Maifeld Derby Mannheim: 11 Gründe, das Musikfestival zu lieben

Grund 1: Der Wettergott ist ein guter Freund des Maifelds. Andere Festivals haben 37 Grad im Schatten, Sturm oder versinken im Matsch. Nicht so das Maifeld Derby Mannheim! Der zweite gute Grund: Es gibt Bands und Künstler*innen, von denen man nie geahnt hat, dass sie einem gefallen könnten. Musiker*innen, die man erst so wirklich ins Herz schließt, wenn man sie live erlebt hat. Das Maifeld Derby Mannheim bietet den perfekten Rahmen für solche Entdeckungen! 3: Bands, die man auf diesem Festival entdeckt, begleiten einen lange. Denn hier geht es nicht um One-Hit-Wonder, sondern um richtig gute Musik. 4: Jede der vier Bühnen hat ihre eigene Atmosphäre. Party im Palastzelt, Woodstock auf der Open-Air-Bühne, JUZ-Atmosphäre im Hüttenzelt und lauschiger Live-Club auf dem Parcours d’Amour. Grund Nummer 5: Das Publikum auf dem Maifeld Derby ist so entspannt, dass man eine 16-Jährige an ihrem Geburtstag zu ihrem allerersten Festival mitnehmen kann. Oder einen Toddler mit Gehörschutz auf dem…

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Das Mädchen auf dem Motorrad: die Geschichte der Anne-France Dautheville

Motorrad gefahren bin ich nie. Alleine gereist auch nicht. Doch den Wunsch, einfach immer weiter zu fahren, zu laufen, von hier nach woanders – den kenne ich. Große Sehnsucht und Freiheitsliebe, gepaart mit Neugier und ein wenig Abenteuerlust: Das ist es, was der Heldin in »Das Mädchen auf dem Motorrad« die Kraft gibt, loszuziehen. Das Bilderbuch basiert auf einer wahren Geschichte aus den siebziger Jahren. Als erste Frau der Welt umrundete Anne-France Dautheville die Erde auf ihrem Motorrad. Sie reiste alleine und war fast 10 Jahre lang unterwegs. Ihr Weg führte sie unter anderem nach Afghanistan und Indien. Aber auch in Kanada war eine alleinreisende Frau auf einem Motorrad eine Sensation. »Das Mädchen auf dem Motorrad« ist in einem Verlag für Bilderbücher erschienen. Trotzdem bespreche ich es nicht auf meinem Kinderbuch-Blog, sondern hier, zwischen Romanen und Sachbüchern für Erwachsene. Denn genau wie die Heldin der Geschichte ist auch das Buch ein Grenzgänger. Es kommt daher…

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Zugvögel. Reisewege und Überlebensstrategien. Bildband

Egal, was die Biologen herausfinden, das Staunen bleibt. Wir sehen den großen, weiten Himmel und den kleinen Vogel. Wir hören die unvorstellbare Zahl, die die Kilometer angibt, die er zurücklegt. Da helfen keine Forschungsergebnisse durch Satellitentechnologie, keine Isotopenanalyse oder was auch immer in der Vogelkunde an wissenschaftlichen Methoden zum Einsatz kommt: Wir können es nicht fassen, was Zugvögel leisten. Genau davon berichtet das Sachbuch »Zugvögel. Reisewege und Überlebensstrategien.« Über 60 Zugvögel und ihre Reiserouten werden porträtiert. Beeindruckende Tierfotografien (250 Fotos auf 288 Seiten!) und Karten mit den Routen ergänzen die informativen Texte, in denen wirklich sehr viel Wissen steckt. Aber gerade die Sachtexte haben mir gezeigt, wie sehr ich mittlerweile durch Nature Writing verwöhnt bin: mir waren die Erläuterungen über weite Strecken zu trocken. Bleibt das Schwelgen in den Bildern und der sehnsüchtige Blick gen Himmel! Bibliographische Angaben zum Bildband: Mike Unwin & David Tipling ZugvögelReisewege und Überlebensstrategien Dumont Verlag Natürlich habe ich noch mehr…

