Katja Behrens – Adam und das Volk der Bäume – Rezension

Buchcover: Ada, und das Volk der Bäume. Jugendbuch von Katja Behrens.

Das Volk der Bäume: Was ist der Mensch ohne Wurzeln?

Manche Menschen entspannen sich am Meer, andere in den Bergen. Berge oder Meer? Das ist mir egal, Hauptsache es gibt dort einen Wald.

Wenn ich Wald sage, meine ich einen richtigen Wald, keine in praktische Planquadrate aufgeteilte Forstplantage mit lauter altersgleichen Bäumen und schnurgeraden Wegen, auf denen man morgens schon sieht, wen man nachmittags zum Kaffee treffen wird. Ich meine auch keine pädagogische Erziehungs- und Ertüchtigungsanstalt mit grundschulgerechten Schautafeln und einer für Jogger optimierten Wegeführung.

Ich meine einen richtigen Wald; einen, in dem man vor lauter Wald die Bäume nicht sieht. In solch einem Wald würde ich mich gerne unter einem Baum setzen und warten, dass sich ein Rotkehlchen auf meine Schulter setzt.

Mir ist das noch nie passiert. Für Adam, den Helden aus Katja Behrens „Adam und das Volk der Bäume“, ist das jedoch die Normalität. Rotkehlchen sind zwar sehr neugierige Vögel, aber wahrscheinlich ist dieses Verhalten nicht. Damit ist diese Szene der erste Moment, in dem Adams Realität der Hochhaussiedlung brüchig wird. Doch zuerst fällt ihm das gar nicht auf.

Adam braucht lange, um zu erkennen, dass er in zwei Welten zu Hause sein kann. Doch wo will er hin? Hin zu den Menschen oder raus zu den Bäumen? Immer häufiger bricht seine gewohnte Wahrnehmung der Welt auf. Er beginnt, die Sprache der Bäume zu verstehen.

Katja Behrens erzählt Adams Geschichte sehr nüchtern, fast schon spröde. Sie vermeidet trotz der Anwesenheit von Trollen jeglichen Fantasy-Öko-Kitsch und erzählt eine Geschichte, die mit der Suche nach den eigenen Wurzeln in Fahrt kommt und beim Thema Wurzeln schlagen noch lange nicht endet. Es ist die Liebe, die Adam dann zu der Erkenntnis verhilft, dass er sich nicht zwischen zwei Welten entscheiden muss. Er kann beide Welten haben. Und die Frau und seinen besten Freund noch dazu.

Ein bemerkenswertes Buch; für mich ein Herzensbuch.


Infos zum Buch:
Katja Behrens

Adam und das Volk der Bäume
DTV – Reihe Hanser
* Da dieses Buch in einer Jugendbuch-Reihe erschienen ist, folgt eine Altersempfehlung *
empfohlen ab 16 Jahren

Rezension bei der AJUM


Mehr Jugendbuch-Tipps auf meinem Blog. Auch in diesem Buch spielt ein Wald eine wichtige Rolle: Sommerwaldfunkeln

Tad Williams – Die dunklen Gassen des Himmels – Rezension

Tad Williams
Die dunklen Gassen des Himmels
Bobby Dollar 1

Und diesmal ist alles ganz anders

„Die dunklen Gassen des Himmels“ von Tad Williams

Hoppla, das kam wirklich unerwartet. Eine so explizite Sex-Szene gab es bisher bei Tad Williams noch nie. Respekt, sie ist ihm wirklich gut gelungen.

Überhaupt ist diesmal alles anders, aber nicht zu sehr. Klassische Fantasy ist das nicht. Keine Drachen, keine verfeindeten Königreiche, aber immerhin eine Himmels-Burg.

So ganz verlässt der Autor die Pfade, auf denen er sich so gut auskennt, nicht. Er hat sich mit „Bobby Dollar Band 1: Die dunklen Gassen des Himmels“ nur fast neu erfunden, so dass auch die alten Fans beherzt zum neuen Buch greifen können.

