Wayne Dyer erhält eine Botschaft – Buch-Tipp

Wayne Dyer im Gespräch mit Abraham und Esther Hicks

Es war der Co-Autor, der mich auf dieses Buch neugierig machte. Ich schätze Wayne Dyer für seine kindliche Begeisterungsfähigkeit und sein Talent, gleichzeitig klar und quer zu denken. Enthusiastisch stürzt er sich auf neue Themen und reißt mich als Leser dabei jedes Mal mit.

Daher war ich bereit, Wayne Dyer auch auf seiner Channeling-Entdeckungsreise zu begleiten. Diese Gespräche mit der geistigen Welt sind so gar nicht mein Ding, denn ich gehe davon aus, dass alle Antworten schon in uns liegen und auch dort gefunden werden können, ganz direkt und ohne Umweg.

Doch an Erklärungen und Denk-Modellen, wie das Leben und das Universum funktionieren, bin ich immer interessiert; andere Sichtweisen machen mich neugierig.

Diese Ausgangslage, die sicherlich bei jedem Leser anders ist, führte bei mir dazu, dass ich das erste Drittel des Buches langweilig fand (schon wieder das Gesetz der Anziehung!), das zweite Drittel sehr interessant und das letzte Drittel über Politik und gentechnisch veränderte Lebensmittel als sehr konstruiert und bemüht empfand. Monsanto ist wohl nicht wirklich als Thema für ein Lehrgespräch mit der geistigen Welt geeignet, denn dieses Problem ist von Menschen konstruiert worden. Problem und Lösung schwingen nicht auf der gleichen Frequenz und in diesem Fall wird das besonders deutlich. Da muss man nicht mehr darüber diskutieren, da muss man sich einfach um die Lösung kümmern.

Was bleibt also bei mir ganz persönlich von der Lektüre hängen?

Vor allen Dingen werden mir wunderbar ausformulierte Gedankengänge darüber, dass wir Schöpfer unserer Realität sind und dass wir das Leben und das Universum durch unsere Schöpferkraft erweitern, im Gedächtnis bleiben. Genauso wie der ganz praktische Tipp, die halbwache Zeit morgens nach dem Aufwachen – die bei mir sowieso etwas länger ist als bei manchen Menschen – dazu zu nutzen, seine Gedanken und Gefühle auszurichten und so ganz anders in den Tag zu starten.


Weitere Angaben zum Buch:

Esther Hicks
Die Botschaft

Abraham sprich mit Wayne Dyer über die letzten Geheimnisse

LEO Verlag


 Du suchst Inspiration für spirituelle Lektüre? Dann stöber hier in meinen Buchtipps und Rezensionen.

Sachen machen – was ich immer schon tun wollte

Sachen machen - Isabel Bogdan

„Sachen machen“ von Isabel Bogdan ist ein Buch, das man besser nicht am Jahresende lesen sollte, denn es könnte eine gewisse melancholische Grundtendenz verstärken – insbesondere dann, wenn die Liste der Sachen, die man machen wollte, mal wieder länger ist als die Liste der Sachen, die man getan hat.

Andererseits sollte man „Sachen machen“ gerade am Jahresende lesen, denn es gibt einem viele gute Ideen, was man im nächsten Jahr alles machen könnte und wie sich das anfühlen würde.

Hüpfen und rutschen steht auf jeden Fall ganz oben auf der Liste. Das kann man zum Beispiel bei einem Ü-18-Abend auf einem Indoor-Spielplatz für Kinder machen:

Das ist unter anderem deswegen eine tolle Sache, weil ich es dem Weltgeist ein bisschen übelnehme, dass er Hüpfburgen erst erfunden hat, als ich schon zu groß dafür war und nicht mehr reindurfte. Aber jetzt: Hüpfburg! Rutschen! Trampolin! Klettern! Jippie!

Viele der Sachen, die Isabel Bogdan im Laufe eines Jahres macht, haben mit Bewegungsfreude zu tun; manche wie Fisch-Pediküre oder Floaten aber auch mit still halten.

Eines ist jedoch allen Unternehmungen gemeinsam: die Autorin macht diese Sachen zum ersten Mal und geht mit ansteckender Freude ans Werk.

Könnte, wollte, sollte? Machen!

