespräch damit endete, dass das Kind die Klappentexte las und dann nach dem Cover auswählte … das ging gegen meine Berufs-Ehre. „Weltwissen der Siebenjährigen“ war für mich eines der wichtigsten Bücher – vorsicht, Pathos – es hat meinen Blick auf meine Kinderbuchabteilung…

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Permakultur für alle – Das Gartenbuch, das dazu führte, dass ich keine Gartenbücher mehr kaufe

Das Buch „Permakultur für alle“von Sepp und Margit Brunner kam 2007 zu mir.2007 hatte ich den Garten, den ich nie gesucht habe und der mich gefunden hat, seit 5 Jahren. So vieles war dort schon geschehen – Bäume gefällt, Beete verändert, Terrasse gebaut. Vieles hatte ich schon gelernt, vor allen Dingen Gärtner-Demut und Gärtner-Fachwissen.Meine Bibliothek an Gartenbücher war schon recht umfangreich, aber noch ein Buch mehr kann nicht schaden, oder?Als Naturgarten-Fan wollte ich mehr über Permakultur wissen, auch wenn die Hauptzielrichtung der Permakultur der Nutzgarten ist. An einem Nutzgarten war und bin ich nicht interessiert, denn dazu muss der Gärtner mit viel größerer Regelmäßigkeit, als ich sie aufbringen kann, sich um seinen Garten kümmern. Wenn wir etwas ernten können, freuen wir uns und wenn nicht – nun, Mangold ist auch eine wunderschöne Zierpflanze. Und die Vögel brauchen die Kirschen dringender als wir. Aber was für den Gemüseanbau gilt, gilt auch…

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Adopt a Blogger zu Gast im Krimigarten

„Ist das etwa Giersch???“ Ein Garten kann ein Krimi sein Davon ist Simone Ehrhardt, Krimi-Autorin, Garten-Besitzerin und Betreiberin des Blogs Krimigarten, überzeugt. Dort bin ich zu Gast mit meinem zweiten Beitrag aus „Adopt a Blogger“. Eigentlich ist es ja der dritte Beitrag – aber Simone hat so schnell und beherzt zugegriffen, dass sie die Folge 2 von Adopt a Blogger „Krickel-Krakel“ überholt hat. Was für einen Eindruck philosophierende, gärtnernde Männer auf mich gemacht haben; warum ich Akeleien liebe, der Autor jedoch nicht; ob man grundsätzliche philosophische Probleme mit dem Prinzip des Nutzgartens haben kann; warum der Mörder eben doch nicht der Gärtner ist oder vielleicht doch und welche logistischen Probleme zu lösen sind, wenn man eine Leiche im Garten verscharren möchte – all das lest ihr hier in meiner Rezension zu „Die Tages des Gärtners“ von Jakob Augstein. Viel Spaß bei der Lektüre wünschen Simone, Penelope Plank und ich! * Wenn durch…

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Anita Blake – meine Lieblings-Trash-Serie

Anita Blake begleitet mich schon lange. Nicht jede trashige Buch-Serie, die ich im Laufe meines Leserinnen-Lebens ins Herz geschlossen habe, kann mich heute noch überzeugen. Die Saga vom Dunkelelfen durfte zum Beispiel weiterziehen, Anita Blake hingegen bleibt. Nicht nur das: Ich habe mir mittlerweile alle Taschenbücher, die damals bei Bastei Lübbe erschienen sind, gebraucht gekauft. Zum ersten Mal besitze ich die Serie komplett und mein re-Read läuft noch. Natürlich machen mir heute noch all die Wer-Ratten, Wer-Schwäne und die anderen Geschöpfe der Nacht Spaß. Köstlich amüsieren kann ich mich auch über den Ehrenkodex der Vampire, Werleoparden und Werwölfe, der zuverlässig dafür sorgt, dass sie sich selbst im Weg stehen. Doch am meisten fasziniert mich etwas anderes: Anita Blakes langer Weg vom braven, monogamen Girl, das zufällig Tote beschwören kann, zum Role Model für polyamore Beziehungen. So klang meine Begeisterung im Jahr 2012 hier auf meinem Buch-Blog, bei meiner damaligen Vernetzungsaktion.…