Mit solider Handwerkskunst verbindet Tad Williams Action, Anwalts-Thriller und Mystery mit dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Doch dieser Kampf ist diesmal nur Kulisse für das viel größere Thema: Was ist Gerechtigkeit?

Teuflische und himmlische Anwälte kämpfen in Gerichtsverhandlungen um die Seele der Verstorbenen mit allen Tricks und Formalien, wie wir sie aus Justiz-Thrillern kennen. Hebt Engagement für Obdachlose die Todsünde des Ehebruchs auf? Wie wichtig ist Reue? Entsteht so Gerechtigkeit?

Natürlich nicht, denn Tad Williams entwickelt seine Story viel verschlungener als die ersten Seiten des Buches es vermuten lassen. Die explizite Sex-Szene ist zwingend nötig, um das moralische Dilemma im vollen Umfang auszubreiten.

Ohne diesen philosophischen Hintergrund wären „Die dunklen Gassen des Himmels“ lediglich ein handwerklich solider Mystery-Thriller. So entwickelt die Geschichte einen ganz eigenen Reiz, der mich auf die Folgebände neugierig macht.

Update Januar 2015

Mit „Hoppla, das kam wirklich unerwartet“ konnte ich auch meine Rezension zum zweiten Band „Happy Hour in der Hölle“ beginnen. So gut wie mir der erste Band gefallen hatte, so wenig kam ich mit Band 2 klar. Doch weder der Autor noch sein Held Bobby Dollar können etwas dafür, dass ich das Buch ab der Hälfte nur noch quer gelesen habe. Für mich enthält die Fortsetzung einfach zu viel Blut, Gewalt und Horror.

Im zweiten Band steigt Bobby Dollar in die Hölle hinab um seine Geliebte zu retten. Die Hölle beschreibt Tad Williams sehr plastisch. Sein Einsatz von Gewalt, Ekel und Horror ist also durchaus sinnvoll – allein, er passt nicht zu meinen Lesegeschmack. Schade!


Tad Williams

Bobby Dollar Band 1
Die dunklen Gassen des Himmels

Bobby Dollar Band 2
Happy Hour in der Hölle

Klett-Cotta Verlag


Hier findet ihr mehr Fantasy-Buchtipps auf meinem Blog. Und auch mehr von Tad Williams: Tinkerfarm

Ben Aaronovitch – Ein Wispern unter Baker Street – Rezension

Buchcover: Ben Aaronovitch
Ein Wispern unter Baker Street
Die Flüsse-von-London-Reihe (Peter Grant) Band 3

Die Kult-Serie von Ben Aaronovitch. Diesmal kann ich sagen:  Ich war von Anfang an dabei.

Bis ich Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romane* entdeckte, waren schon die ersten Bücher auf Deutsch bei Heyne erschienen. Ich kann mich also nicht als Discworld-Fan der ersten Stunde bezeichnen. Mein Fan-Karma verbesserte ich dann dadurch, das ich alles, was noch nicht übersetzt war, auf Englisch las und so ziemlich jedem die Scheibenwelt-Romane empfahl.

Bei Jasper Ffordes Thursday-Next-Serie entwickelte sich mein Fan-Karma auch nicht optimal – ich setzte zwischendurch aus. Warum ist mir bis heute ein Rätsel**, bietet doch die Serie mit ihrem schrägen Humor, ihrem Unwahrscheinlichkeits-Drive und ihren literarischen Anspielungen alles, was mein Serien-Junkie-Herz begehrt.

Diesmal, bei Ben Aaronovitchs Urban-Fantasy-Serie, kann ich sagen, dass ich von Anfang an dabei war. Schon der erste Band „Die Flüsse von London“ begeisterte mich trotz kleinerer Mängel in der Konstruktion.

Wie erwartet wurden die fehlenden Erklärungen im zweiten Band „Schwarzer Mond über Soho“ nachgeliefert, der außerdem noch mit ein paar wirklich unerwarteten Figuren punktete: Vagina dentata und die Jazz-Vampire.