Dabei gibt sie ganz freimütig zu, dass sie ohne den wöchentlichen Termin zur Artikelabgabe die meisten dieser Sachen niemals gemacht hätte. Es wäre beim „könnte man mal machen …“ geblieben, das vielleicht mit einem „Wäre ja peinlich“ oder einem „dafür bin ich zu alt“ zur Ruhe gebracht worden wäre.

Es ist gerade diese offene Ehrlichkeit, die von Anfang an jeden besserwisserischen Druck aus dem Buch nimmt. „Sachen machen“ ist kein Ratgeber zur besseren Lebensführung – „Sachen machen“ ist pure, ansteckende Lebensfreude.


Infos zum Buch:

Isabel Bogdan

Sachen machen
Was ich schon immer mal tun wollte

Rowohlt Verlag


 Mehr Rezensionen zu Büchern von Isabel Bogdan auf meinem Buch-Blog:

Achtsame Ernährung mit der Yogi Methode

Achtsame Ernährung mit der Yogi Methode - 30 Tage Challenge vegan ayurvedisch yogisch

Eigentlich wollte ich nur ganz kurz in dieses Buch reinlesen, weil mich die Meinung des Autors interessiert – und schwupps, hatte ich mich festgelesen.

Dabei geht es in „Die Yogi Methode – 30 Tage Challenge zur achtsamen Ernährung“ vor allen Dingen um vegane Ernährung, die mich höchstens als philosophisches Phänomen interessiert.

Doch das Buch beginnt mit einer sehr motivierend geschriebenen Einleitung zum Thema, was Ernährung für Körper, Geist und Seele bedeutet und warum uns Ernährungsumstellungen als so schwierig erscheinen.

Dieser Absatz sorgte dafür, dass ich an der Yogi-Methode hängenblieb:

Ernährung ist etwas sehr Persönliches, etwas, mit dem wir uns bewusst oder unbewusst identifizieren. Sie ist unser ständiger Begleiter und bestimmt einen Großteil unseres Tages. Sie erfordert Routine und Regelmäßigkeit und bietet dadurch einen gewissen Halt. Rüttelt man an diesem Halt, erzeugt das Angst, die wiederum Aggression hervorruft. …

Menschen, die bewusst einen bestimmten Ernährungsstil wählen, fühlen sich angegriffen, da sie denken, dass man ihre Entscheidung nicht respektiert, wenn man Veränderungen vorschlägt. Und Menschen, die sich nicht so sehr um die Ernährung kümmern, fühlen sich schlecht, weil sie wissen und spüren, dass das, was sie essen ihnen nicht gut tut.

Nun befinde ich mich persönlich zwischen diesen beiden Extremen, denn ich würde gerne einfach weniger Kohlenhydrate und mehr Gemüse essen. Ganz einfach, oder? Leider nein, Ernährungsumstellung ist für mich alles andere als einfach.

Aber was kann mir „Die Yogi Methode“ bieten, das ich nicht schon längst selbst verstanden hätte?

Vor allen Dingen bringt der Autor Ruhe und Gelassenheit in das schwierige Thema Ernährungsumstellung. Wenn wir uns darauf ausrichten, Körper, Geist und Seele gleichermaßen zu nähren, ist der Schokoladenkuchen nur noch eine Möglichkeit von vielen. Diese Veränderung des Blickwinkels nimmt Druck aus dem Thema und hilft bei der Umstellung.

Übrigens haben mir die Yoga-Übungen, mit denen er die 30-Tage-Challenge begleitet, sehr gut gefallen, denn sie sind schlicht und effektiv. Da ist nichts dabei, was einen Yoga-Anfänger oder Noch-Nicht-Yogi erschrecken würde; nichts, was großer Vorbereitung bedarf. Trotzdem sollte man die Wirkung dieser Yoga-Übungen nicht unterschätzen – doch wenn man das merkt, ist man schon mittendrin in der 30-Tage-Challenge.

Denn das ist für mich die wichtigste Botschaft des Buches: Fang mit dem Anfangen an, jetzt hier in Deinem Alltag, so wie er ist.

Doch was mache ich jetzt mit den vielen veganen Rezepten?
😉


Informationen zum Buch:

Marcel Anders-Hoepgen

Die Yogi Methode
30-Tage-Challenge zur achtsamen Ernährung
vegan – ayurvedisch – yogisch

systemed Verlag
ISBN 978-3-942772-69-3

Der Verlag wurde 2018 eingestellt. Ein Großteil des Verlagsprogramm wurde vom Riva Verlag übernommen. So auch dieses Buch.