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Die Geschichte des Biers – ein Buch für Besser-Trinker

Der Weg von »Oh, uns ist Getreide in der Tonamphore feucht geworden. Lass uns mal schauen, was wir mit der Brühe machen können.« bis zum heutigen, mehrstufigen Prozess des Bierbrauens ist weit. In »Bier. Die ersten 13.000 Jahre« nehmen uns die Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder und Dr. Manuel Trummer mit auf die Reise. Dabei machen sie in Mesopotamien genauso Station wie im hohen Norden, in Indien und Mexiko. Den Autoren geht es nicht nur darum, wie sich die Brautechnik entwickelt hat und wie aus dem wässrigen Brotbier unser heutiges gehopftes Bier wurde. Ihre Geschichte des Biers ist eine weltumspannende Kulturgeschichte, eine Industriegeschichte wie auch eine Geschichte der Globalisierung. Unterwegs auf unserer Lesereise pflücken wir Bilsenkraut und lesen die Verordnung zum Reinheitsgebot, die eigentlich dazu diente, den Bierpreis festzulegen. Regionale Brautraditionen werden genauso untersucht wie die Bier-Wein-Grenze, die manchmal auch eine Nord-Süd-Grenze war. Wir besuchen Schenken und Tavernen und erleben, wie daraus unsere Biergärten und Gaststätten entstanden…

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Le Chaim! Eine Reise durch das jüdische Jahr

»Sie wollten uns töten. Wir haben gewonnen. Lasst uns essen!« So lautet angeblich das Motto vieler jüdischer Feste. Dieses Zitat genügte, um mich auf das Buch »Le Chaim! Mit Danielle Spera durch das jüdische Jahr« neugierig zu machen. Die Direktorin des Jüdischen Museums Wien erklärt die jüdischen Feiertage nicht – sie lässt uns daran teilhaben! Es ist diese persönliche Note, die das Sachbuch zu etwas ganz Besonderem macht. Natürlich wird hier die Religion erklärt. Aber vor allem funktioniert das Buch wie der Blick in die Wohnung der Nachbarn. Mit Fotos aus dem Familienalbum und Familienrezepten zeigt Danielle Sperra, wie die jüdischen Feste gefeiert und gelebt werden. Dabei hat sie ein gutes Gespür dafür, was Leser*innen wie ich mit ihrer christlich-protestantisch-atheistischen Prägung über den jüdischen Glauben und das Judentum wissen wollen. Warum bedeckt man sich beim Shabbat-Segen die Augen? Wie kommt man auf die Idee, eine Laubhütte in der Wohnung aufzubauen? Und was haben die rituellen…

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Kork. Roman über den richtige Wein im falschen Leben.

Es gibt diese Abende mit Freunden, an denen der für den Anlass vorgesehene Wein zum Essen bereits ausgetrunken wurde. Dann geht die Gastgeberin in den Keller und kommt mit einem Korb voller Einzelflaschen wieder. Während sie nachschenkt mäandern die Gespräche am Tisch von gnadenlos blödsinnig und zynisch über persönlich und berührend bis hochpolitisch und lebensklug. Genau so ein Roman ist »Kork« von Sophia Fritz und Martin Bechler – und damit ein Buch für mich. Wer einleuchtende Handlungsstränge bevorzugt, sollte jedoch die Finger davon lassen. Weder bei den Weinen, die getrunken werden, noch bei den Witzen, die gemacht werden, und schon gar nicht bei den Ereignissen im Leben der Protagonisten, gibt es eine klare Linie. Warum sollte es auch? Hätte man die Handlung gestrafft, wäre es nicht dieses Buch. Denn dann gäbe es keinen Raum für die Erörterung der Frage, welchen Wein man bei einer Alien-Invasion serviert. Bei der Weinempfehlung ist hier vor allem auf die…

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Nächstes Jahr in – Comics und Episoden des jüdischen Lebens