Jetzt ist endlich der dritte Band „Ein Wispern unter Baker Street“ erschienen***. Ben Aaronovitch steigert sich von Buch zu Buch und diesmal räumt er seinen Protagonisten und ihren Eigenheiten viel Raum ein. Das ist sehr fein konstruiert und hat einen wunderbar süffisanten Humor.

Mögen noch viele Bände folgen! Und das bitte bald!

*Es ist ganz sicherlich Terry Pratchett zu verdanken, das dieser Artikel Fußnoten enthält.

* *Die Lese-Unterbrechung könnte daran liegen, dass es immer so lange dauerte, bis DTV die Thursday-Next-Übersetzungen auf den Markt brachte. Liebe Verleger und Übersetzer, das ist einfach kein artgerechter Umgang mit Serien-Junkies! Und ja, ihr von Bastei Lübbe braucht gar nicht so unschuldig schauen! Bringt lieber mal die Anita-Blake-Serie zügig und in der richtigen Reihenfolge auf dem Markt!

***Diesmal mag ich über das Veröffentlichungs-Tempo nicht motzen. „Broken Homes“ ist gerade auf Englisch erschienen. Sollte das allerdings erst nächstes Jahr übersetzt werden, muss ich doch motzen.


Mehr Beiträge zu den Büchern von Ben Aaronovitch auf meinem Buch-Blog:

 

Richard Harland – Worldshaker – Rezension

Richard Harland - Worldshaker. Cover der gebundenen Ausgabe von Jacoby & Stuart

Virtuos, beeindruckend und durch und durch ein Jugendbuch: Richard Harlands „Worldshaker“

Worldshaker ist ein Buch, dem ich wünsche, in den Kanon der Jugendbuch-Klassiker aufgenommen zu werden. Richard Harland erzählt spannend und virtuos und verwebt viele Ebenen, die alle in der Welt und den Erfahrungen Jugendlicher verwurzelt sind.

Wer bin ich? Wie will ich leben? Wie funktioniert die Welt?

Genau diese Fragen stellt sich der Held Colbert Porpentine erst einmal nicht. Er ist der Enkel des Oberbefehlshabers der Worldshaker und sein Nachfolger. Eines Tages wird Colbert der wichtigste Mann nach Königin Victoria sein. Er wird die Route des Juggernauten bestimmen, auf der dieses riesige Land-Luftschiff-Dampfer-Gefährt die Handelsstützpunkte anfährt und dabei versucht, schneller zu sein als die französische und deutsche Konkurrenz. Er wird dafür sorgen, dass die Dreckigen, die Arbeiter dieser abgeschlossenen Welt, zu Höchstleistungen angetrieben werden. Vor allen Dingen wird er stets loyal sein zum Königspaar, den Großeltern und seiner Familie – in dieser Reihenfolge.

Dann trifft er ein Mädchen, ein sehr dreckiges Mädchen: Riff. Damit  beginnt der erste Stein in seinem Weltgefüge zu wackeln. Weitere werden folgen, denn die dreckige Riff kann nicht nur kämpfen, sie kann auch Fragen stellen. Und sie kann eine Revolution organisieren.

Das sind sehr viele, sehr große Themen für ein Jugendbuch  und doch ist „Worldshaker“ vor allen Dingen erst einmal eines: ein spannendes Jugendbuch.

Doch mit Spannung und Abenteuer begnügt sich Richard Harland nicht. Sein Buch behandelt die großen Fragen, die mit dem Erwachsenwerden verknüpft sind: Wer bin ich? Wie will ich leben? Wie funktioniert die Welt?

Selbst das genügt dem Autor nicht. Er erzählt in seinem Jugendbuch auch eine Geschichte darüber, wie Gesellschaften und Revolutionen entstehen. Große Themen, für die dieses in sich abgeschlossene Steampunk-Universum des Juggernauten „Worldshakers“ als Szenario optimal geeignet ist. Steampunk ist hier ein sehr geschickt eingesetztes Stilmittel, das der Handlung genau die richtige Atmosphäre gibt.