Auf meinem Blog findet Ihr noch mehr Tipps und Buch-Rezensionen zum Thema Yoga.


Yoga und Ernährung – darum geht es auch in diesem Ratgeber: Yoga Kitchen

Focusing – Im Dialog mit dem Körper

Sachbuchzum Thema Focusing: Im Dialog mit dem Körper Wie Sie mit Achtsamkeit Krankheitssymptome entschlüsseln und heilen

Focusing ist eine auf Achtsamkeit basierende Technik, mit der man Krankheitssymptome aller Art entschlüsseln und in Sprache übersetzen kann. Bei dieser Selbsthilfe-Methode werden alle notwendigen Heilungsschritte im inneren Dialog mit dem eigenen Körper entwickelt. Hier werden keine vorgefertigten Standard-Lösungen übergestülpt. Vielmehr geht Susanne Kersig davon aus, dass jeder seinen inneren Heiler selbst aktivieren kann. Achtsames Zuhören spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Susanne Kersig vermittelt knackig kurz das nötige Hintergrundwissen. Ihr Buch hat nur knapp 200 Seiten und trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, dass mir irgendeine Information zum Focusing noch fehlen würde.

So bleibt auf den wenigen Seiten erstaunlich viel Raum für Fallbeispiele aus ihrer Praxis als Focusing-Therapeut. Es sind interessante Geschichten mit überraschenden Lösungen, die sie präsentiert. Der Leser kann mit diesen Beispielen das achtsame Zuhören gleich üben.

Auch die Übungsanleitungen sind sehr präzise formuliert und leicht nachzuvollziehen. Die Grenze zwischen „Diese Übung können sie problemlos alleine ausführen“ und „Hier nehmen sie besser eine Begleitperson dazu“ wird klar benannt.

Das Buch „Im Dialog mit dem Körper“ bietet eine klar strukturierte, kompakte und gut nachzuvollziehende Einführung in Focusing und die Grundlagen der Mind-Body-Medizin.


Angaben zum Buch:

Susanne Kersig
Im Dialog mit dem Körper

Wie sie mit Achtsamkeit Krankheitssymptome entschlüsseln und heilen

Kösel Verlag
ISBN 978-3-466-31000-5

Neu aufgelegt beim Arbor Verlag


Achtsamkeit und bewusstes Leben – meine Buchtipps


Passender Buchtipp: Interozeption entschlüsselt: Was geschieht, wenn Körper und Gehirn sich gegenseitig zuhören

Der kleine Buddha auf dem Weg zum Glück

Der kleine Buddha auf dem Weg zum Glück

Der kleine Buddha macht genau das, was der Leser von einem kleinen Buddha erwartet: er sitzt unter seinem Bodhi-Baum und meditiert. Doch manchmal hat er ein seltsames Gefühl, als würde etwas fehlen … was könnte das nur sein? Menschen fehlen ihm! Sein einziger Freund, der Bauer muss hart arbeiten und kann dem kleinen Buddha nicht immer Gesellschaft leisten. Aber er weiß Rat: Urlaub machen hilft bestimmt!

So packt der kleine Buddha einen Apfel und einen Stein, der ihn an seinen Meditationsplatz erinnern soll, in seine Tasche, verabschiedet sich von seinem Bodhi-Baum und zieht los. Die große Stadt ist sein erstes Ziel, denn er braucht Abwechslung nach so viel Ruhe.

Kindliche Naivität, große Gelassenheit, ein offenes Herz, die Bereitschaft zum Staunen und Neugier auf die Menschen, ihr Leben und ihre Erfahrungen – das zeichnet den kleinen Buddha aus und führt dazu, dass er auf seiner Urlaubsreise viele interessante Menschen kennenlernen wird. Jeder davon hat seine eigene Geschichte zu erzählen. Der kleine Buddha ist kein Lehrmeister, er ist ein guter Zuhörer, der lange nachdenkt, bevor er eine Antwort gibt. Für jede Weisheit, die er seinen neuen Freunden mit auf den Weg gibt, erhält er selbst eine neue Erkenntnis.