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Blogparade des Staedelmuseum

Ankündigung GeschichtenAgentin Blog

Hm, ich glaube, ich lege jetzt ein paar alte Platten auf … Joy Division vielleicht … oder The Cure … suche mir ein Märchenbuch … lese ein paar Gedichte … wasche eine Ladung schwarze Klamotten … … und überlege mir dabei, warum ich ein Schwarzer Romantiker sein könnte … Grund für diese schwerwiegenden Überlegungen ist die Blogparade zur Ausstellung „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“ im Frankfurter Staedelmuseum. Der Trailer, den ich in den Artikel eingebunden habe, hat mich sehr neugierig gemacht. Hier ging es zur Blogparade des Staedelmuseums in Frankfurt – leider offline Aber würden Schwarze Romantiker überhaupt an einer BlogPARADE teilnehmen? Im Gleichschritt gerade aus laufen?? Sollte es nicht wenigstens ein Blog-Menuett sein? Oder noch besser ein mitternächtliches Treffen?? Service-Nachtrag mit Infos zur Blogparade und dem Museum: Mein Beitrag zur Blogparade ist leider offline Den wirklich bemerkenswerten und lesenswerten Blog des Frankfurter Staedelmuseums findet ihr hier Die GeschichtenAgentin…

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Oh wie schön – ein neuer BuchBlog! – Adopt a blogger

Bücher Ganesh GeschichtenAgentin

Damals, als ich noch jung an Blogjahren war, und begann, als GeschichtenAgentin zu bloggen, war mir eines schon klar: ich möchte nicht alleine vor mich hin schreiben. Vernetzen will ich mich, andere Blogger*innen und andere Ansichten kennenlernen. Aber wie? Ich dachte mir die Vernetzungsaktion Adopt a blogger aus. Das klang damals, im Oktober 2012, so: Oh wie schön! Es gibt einen neuen BuchBlog! Wenn die Welt auf irgendetwas nicht gewartet hat, dann auf einen neuen BuchBlog. Noch nicht mal auf meinen.So ist sie nun mal, die Welt.Ich kann es der Welt noch nicht einmal verübeln, denn es gibt schon viele, gut gemachte, sehr aktive Blogs. Mehr, als man lesen kann – zumindestens, wenn man auch noch Bücher lesen will. Was tun? Ich könnte die Welt einfach ignorieren und hier munter vor mich hin bloggen. Über Bücher, hauptsächlich. Einfach so, für mich. Wer braucht schon Blog-Leser, wenn er Bücher haben kann.…

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Und was lese ich jetzt?

Nach 24 Jahren und 11 Monaten bin ich keine Buchhändlerin mehr. Und was lese ich jetzt? Wie komme ich jetzt an Bücher? In einer Buchhandlung arbeiten heißt, Bücher im Überfluss zu haben. Immer. Ständig. Wo auch immer man hinschaut, meldet sich ein Buch: Lies mich! Schau mich an! Nimm mich in die Hand! Ich will auf deinen Nachttisch! LIESMICH! Sofort! Die Bücher, die laut genug gerufen haben, liegen noch hier. Das ist – geschätzt – noch Lesestoff für 5 Monate. Mindestens. Dann werde ich wieder das tun, was ich getan habe, bevor ich Buchhändlerin wurde: in die Bücherei gehen und mit dem Finger am Regal entlang fahren, bis ein Buch zuckt und zappelt und mit nach Hause will 🙂 Ich bin gespannt, wie sich mein Leseverhalten dadurch ändert. Eines ist sicher: Neuerscheinungen werden an Bedeutung verlieren. Und darauf freue ich mich!  Raus aus dem Hamster-Lese-Rad: „Kennst Du schon – hast Du schon gelesen…

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