Wie mag es wohl mit der Geschichte weitergehen? „Liberator“ heißt die Fortsetzung – ich bin gespannt!


Update – Hier ist meine Rezension zur Fortsetzung von Worldshaker:

Wie geht es weiter auf dem Juggernauten? Nach der Revolution ist vor der Revolution

„Worldshaker“ von Richard Harland endete mit einem Fast-Happy-End, durch dessen Risse Gewalt und Unversöhnlichkeit schimmerten. Alles andere wäre auch unglaubwürdig gewesen.

Ich habe lange gezögert, bevor ich dann doch zu „Liberator“, der Fortsetzung zu „Worldshaker“, gegriffen habe. Es war offensichtlich, das das Leben der Helden nach der Revolution schwierig werden würde und das die Bewohner des Juggernauten noch weit entfernt von einem friedlichen, harmonischen Miteinander sind. Wollte ich das wirklich miterleben?
Meine Neugier hat gesiegt und ich habe es nicht bereut.

Einige Buch-Blogger und Rezensenten schrieben über „Liberator“, das Richard Harland damit die Geschichte noch einmal komplett neu erfinden würde. Das halte ich für etwas übertrieben. Ich finde, das er seine Revolutions-Geschichte vor allen Dingen schlüssig und konsequent weiterentwickelt. Der Autor überrascht mit einigen unerwarteten Handlungen seiner Charaktere, die der Fortsetzung die nötige Frische geben. Doch alles, was seine Helden und Anti-Helden erleben, ist eine logische Weiterentwicklung aus dem ersten Band. Ich hatte beim Lesen den Eindruck, das wirklich jeder Charakterzug, der in „Worldshaker“ beschrieben wird, in der Fortsetzung eine wichtige Rolle spielt. Da baut alles aufeinander auf, nichts läuft ins Leere und trotzdem nimmt die Handlung überraschende Wendungen.

„Liberator“ hat mich nicht so gefesselt wie der erste Teil, dafür gab es zu viele Kampf-Szenen und Diskussionen über Angriffs-Strategien. Was mich jedoch begeisterte, ist das hohe Können des Autors, mit dem er uns einen Blick in ein „Geschichts-Laboratorium“ ermöglicht. Wie entsteht eine Revolution? Woran kann sie scheitern? Was treibt Menschen an? Diese Themen verpackt er in ein von vorne bis hinten spannendes Jugendbuch, dessen ersten Teil ich schlichtweg genial fand und dessen zweiter Teil die Geschichte konsequent, spannend und schlüssig zu Ende führt.


Update 2026: Auch die DTV-Ausgaben gibt es nicht mehr. Mehr Infos zu den Büchern findet ihr direkt beim Autor Richard Harland.


Lust auf Steampunk? Wie wäre es mit den Abenteuern von Pina Parasol?

Eine kleine Idee und die große Scheibenwelt

Terry Pratchett hier im Online-Shop

Neue Folge von „Adopt a Blogger“

Eine kleine Idee und die große Scheibenwelt 

Heute besuche ich die Scheibenwelt – und die kleine Idee habe ich mitgenommen 🙂

Zwei zur-richtigen-Zeit-im-Netz-rumgetrödelt-Momente  führten dazu, dass die kleine Idee, treibende Kraft im Lesewelten-Blog, mich adoptierte.
Und so landete mein Lese-Eindruck des neuen Scheibenwelt-Romans von Terry Pratchett zielsicher innerhalb von Sekunden im Blog eines Scheibenwelt-Fans.

