Von Hausbesetzern und genialen Dilletanten: Käthe Kruse erzählt aus ihrem Leben

Zu „Lob des Imperfekts“ von Käthe Kruse habe ich gegriffen, weil ich auf Hintergrundinfos gehofft hatte: zu der Gruppe „Die tödliche Doris“, zu Punk in Deutschland in den 80er Jahren und zu all den Menschen, die damals als „Geniale Dilletanten“ unterwegs waren. Bekommen habe ich etwas anderes als erwartet und eigentlich viel mehr. Musik, Kunst und Wohnen sind die Themen, zu denen Käthe Kruse berichtet. Das sagt zumindest der Untertitel. Doch da sich all das nicht trennen lässt, erzählt sie aus ihrem Leben. Dabei empfand…

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Punk und New Wave in Deutschland. Wie alles begann.

War ich die Letzte meiner Generation, die das Buch noch nicht gelesen hatte? Und dass, obwohl Punk und New Wave mein Erwachsenwerden geprägt haben? Und ich heute hauptsächlich Musik höre, die ohne die Pionierarbeit von deutschen Musikern und Musikerinnen wie FM Einheit und Peter Hein, Gudrun Gut und Annette Humpe ganz anders klingen würde? Und ohne Aufklärungsarbeit von Journalisten wie Diedrich Diederichsen anders gedacht werden würde? Andererseits schadet es überhaupt nichts, den Doku-Roman „Verschwende deine Jugend“ 20 Jahre nach Erscheinen und gut 30 Jahre nach…

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Lazy Confessions. Sammelband mit Texten von Martin Büsser.

Autonom, emanzipatorisch, analytisch: Für mich sind Martin Büssers Texte Suchscheinwerfer, die vom Tellerrand in alle Richtungen leuchten. Ein Autor, von dem ich alle paar Monate etwas lesen MUSS. Dabei packt mich jedes Mal der blanke Neid: Ich will so schreiben, so kritisieren können! Weil ich auf meinem Blog schon häufiger von meiner Faszination für Büssers Kritiken und Texte berichte habe – nämlich hier, hier und hier – gibt es zum gerade ausgelesenen Buch „Lazy Confessions. Artikel, Interviews und Bekenntnisse aus zwei Jahrzehnten.“ nur Zitate: Gegenüber…

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Giora Feidman- der Klezmer-Musiker erzählt aus seinem Leben

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ein älterer Herr Geschichten von früher so erzählt, dass ihr euch denkt: Den hätte ich gerne als Opa? So erging es mir bei der Lektüre von Giora Feidmans „Klang der Hoffnung“. Der Musiker kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen – und meist auch wieder zurück. In seinen Erzählfluss eingebettet sind Betrachtungen über die Musik und darüber, warum er nicht werktreu spielen kann. Denn Feidman spielt eigentlich nie Mozart oder alte jüdische Lieder – er spielt immer Feidman, weil er seine Seele…

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August Macke – Paradies? Paradies!

Das, was nur außerhalb der vier Wände meiner Wohnung und außerhalb meines Hirn stattfinden kann, fehlt. Die Anregungen, die Beobachtungen, die Begegnungen und alles, was nur im Zusammenspiel entsteht – ich vermisse es. So sehr, dass ich jetzt doch bereit war, mich auf ein Zoom-Kultur-Event einzulassen. Mein Fazit vorneweg: Es war inspirierend und ich werde lange davon zehren können. Aber es hat mir genauso schmerzlich bewusst gemacht, wie sehr mir das draußen fehlt. Ich will wieder in Bilder hineinfallen können. Vor ihnen ruhig verweilen. Oder…

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Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen. Katalog zur Ausstellung und ein Museumsbesuch in Crimmitschau

In diesem Jahr leide ich definitiv an Vitamin-M-Mangel, Museums-Mangel. Museen und Reisen kamen zu kurz. Aber immerhin habe ich das geschafft, was wir Wessis meiner Meinung nach immer noch viel zu selten tun: Ich war im Osten unterwegs. Diesmal führte mich die Route von Leipzig aus über Land nach Zwickau. Gelockt hat mich die große Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen.“ Wer die Ausstellung verpasst hat: Der Katalog ist ein guter Ersatz! Er fasst das Wichtigste aus den einzelnen Ausstellungen in Zwickau, Chemnitz, Freiberg,…

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Banksy. Street-Art ist vergänglich. Dieses Buch nicht.

Bei Banksy war ich mir nie sicher, ob ich jetzt fasziniert oder genervt bin. Fasziniert, weil die unterschiedlichsten Menschen ihn großartig finden – darunter Menschen, die eigentlich mit Streetart oder moderner Kunst nichts am Hut haben. Genervt wegen seiner Überpräsenz in den Medien und weil viele das kleine Mädchen mit dem Ballon einfach niedlich finden, ohne auch nur einen Gedanken an eine mögliche, gesellschaftskritische Botschaft zu verschwenden. Ein wenig erinnert mich das an Keith Haring in den 80er Jahren. Seine Bilder waren damals überall –…

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Anita Rée – biographischer Roman von Karen Grol

Meine ganz private Kunst-Welt wandelt sich. Während ich mir früher Ausstellungen nach dem Motto „Diesen Künstler wollte ich schon immer mal sehen“ heraussuchte, ist es heute viel häufiger ein „Dich kenn ich nicht, dich schaue ich mir an“. „Umbruch“ in der Mannheimer Kunsthalle war dafür eine gute Gelegenheit. Gleich auf dem Ausstellungsplakat begegnete mir ein Blick, den ich so schnell nicht vergessen werde: das Porträt der Hildegard Heise, gemalt von Anita Rée. NEUE SACHLICHKEIT IST (AUCH) WEIBLICHDas erste Kapitel der Ausstellung zeigt – rund 100…

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