Ja, dieses Buch steht unter ganz starken Kitschverdacht. Aber die Geschichte vom kleinen Buddha wird so stimmig erzählt, das dabei die Sorte Kitsch entsteht, die Vergnügen bereitet.


Infos zum Buch:

Claus Mikosch
Illustrationen von Gert Albrecht

Der kleine Buddha
Auf dem Weg zum Glück

Herder Verlag


Lust auf wohltuende, spirituelle Bücher wie „Der kleine Buddha“? Dann habe ich gleich drei Buchtipps für dich:

Oder dieses hier: Ikigai

Housewives Tarot – Karten legen im Stil der 50er Jahre

Karten-Set: Housewives Tarot

Man muss keinen Martini trinken, um Spaß mit dem Retro-Tarot-Set „Housewives Tarot“ zu haben. Ein schöner Aperol Sprizz tut es auch. Die Test mit einem Gin Tonic stehen noch aus.

Überhaupt sollte man bei diesem Orakel nicht alles so ernst nehmen, obwohl man das „Housewives Tarot“ durchaus auch als reguläres Tarot-Deck verwenden könnte.

Alle Karten der großen und kleinen Arkana wurden liebevoll und mit viel Sachverstand in eine fiktive Welt der 50er Jahre übertragen. Auch die Legungen wurden neu interpretiert. Aus der klassischen Dreier-Legung wurde ein Eiskrem-Sandwich und das keltische Kreuz wird – ein wenig anders platziert – zum Martini-Glas. Pro-Tipp zu dieser speziellen Legung aus dem Beiheft:

Anschließend kippen Sie den übrigen Martini hinunter und interpretieren die Karten nochmals mit neugewonnener Kreativität.

Die Kelche wurden zu Cocktail-Gläsern, die Stäbe zu allerlei Putz-Utensilien und die Schwerter zu Küchenmessern und Cocktail-Spießchen. Das ist so konsequent und in sich verdreht, dass es einfach großartig ist!

Housewives Tarot – der Eremit im Schaumbad

Der Eremit aus der großen Arkana mutiert zur Blondine, die sich von der Welt zurückgezogen hat und in Ruhe ein Schaumbad nimmt. Das Rad des Schicksals dreht sich beim Roulette. Der Gehängte hängt an einer Wäscheleine. Und – meine Lieblingskarte – der Teufel, auch als Versuchung bekannt, zeigt sich in nylon-bestrumpften Beinen auf roten High Heels, die in einer großen Schoko-Torte enden. Natürlich fehlt schon ein Stück Torte … Entzückend!

Liebe Freunde des gepflegten Unsinns: nutzt das Housewives Tarot als Silvester-Orakel und 2015 wird blitzblank und erfolgreich! Versprochen!


Infos zum Tarot-Set:

Housewives Tarot
Tarotdeck mit 78 Karten incl. schön gestalteter „Rezeptbox“, Anleitungsbüchlein mit Legungen und amüsanten Deutungen
durchgehend vierfarbig im Retro-Stil illustriert

Moses Verlag


Statt Martini trinken könnten die Housewives natürlich auch das Patriarchat in Therapie schicken

Eine gesunde Körperhaltung mit der Tai-Chi-Methode

Eine gesunde Körperhaltung mit der Ta-Chi-Methode von Marie Hock-Westhoff. Sachbuch aus dem Windpferd Verlag

Was macht eigentlich eine gesunde Körperhaltung aus? Ich brauche diesen Satz nur zu schreiben und beginne schon zu kontrollieren, wie ich jetzt in diesem Moment am Schreibtisch sitze.

Bisher dachte ich, dass meine übereinander geschlagene Beine ein großes Problem seien. Nach der Lektüre des Buches „Die Tai-Chi-Methode für Haltungsgesundheit und einen schmerzfreien Rücken“ sehe ich das anders.

Meine Aufmerksamkeit wandert zum Nacken und ich frage mich, warum ich schon wieder das Kinn nach vorne zum Bildschirm schiebe und so einen Knick in meiner Halswirbelsäule verursache. Genau diesen Knick werde ich später am Tag bereuen. Doch Selbstvorwürfe führen ganz bestimmt nicht zu einer gesunden Körperhaltung, sanftes Korrigieren schon eher.