Manchmal kann Vernetzung so einfach sein …

An diesem Beitrag lässt sich auch gut erkennen, wie sich mein Schreiben über Bücher verändert. Als Buchhändlerin hätte ich wohl darüber gebloggt, ob „der neue Pratchett was taugt“. (Natürlich taugt er was!)
Jetzt blogge ich lieber darüber, was ich mit den Büchern schon alles erlebt habe und wie sich die Lebens-Reise mit diesem Autor gestaltet hat. Aber lest selbst – und schreibt mir in den Kommentaren, was ihr davon haltet 🙂

Für mich ist dieser Beitrag eine Möglichkeit, eine Kerze für Dirk zu entzünden, der mir vor sehr, sehr vielen Jahren Pratchett empfohlen hat. Und später auch Laurell Hamilton. Danke Dirk! Ich hoffe, es geht Dir gut, wo auch immer Du jetzt sein magst.

Und ein dickes Danke an Corina und ihre kleine Idee und die Spontanität der beiden. Und wer genau wissen will, was die kleine Idee Großes bewegen will – eine eigene Buchhandlung will sie.
Das verstehe ich!

Update November 2014:

Anscheinend führt Corina ihren Blog nicht mehr weiter – zumindestens laufen meine Links seit dieser Woche ins Leere.

Die Wayback Machine hatte meine Rezension zu „Steife Prise“ archiviert – hier ist sie:

Es gibt wohl kein Land, das ich so gut kenne, ohne es jemals persönlich besucht zu haben, wie die Scheibenwelt. Gefühlt habe ich alle Pratchetts gelesen. Zum Glück ist das nur eine gefühlte Wahrheit – so habe ich immer noch ein paar Scheibenwelt-Romane als Geheimvorrat für Notzeiten.

Steife Prise„Steife Prise“ heißt das gerade neu erschienene Buch von Terry Pratchett. Im Mittelpunkt stehen Kommandeur Mumm, das britische Landleben und der Land-Adel, Klein-Sam und seine Lieblings-Kinderbuch-Autorin sowie Elefanten-Kacka… und schon geht es wieder los: es ist nicht möglich, die Handlung eines Scheibenwelt-Romans halbwegs geradlinig zusammenzufassen. No way. Und das ist gut so.

Auch „Steife Prise“ ist wieder großartig, witzig, schräg, intelligent, überraschend. Ein echter Pratchett eben. Und doch hat sich im Laufe der Jahre etwas am Stil geändert. Die Atmosphäre ist dichter geworden, die Charaktere sind vielschichtiger und die Geschichte läuft flüssiger, hüpft nicht mehr so sehr von einem Schenkelklopfer zum nächsten Brüller, um dort abzuprallen und beim übernächsten Lachanfall wieder aufzuschlagen. Ja, der Handlungsstrang erweckt den Eindruck, dass der Autor bereits am Anfang des Buches eine Vorstellung davon hat, wie die Geschichte enden könnte. Bei den frühen Rincewind-Geschichten war das noch nicht der Fall – da musste doch recht häufig der Unwahrscheinlichkeits-Drive (eine Erfindung von Douglas Adams) weiterhelfen.

Natürlich könnten diese Lese-Eindrücke und diese Veränderungen im Stil auch durch die Übersetzung entstanden sein, die im Laufe der Jahre immer besser wurde.

Was ist vom Autor beabsichtigt, was ist durch die Übersetzung entstanden – da war ich mir bei den Büchern von Terry Pratchett nie so sicher. Leider brachte mich der Selbst-Versuch, Scheibenwelt-Romane im Original zu lesen, nicht weiter. Spaß hatte ich mit der englischen Lektüre auch und meinem Wortschatz hat es gut getan. Doch ist mein Englisch einfach nicht gut genug, um die Leistung des Übersetzers zu beurteilen.

Bei jedem Roman von Terry Pratchett stellt sich für mich nach der Lektüre die Frage, was ich zu meinem Lieblings-Gag ernenne.

Am meisten Spaß hatte ich diesmal mit den Witzen über das Essen. Die reichten von Mumms Problemen, ein ordentliches Schinken-Sandwich zu bekommen, über den Oberst und die eingelegten Garnelen, die laut Aussage seiner Frau nicht miteinander auskommen, bis hin zu der landestypischen Küche von Quirm, in der alles mit zu viel avec serviert wird.