Die Comic-Anthologie »Nächstes Jahr in« beleuchtet Facetten jüdischen Lebens. Doch so, wie der Satz jetzt hier auf meinem Blog steht, wird er der Vielschichtigkeit der Comicsammlung nicht gerecht. Denn Facetten jüdischen Lebens bedeutet, dass mehr als der Alltag und historische Ereignisse gezeigt werden. In jeder Geschichte schwingen Hoffnungen, Träume und Wünsche mit. Der Wunsch, eines Tages anzukommen und eine Heimat zu haben. Die Träume von einem friedlichen Zusammenleben und die Hoffnung, dass der Antisemitismus verschwindet – am besten gleich jetzt. Doch dieser Comic ist nicht angetreten, Judenhass zu erklären. Und auch nicht das Judentum. Er ist eine Einladung, Lebenswelten zu entdecken. Die Gründungsgeschichte des Plattenlabels Blue Note Records. Das bewegte Leben des jüdischen Räuberhauptmanns Abraham Picard. Die Erlebnisse einer Mutter in der Gegenwart, die ihr Kind Aaron genannt hat. Frauen in der Résistance. Die Gedanken eines Leibarztes im Mittelalter, der den Sederabend nicht mit seiner Familie verbringen kann. Und doch merkt man den Comics den…

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10 Jahre Kunstverein Ladenburg – die Ausstellung zum Jubiläum

Manchmal braucht es einen Schubs, damit ich das Sehenswerte vor der Haustür aufsuche. Der »Kunstblog Mannheim« ist jemand, der mir dafür zuverlässig Impulse schenkt. Die Ausstellung »10 Jahre Kunstverein Ladenburg« habe ich dort entdeckt. Also habe ich mir meine Kunstkomplizin geschnappt und bin losgezogen. Feinstes Wetter, schöne Fahrradtour, leckerer Spargel, gute Gespräche – und eben Kunst! Könnte nicht jedes Wochenende so sein? An zwei Standorten in Ladenburg zeigt der Kunstverein Skulpturen. Die kleinen in einem leerstehenden Laden in der Altstadt. Die großen draußen in der Gärtnerei Huben. Zu sehen sind Drahtplastiken von Stefanie Welk, Betonfiguren von Gabriele Köbler, Holzskulpturen von Ulrike Gölner, bewegte Stahlplastiken von Jürgen Heinz und die kinetischen Skulpturen von Hans-Michael Kissel. Ausstellungen in Kunstvereinen haben ja immer etwas von einer Wundertüte. In den seltensten Fällen weiß ich vorher, was mich erwarten könnte. Diese hier entpuppte sich als eine richtige Gute-Laune-Show. Alle Werke faszinierten mich mit ihrer Sinnlichkeit und machten einfach Spaß. Nie…

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Advanced Selfie – die ganz hohe Kunst des Selbstporträts

Eines vorneweg: Dieses Buch ist kein Selfie-Ratgeber, in dem es um schnell aus der Hüfte geschossene Erinnerungsbilder geht. Und schon gar nicht um Selfies, bei denen noch der angeschnittene Arm oder das Handy im Spiegel zu sehen sind. Auch nicht um Schmollmund-Aufnahmen von sich selbst oder Six-Pack-Beweisfotos. Sorelle Amore macht das, wofür andere ein komplettes Foto-Studio brauchen, ganz alleine. Vor Ort, mit sich selbst als Fotomodell. Obwohl sie immer dachte, dass sie für ein Model viel zu knochig sei. Deswegen beginnt ihr Selfie-Kurs mit einer Anleitung, wie jede*r seine Schokoladenseite finden kann. Zuerst Aufnahmen vom eigenen Gesicht aus möglichst vielen unterschiedlichen Blickwinkeln machen. Danach das Procedere mit allen Körperteilen wiederholen. Aus den besten Ergebnissen eine Pose entwickeln, dann das Setting arrangieren, Bildaufbau bedenken, auf das Licht achten, sparsam mit der Deko umgehen, den Selbstauslöser per Stimme steuern – und zack, nur eine Stunde später haben wir eine Speicherkarte voll Aufnahmen, auf der sich auch das…

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Was ich gerne schon mit 20 gelesen hätte: Anarchie Deco.