Dabei hilft das Buch von Marie Hock-Westhoff weiter. Sanftes Korrigieren und die Aufmerksamkeit auf die gesunde Körperhaltung lenken, das kann die Autorin wirklich gut. Diese Lenkung der Körperwahrnehmung beginnt mit drei einfachen Fragen (S. 75):

Was macht mein Becken im Moment?

Wie liegen meine Schulterblätter im Moment?

Wie halte ich momentan den Kopf?

Einfach diese drei Fragen beantworten und schon ist man auf dem Weg zur gesunden Körperhaltung – eine Reise, die niemals endet.

Lassen Sie ihr Steißbein sinken

Allerdings stößt das Medium Buch bei diesem Thema einfach an seine Grenzen. Wer eine blockierte Wirbelsäule hat, hat meist auch Schwierigkeiten mit der Körperwahrnehmung. Dann nützt eine Anweisung wie „lassen Sie ihr Steißbein sinken“ wenig. Sinken? Wie geht das? Wo muss ich da hinfühlen?

Doch schon allein, wenn man darüber nachdenkt, wo das Steißbein eigentlich sitzt, hat man den ersten Schritt gemacht. Der zweite Schritt könnte dann sein, darüber nachzudenken, wo der eigene Körperschwerpunkt sitzt. Und so verbessert man Schritt für Schritt seine Körperwahrnehmung, was wiederum die Voraussetzung für eine gesunde Körperhaltung ist.

Es gibt viele Theorien, wie man seine Körperhaltung verbessern kann. Da die Autorin Tai-Chi-Lehrerin ist, fußt ihr System auf den Prinzipien des Tai-Chi. Für Menschen, die sich noch nie mit dieser Bewegungslehre auseinandergesetzt haben, ist das sicherlich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Doch alle Erklärungen sind nachvollziehbar und im westlichen Alltag verwurzelt. Daher: nur Mut – so fremd ist uns das alles gar nicht!

Infos zum Buch:

Marie Hock-Westhoff
Die Tai-Chi-Methode
für Haltungsgesundheit und einen schmerzfreien Rücken

Windpferd Verlag

Auf ihrem Youtube-Kanal „Art of Tai Chi Chuan“ hat Marie Hock-Westhoff ein sehr sympathisches Video veröffentlicht, in dem sie ihre besondere Herangehensweise erklärt.


Einen Schnelleinstieg in Tai Chi ermöglicht dieses Buch:

Buddhistische Geschichten – Die Kuh, die weinte

Buddhistische Geschichten - Die Kuh, die weinte

Nicht überzeugen konnte mich der Bestseller „Die Kuh, die weinte – Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück“ von Ajahn Brahm.

Das liegt nicht an den Geschichten selbst – die finde ich durchaus unterhaltsam und manche auch inspirierend. Es ist das Drumherum: die Interpretationen und die Show.

Ajahn Brahm schreibt in seinem Vorwort „Da jede Erzählung für sich spricht, habe ich mich bei den Kommentaren zurückgehalten.“ Da möchte ich gar nicht wissen, was passiert, wenn dieser Entertainer im Mönchsgewand so richtig in Fahrt kommt!

Für mich hätte es all diese Anekdoten aus dem Waldkloster und aus dem Leben des Autors nicht gebraucht. Leider sind sie so mit den buddhistischen Geschichten verwoben, dass ich sie kaum überlesen konnte.


Infos zum Buch:

Ajahn Brahm

Die Kuh, die weinte
Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück

Lotos Verlag
Als Buch und Hörbuch erhältlich


Update Juli 2015:

Mittlerweile ist das zweite Buch von Ajahn Brahm erschienen. Es heißt „Der Elefant, der das Glück vergaß. Buddhistische Geschichten um Freude in jedem Moment zu finden“. Ich werde es sicherlich nicht lesen, verweise aber gerne auf die Rezension, die in der WELT erschienen ist: Feelgood-Buddhismus.

Und nun? Vielleicht wäre ja dieses Buch für Euch eine Alternative: Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind

Und wenn ihr es lieber besinnlich-erbaulich mögt, dann dieses hier:

 

Wenn heilige Kühe ins Gras beißen

Wenn heilige Kühe ins Gras beißen - Sachbuch

Zwei Dinge haben mich auf das Buch „Wenn heilige Kühe ins Gras beißen“ neugierig gemacht: Das Cover mit dem Sternbild der heiligen Kühe und die Vorgeschichte der Autorin.