Sollte es unter den Lesern dieser Folge von „Adopt a blogger“ tatsächlich noch jemanden geben, der keinen Scheibenwelt-Roman gelesen hat…

dann muss ich erst mal tief ausatmen…

um dann sofort „Ab die Post!“ zu empfehlen. Oder vielleicht was von den alten Hexen – „Total verhext“? Oder lieber die Geschichte von Mort, der Lehrbub bei „Gevatter Tod“ wird? Oder… ach egal, greift euch einfach irgendeines, es wird schon passen!

 

 

Anita Blake – meine Lieblings-Trash-Serie

Die Buchserie Anita Blake von Laurell K. Hamilton. Deutsche Taschenbuchausgaben, erschienen bei Bastei Lübbe

Anita Blake begleitet mich schon lange. Nicht jede trashige Buch-Serie, die ich im Laufe meines Leserinnen-Lebens ins Herz geschlossen habe, kann mich heute noch überzeugen. Die Saga vom Dunkelelfen durfte zum Beispiel weiterziehen, Anita Blake hingegen bleibt. Nicht nur das: Ich habe mir mittlerweile alle Taschenbücher, die damals bei Bastei Lübbe erschienen sind, gebraucht gekauft. Zum ersten Mal besitze ich die Serie komplett und mein re-Read läuft noch.

Natürlich machen mir heute noch all die Wer-Ratten, Wer-Schwäne und die anderen Geschöpfe der Nacht Spaß. Köstlich amüsieren kann ich mich auch über den Ehrenkodex der Vampire, Werleoparden und Werwölfe, der zuverlässig dafür sorgt, dass sie sich selbst im Weg stehen. Doch am meisten fasziniert mich etwas anderes: Anita Blakes langer Weg vom braven, monogamen Girl, das zufällig Tote beschwören kann, zum Role Model für polyamore Beziehungen.

So klang meine Begeisterung im Jahr 2012 hier auf meinem Buch-Blog, bei meiner damaligen Vernetzungsaktion. Es ist zugleich eine meiner wenigen Buchbesprechungen, die aus der Aktion immer noch online ist. Danke dafür!


Die erste Rezension, die in meinem Projekt „Adopt a Blogger – ich schreibe, ihr bloggt“ veröffentlicht wurde, gilt meiner Lieblings-Trash-Serie:
Anita Blake, die Vampirhenkerin – geschrieben von Laurell K. Hamilton.
Adoptiert wurde dieser Beitrag von Sara Salamander und das ist wirklich der passende Blog dafür! Ich glaube, ich werde noch wochenlang in ihrem Blog weiterstöbern! Hier geht es zu meinem Beitrag.

Eine kleine Textpassage zeigt, wie kompliziert Anitas Liebesleben inmitten all der sexy Vampire, Werleoparden, äußerst männlichen Polizisten und Werwölfen mit Besitzdenken geworden ist und vermittelt Euch, was den besonderen trashigen Reiz der Serie ausmacht (wobei ich vermute, dass die Autorin nie vor hatte, Trash zu schreiben).

„Es war wirklich so, das Micah, Nathaniel und ich uns abends gegenseitig vorlasen … Also wechselten wir uns mit dem Lesen ab, ein Zubett-geh-Ritual, das anheimelnd und sonderbarerweise intimer war als Sex. Man liest seine liebsten Kinderbücher nicht Leuten vor, die man f***t. Man liest sie Leuten vor, die man liebt. Da war es wieder, das Wort Liebe.“

Oder auch:

“Ein Tag wie jeder andere, Ein Tag, an dem ich mal wieder dachte, ein neues Leben, ein anderes Leben wäre gar nicht so schlecht. … konnte man etwas umtauschen, das über 20 Jahre alt war? Wo bekam man ein neues Leben, wenn man das alte nicht richtig hinbekam?“


 Eine Fantasy-Serie, die bestens dazu passt, auch wenn sie deutlich weniger trashig ist: Vampirkrimis von Tanya Huff