Viele Jahre meines Leserinnen-Lebens habe ich mit Macho-Figuren wie dem Dunkelelfen verbracht. Abends, vor dem Einschlafen, hatte ich dann das dringende Bedürfnis, diese Geschichten umzudichten. Die Fantasy-Welten habe ich mit gescheiten, authentischen Frauen gefüllt und den Männern habe ich differenziertere Eigenschaften zugestanden, als deren Schöpfer das taten. Nur so konnte ich mich mit den Büchern wirklich wohl fühlen. Wäre ich heute noch mal 20, ich müsste das nicht mehr machen. Ich könnte einfach in Fantasy-Welten eintauchen wie jene, die Judith und Christian Vogt erschaffen – und dort bleiben. Ohne etwas ändern zu müssen. Progressive Phantastik heißt das – und ich beginne süchtig zu werden. „Anarchie Deco“ startet schon mal mit dem stärksten Buchbeginn, den ich in 2021 gelesen habe: „Gott zaubert nicht!“ hatte Einstein gesagt. Das war der Grund, warum der angesehenste lebende Physiker heute nicht eingeladen war. Es geht um Magie, die mit physikalischen Methoden ausgelöst werden kann. Wichtig dafür sind Gegensatzpaare wie Mann…

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Dystopische Fantasy: Zerrissene Erde

Wenn es auf einem Kontinent alle paar Jahrhunderte die Erde zerreißt – Erdbeben und Vulkanausbrüchen, auf die Hungersnöte und Massenfluchten folgen – wie würde sich dort die Gesellschaft entwickeln? Welche Charaktereigenschaften braucht man, um Katastrophen zu überleben? Wie muss die Siedlungsstruktur sein, wie Landwirtschaft und Vorratshaltung? Und wenn es dort, auf dieser zerrissenen Erde, Menschen geben würde, die mit mentalen Kräften Magma und Gestein beeinflussen können und so Naturkatastrophen abschwächen oder verhindern, aber auch auslösen können – welchen Staus hätten sie in dieser Gesellschaft? Spoiler: Sie sind nicht die herrschende Klasse! So könnte man das Ausgangsszenario des dystopischen Fantasy-Romans „Zerrissene Erde“ von N. K. Jemisin umschreiben. Eine bemerkenswert gründliche Rezension gibt auf dem Blog Teilzeithelden. In ihrem Fazit schreibt Heike Lindhold: „Wer sich für zeitgenössische Phantastik interessiert, kommt um N. K. Jemisin nicht herum. In Zerrissene Erde erzählt die afroamerikanische Hugo-Preisträgerin von kulturellen Traumata, zwischenmenschlicher Grausamkeit und dem Ende der Welt, ohne dabei ins Düstere…

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Bye-Bye Blähbauch

„Ich habe gepupst“ ist ein Satz, der nur dann Charme und Witz hat, wenn er von einem 5-jährigen Kind aus dem Off in eine Videokonferenz hinein gekräht wird. In allen anderen Situationen des Erwachsenenlebens sorgt er für weniger Erheiterung. Doch was tun, wenn Blähungen der tägliche Begleiter sind – sogar dann, wenn es am Tag vorher keine Käsespätzle mit einer extra Portion Zwiebeln gab? Zuallererst den kurzen Selbsttest aus „Bye-Bye Blähbauch“ machen. Anhand weniger Fragen wird hier eingekreist, wo die Blähungen überhaupt sitzen – Oberbauch oder Unterbauch – und was die mögliche Ursache sein könnte. Denn nicht immer sind die Zwiebeln schuld. Gründe für einen aufgeblähten Bauch gibt es viele. Kohlenhydrate-Unverträglichkeit oder Luft schlucken, Verstopfung oder saurer Magen, SIBO oder eine Störung des Zusammenspiels zwischen Zwerchfell und Bauch: Jede Ursache will anders behandelt werden. Gutgemeinte Tipps wie „Iss täglich einen Apfel und eine Scheibe Vollkornbrot“ oder „Nimm Probiotika!“ können helfen oder alles schlimmer machen. Tamara…

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