Betsy Chasse war die Produzentin des Films „What the Bleep do we know“, der in meinem esoterisch-spirituell interessierten Umfeld durchaus den Status einer Heiligen Kuh hat.

Ich selbst habe den Film zwar nicht gesehen, wurde aber doch ständig von Buchhandelskunden darauf angesprochen und kenne daher viele Zusammenfassung des Inhalts. Vor allen Dingen konnte ich beobachten, wie der Film beim Zuschauer Interesse für ganz neue, andere Themen weckte.

Wie geht das Leben nach so einem spirituellen Erfolg weiter?

Betsy Chasse genehmigt dem Leser einen Panoramablick durch das Schlüsselloch auf ihr Leben nach „What the Bleep do we know“. Manchmal dachte ich mir, dass ich es so genau gar nicht wissen möchte.

Nach dem Film ging also ihre Ehe in die Brüche, sie ist jetzt alleinerziehende Mutter und finanziell ging auch recht viel schief. Das ist nicht schön, aber auch wiederum nicht so tragisch, als das man es nicht lösen könnte. Anhand dieser Schicksalsschläge stellt sie alles in Frage, was sie im Zusammenhang mit „What the Bleep do we know“ gelernt hat und das macht sie sehr, sehr gründlich.

Ihr Einleitungskapitel – ja, ich gehöre zu den Lesern, die Vorworte und Einleitungen lesen – ist mehr Rotz und Rock’n’Roll als Spiritualität. Das wirkt durchaus erfrischend, geht aber leider zu Lasten der inneren Erzählzusammenhänge. Darauf folgt ein Kapitel über Selbstwertgefühl und über „wie lerne ich, mich schön zu finden, wenn ich eigentlich kurz und moppelig bin“. Dieses Kapitel war für mich eine Enttäuschung. Ich empfand es als flach und banal und hätte das Buch danach am liebsten schon weggelegt.

Heilige Kühe, Quantenphysik und Engelkarten

Doch Betsy Chasse hat noch mehr heilige Kühe auf ihrer Weide stehen. Das Kapitel namens „Die verrückte Geschichte über Quantenphysik und Engelkarten und wie all das absolut alles und nichts bedeutet“, in dem sie ihren eigenen Film auseinandernimmt, hat mich mit dem Buch versöhnt. Der nächste Abschnitt über Das Gesetz der Anziehung und warum das alles doch nicht so einfach ist, wie es ihr eigener Film und „The Secret“ darstellen, ist absolut großartig!

Diese beiden Filme waren gut in dem Sinne, dass sie sich mit Ideen und Konzepten auseinadersetzen, die, wenn sie wirklich verstanden und richtig eingesetzt werden, Menschen tatsächlich helfen, sich das Leben zu erschaffen, nach dem sie sich so sehnen. Aber in mancherlei Hinsicht haben sie mehr Schaden angerichtet, als dass sie von Nutzen waren, vor allen Dingen in unserer „Gib mir die Lösung in 30 Sekunden“-Generation. S. 109

Wenn ich die Gelegenheit hätte, Betsy Chasse ein Buch zu empfehlen dann wäre es sicherlich Jack Kornfields „Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen“. Spirituelle Erfahrungen sind nichts, worauf man sich ausruhen könnte, denn das Leben geht weiter. So lautet auch eine Erkenntnis der Autorin, dass die Frage, wie man ein spirituelles Leben führen kann, in die Irre führt, denn das Leben ist an sich spirituell. Ich bin sehr gespannt, was diese Frau in zehn Jahren macht!


Infos zum Buch:

Betsy Chasse
Wenn heilige Kühe ins Gras beißen
Spiritualität für Realisten

LEO Verlag
Neuauflage 2019 mit neuem Cover


 Auch in diesem spirituellen Buch steckt Rock’n’Roll: Handbuch urbane Spiritualität

Einfach genial – Handbuch der Inspiration

Handbuch der Inspiration Einfach genial

Wo ist die Muse, wenn man sie braucht? Kann man kreative Ideen erzwingen? Das wohl kaum, aber es gibt Mittel und Wege, Inspiration und Kreativität im eigenen Leben zu verankern.

Regine Rompa erzählt in „Einfach genial – Kleines Handbuch der Inspiration“ von Genies, Forschern und Künstlern und ihren ganz persönlichen Tricks und Kniffen im kreativen Alltag.

Da wäre zum Beispiel die Kunst des klugen Hinterfragens, die Sir Isaac Newton praktiziert hat:

Warum hat Gott die Welt da erschaffen, wo sie ist und nicht einen Meter weiter links?

Natürlich dürfen die faulen Äpfel, deren Duft bei Friedrich Schiller für kreative Höhenflüge sorgten, nicht fehlen. Mein persönlicher Liebling ist die Geschichte von Nick Cave, dem Rockstar, der jeden Morgen wie ein Bankangestellter in sein Kellerbüro geht, um Songs zu schreiben.

Doch die Autorin erzählt nicht einfach Anekdoten. Die Geschichten aus dem Leben berühmter Persönlichkeiten dienen nur dazu, grundlegende Bedingungen der Kreativität zu erläutern. Neugier, Innenschau, Ausprobieren sowie Außenseitertum sind nur einige davon.

„Einfach genial – Kleines Handbuch der Inspiration“ ist sowohl ein Ratgeber als auch ein Wohlfühl-Büchlein. Diese Kombination ist selten. Die meisten Autoren können nur eines schreiben: entweder ein wohltuendes Geschenk-Büchlein oder einen praktischen Ratgeber. Regine Rompa kann nicht nur beides, sie macht daraus auch noch ein rundum gelungenes, inspirierendes Buch.

Regine Rompa überzeugt mich auch diesmal wieder mit ihrem frischen Stil, ihrem Ideenreichtum und ihrer klar strukturierten Herangehensweise. Ihr Ratgeber für Mädchen „Alles geht! Wie Du Deine Träume verwirklichst“ hat mich im letzten Jahr schon begeistert – die Rezension dazu findet ihr auf meinem Kinderbuch-Blog.


Infos zum Buch:

Regine Rompa
Einfach genial
Kleines Handbuch der Inspiration

Verlag Herder
ISBN: 978-3-451-06698-6


Wer Inspiration und kreative Arbeit wertschätzt, sollte die Techniken des Unkreativseins genauso verstehen wie das Handwerkszeug der Kreativen. Hier der passende Buch-Tipp!

Vertraue dem Meister in Dir – Praxisbuch

Remo Rittiner Vertraue dem Meister in Dir

Remo Rittiner hatte mich schon mit seinem Yoga-Therapiebuch begeistert. Deswegen war es klar, dass ich sein neues Buch „Vertraue dem Meister in Dir“ unbedingt lesen wollte.

Doch wie es manchmal so ist – das Buch und ich, wir fanden erst einmal nicht zusammen. Ich habe es sogar ungelesen aus dem Urlaub zurück gebracht. Es ist definitv eines dieser Bücher, für das man den genau passenden Zeitpunkt abpassen muss, sonst rauscht es einfach so an einem vorbei.

Jetzt war der Zeitpunkt da.

Achtsame Lebensführung, nachhaltige Ernährung, spirituelle Praktiken sind wichtige Bausteine in seinem Konzept. Doch vor allen Dingen führt der Weg zum inneren Meister durch Jetzt, Stille und Klarheit:

Zunächst kommt es darauf an, überhaupt anwesend und wach zu sein für das, was um uns herum und in uns vor sich geht. Um sich der Fülle unseres Leben bewusst zu werden, gibt es drei wertvolle Schlüssel – das Jetzt, die Stille und die Klarheit.

Erst dann sind wir in der Lage, die innere Stimme auch wirklich zuverlässig zu hören. Eigentlich klingt das alles ganz einfach und eigentlich ist das auch alles nicht neu. Doch das Leben ist bunt und vielfältig und lenkt immer wieder von dem ab, was man schon weiß. Mit einem sanften Lächeln und ganz ohne Druck lädt uns Remo Rittiner zur Selbsterforschung ein und ermutigt uns, Schritt für Schritt unserem inneren Meister entgegen zugehen.

Schmunzeln musste ich beim Vorwort von Ruediger Dahlke, der es zwar einerseits schafft, das Besondere am Lebenswerk Remo Rittiners herauszuarbeiten, andererseits jedoch ziemlich viel über sich selbst schreibt.

Remo Rittiner stößt keine Veränderung an, das wäre zu brutal. Sein Vorgehen ist viel sanfter, empathischer. Diesem sanften Druck kann man sich nur schwer entziehen und so fühlt man sich schnell ermuntert, Veränderungen anzugehen. Hier ein kleiner Schritt, dort etwas ausprobieren. Und jedesmal, wenn ich bereit war, einen Gedanken von ihm anzunehmen und etwas von seinen Vorschlägen auszuprobieren, sah ich den Autor lächeln.

Ein schönes Gefühl!


Infos zum Buch:

Remo Rittiner
Vertraue dem Meister in Dir
Dem Leben zuversichtlich begegnen und das höchste Potenzial verwirklichen
Praxisbuch mit Übungen

Windpferd Verlag
ISBN 978-3-86410-050-5

(Beim Windpferd Verlag gab es ein Ende und einen Neubeginn. Auf der Website erscheint das Buch nicht mehr. Manche Online-Buchhandlungen haben es aber noch – zum Beispiel hier)


Zwei Yoga-Bücher von Remo Rittiner auf meinem Buch-Blog:

Warum Du (k)ein Buddhist bist – ich übrigens auch nicht

Weshalb sie (k)ein Buddhist sind - Buch-Tipp

Eine räucherstäbchen-freie Einführung in die Philosophie des Buddhismus – genau das bietet das Taschenbuch „Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind“ des jungen Lamas Dzongsar Jamyang Khyentse.

Keine Mantras, keine Meditationsübungen – der Autor klärt kurz, warum der Buddhismus keine Religion ist und dringt dann gleich zum Kern der buddhistischen Philosophie vor. Sein Thema sind die Vier Siegel; die vier Lehrsätze des historischen Buddhas, auf denen alles weitere aufbaut.

Wer diese vier Sätze nicht verstanden und verinnerlicht hat, kann für den Autor kein Buddhist sein – auch dann nicht, wenn er meditiert und Achtsamkeit praktiziert und dadurch zum friedlicheren Menschen wird.

In der Übersetzung von Staphan Schuhmacher lauten diese Kernthesen des Buddhismus wie folgt:

  • Alle zusammengesetzten Dinge sind vergänglich.
  • Alle Gefühle sind Schmerz.
  • Alle Dinge haben keine eigenständige Existenz.
  • Nirvâna ist jenseits von Konzepten.

Danach folgt noch die Empfehlung des Buddhas „Glaube nichts, hinterfrage alles“ und die philosophische Achterbahnfahrt kann beginnen. Spätestens beim Konzept der Leere wurde mir persönlich schwindelig. Zum Glück ist Dzongsar Jamyang Khyentse ein aufmerksamer Lehrer, der genau weiß, was er seinen Lesern zumutet und immer zur passenden Zeit einen lockeren Spruch parat hat.

Dieser Buddhist provoziert gerne und gut

Das Buch wird zusammengehalten von der rotzfrechen, leicht provokanten Sprache des Autors. Hier eine kleine Kostprobe:

„Als geschulter Buddhist bin ich jedoch auch nicht ganz einverstanden, wenn der Buddhismus mit nichts anderem als mit Vegetarismus, Gewaltlosigkeit, Frieden und Meditation in Verbindung gebracht wird. Prinz Siddhârtha, der alle Annehmlichkeiten und allen Luxus eines Palastlebens opferte, muss nach mehr als nach Passivität und Grünzeug gesucht haben, als er sich aufmachte, Erleuchtung zu finden.“

All das hat so gar nichts mit dem Wellness-Buddhismus mancher Ratgeber zu tun. Dieses Buch verlangt einen aktiven Leser, der Spaß am Mitdenken und am Hinterfragen hat. Für mich ein großes, philosophisches Vergnügen.

Doch zur Buddhistin werde ich in absehbarer Zeit nicht, denn ich scheitere immer noch am Konzept der Leere. Macht nichts, bleibe ich bei den Räucherstäbchen 😉


Infos zum Buch:

Dzongsar Jamyang Khyentse
Übersetzung von Stephan Schuhmacher
Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind

Windpferd Verlag


Noch mehr Wege, sich dem Buddhismus anzunähern, bieten diese Beiträge auf meinem Buch-Blog: