Selbstwert-Generator

Der Selbstwert-Generator im Einsatz Im Handumdrehen zu einem starken Selbstwert mit selbst erstellten Affirmationen.

Natürlich steckt hinter dem Selbstwert-Generator fundiertes, psychologisches Fachwissen – schließlich kommt er aus dem Carl Auer Fachverlag und wurde von Michael Bohne, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Sabine Ebersberger, Coach, Sozialwissenschaftlerin und Kunsttherapeutin entwickelt. Aber dem Spielkind in mir ist das jetzt schon mehrere Wochen schnurz. Wir bilden munter Sätze und haben Spaß mit dem, was dabei entsteht: Hundertprozentig begreife auch ich, dass ich meine Grenzen deutlich setze. Ganz spontan macht sich der Gedanke breit, dass es immer eine Alternative gibt. Höchstwahrscheinlich ist es nicht nur Kür, sondern auch meine Pflicht anzuerkennen, dass mir Erfolg und Souveränität gut stehen. Was auf diese spielerische Art entsteht, sind Affirmationen, kraftvolle Glaubenssätze aus den Bereichen positive Selbstbeziehung, Abgrenzung & Autonomie, Perfektionismus & Sicherheit sowie Erfolg. Immer drei Klappkarten bilden einen Satz, 216.000 Kombinationen sind möglich. Diese kann man einsetzen, um schwächenden Glaubenssätzen und negativen Kernüberzeugungen Paroli zu bieten und diese durch frische,…

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Patti Smith – M-Train

Die Taschenbuchausgabe von m-Train von Patti Smith im Kerzenlicht.

Manchmal gefällt ein Buch, gerade weil es nicht der Erwartungshaltung entspricht. Anscheinend hatte ich mit nach der Lektüre von just Kids ein Bild gemacht, wie Patti Smith erzählt und schreibt. Nun, M-Train ist anders. Während in just Kids noch konkrete Erlebnisse und biographische Reflexionen im Mittelpunkt stehen, ist M-Train viel mehr ein Blick ins Gemüt der Künstlerin und kommt mit erstaunlich wenig konkreter Handlung aus. Das war für mich gelinde gesagt ungewohnt und so habe ich, obwohl ich das Buch vom ersten Kapitel an großartig fand, eine Weile gebraucht, um mich darin zurechtzufinden. Bewusst wurde mir mein Fremdeln mit der Erzählweise erst gegen Ende. Da fällt ein für mich geradezu magischer Satz: Ich habe in meinem eigenen Buch gelebt. Einem Buch, das die vergangene und zukünftige Zeit festhält. Patti Smith, M-Train Wer so lebt, dem fehlt das Jetzt. Doch schreiben, kreativ sein, ist nur im Jetzt möglich. Für mich war…

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Beweg dich und dein Gehirn sagt danke!

Beweg dich und dein Gehirn sagt danke! Sachbuch.

Manchmal frage ich mich, ob ich mit dieser Art Sachbuch-Lektüre eine verborgene masochistische Ader pflege. Oder warum lese ich mehr Bücher über Bewegung, als ich mich tatsächlich bewege? Andererseits war die Lektüre alles andere als eine Qual. Gehirnforschung anschaulich dargestellt, locker erzählt und hervorragend illustriert – dieses Buch macht schlicht und einfach Spaß! Die Kernbotschaft ist schnell zusammengefasst: Bewegung hält unser Gehirn gesund. Die frohe Botschaft dabei: Damit ist nicht unbedingt Sport gemeint! Das, was unser Gehirn gesund hält, ist Ausdauerbewegung. Wie viel es davon braucht, hängt wohl eher von der persönlichen Fitness ab. Bei Senioren ist es der tägliche Spaziergang, bei jüngeren Menschen die große Runde mit dem Fahrrad. Die schlechte Nachricht dabei: Regelmäßigkeit ist wichtig. Die ganze Woche im Büro sitzen und am Wochenende Höhenmeter machen mag zwar besser als gar keine Bewegung sein, aber dieser Rhythmus ist nicht das, was unser Gehirn gerne hätte. Das bevorzugt die…

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Vincent Klink – Erinnerungen eines Kochs

Biografie: Vincent Klink Sitting Küchenbull Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs

„In den eigenen Bauch investieren“ ist kein Rat in Zeiten von Niedrigzinsen, sondern eine Lebensweisheit von Vincent Klink. Er, der dank oder wegen seines Vaters schon mit 24 Jahren sein eigenes Restaurant hatte, hat offensichtlich gründlich in seinen Bauch investiert und ist mit seiner Frau quer durch Frankreich und Italien gereist, um zu erleben, was Meisterköche servieren. Für ihn war das die Fortsetzung seiner recht kurzen Ausbildungszeit. Respekt vor Handwerkskunst und Lust, über den Tellerrand zu schauen, prägen seit dem seine Art zu kochen. „Sitting Küchenbull – Gepfefferte Erinnerungen eines Kochs“ ist ein Buch, das man nicht hungrig lesen sollte. Auch ein Glas Wasser als Getränk zum Buch passt nicht, denn es wird üppig geschlemmt und reichlich getrunken. Ansonsten gibt Vincent Klink sich große Mühe, sich selbst als toller Hecht darzustellen. Doch das nimmt man ihm sofort ab, denn seine Anekdoten sind nicht nur amüsant, sie spiegeln auch perfekt seine…

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Make „Mädchen“ great again

Riot Grrrl Revisited Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung

Mädchen war für mich immer ein guter Begriff, gerade zu ein Ehrentitel. Mädchen – das bedeutet für mich unbändige Kraft, Offenheit und Lebenslust. Als Mädchen entdecken wir die Welt und probieren aus, was wir vom Leben wollen. Wir haben die Möglichkeit, alles auszutesten: Wir können auf den Baum klettern oder ihn malen. Wir können mit den Jungs raufen oder mit ihnen die Welt verändern. Wir können alles sein, wir müssten uns nur entscheiden. Aber wir haben noch Zeit – wir müssen noch gar nichts. Als ich das erste Mal von einer Frau ermahnt wurde, weil ich mich und meine Kolleginnen als Mädels bezeichnet habe, war ich perplex. Sie wiederum war irritiert, warum mir nicht bewusst war, dass Mädchen ein Begriff ist, der erwachsene Frauen klein macht. Es folgte eine lange, bereichernde Diskussion. Seit dem passe ich auf, in welchem Kontext ich Begriffe wie Mädchen, Mädels oder Girls verwende. Interessant war,…

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50 Werkzeuge für gute Texte

Roy Peter Clark Die 50 Werkzeuge gutes Schreiben Handbuch für Autoren, Journalisten, Texter

Wie lernt man, gute Texte zu schreiben? Darüber habe ich in letzter Zeit viel mit meinen Agentur-Kolleginnen diskutiert. Talent mag die Basis sein, aber meiner Meinung nach ist texten vor allem Handwerk. Daher passt die Haltung, die ein Buchtitel wie „Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben. Handbuch für Autoren, Journalisten und Texter.“ ausdrückt, für mich perfekt. Handwerk und Werkzeuggebrauch kann man lernen. Üben, üben und noch einmal üben meint Malcolm Gladwell dazu und nennt einen Aufwand von 10.000 Stunden. Roy Peter Clarke wird dem sicherlich nicht widersprechen: Er liefert in seinem Buch jede Menge Übungsaufgaben gleich mit. Die ich, wie das meistens bei mir der Fall ist, weitesgehend ignoriere. Ich gehe mit seinen Tipps lieber gleich in die Praxis und arbeite direkt an meinen Blog-Beiträgen, SEO-Texten, Klappentexten, Pressemeldungen und allem, was ich sonst noch schreibe. Denn das ist für mich das Tolle an dem Buch: Diese Tipps sind universell einsetzbar…

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Sturzprophylaxe? So alt bin ich doch noch nicht!

Warum greift jemand wie ich, noch fit und beweglich, zu einem Buch, das sich mit Gleichgewichtsübungen im Alltag befasst und sich eher an Senioren richtet? Bei mir waren es gleich zwei Gründe – Alltagsbewegung und Sturzprophylaxe – wenn auch mit sehr unterschiedlichen Geschichten dahinter, die ich beide erzählen möchte. Eines vorneweg: Ich habe „Besser in Balance – Einfache Gleichgewichtsübungen im Alltag“ mit viel Gewinn gelesen. Bequemlichkeit und Bewegungsarmut im Alltag Durch meinen Wechsel vom Einzelhandel in einen Bürojob habe ich gelernt, wie schnell ein Mensch sich in einem neuen, bequemeren Leben einrichten kann. Bewegungen wie in die Hocke gehen, die früher zum Berufsalltag gehörten, waren auf einmal nicht mehr notwendig. Bald knackste das Knie, die Gelenke wurden steif. Unglaublich, wie schnell so etwas passiert! Noch erschreckender fand ich, wie leicht ich das mit einem Schulterzucken abtat – ist halt so, das Alter, ich werde auch nicht jünger. Seit dieser Erkenntnis…

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Die wahre Geschichte der Popmusik

Für die gut 200 Seiten von „On the wild side – die wahre Geschichte der Popmusik“ habe ich Wochen gebraucht, weil ich ständig unterbrechen musste, um Musik zu hören. Ich glaube, ein größeres Kompliment kann ich Buch und Autor kaum machen. Schon alleine der Anhang ist den Preis des Buches wert: Eine Auswahl stilbildender LPs von 1966 bis 2004, die Martin Büsser jeweils mit einem prägnanten Satz beschreibt. Big Black – Songs about Fucking Provokantes, musikalisch wegweisendes Album des späteren Starproduzenten Steve Albini: sägende Gitarren zu wummernder Drumbox zwischen Post-Punk und Prä-Techno. Martin Büsser: On the wild side. Die wahre Geschichte der Popmusik Oder das hier: The The – Soul Mining Vielleicht die einzige Band, der es gelang, den Blues im Wave-Kontext auferstehen zu lassen. Martin Büsser: On the wild side. Die wahre Geschichte der Popmusik Kein Wunder, dass ich ständig seinen Analysen hinterher hören musste! Doch in diesem Buch…

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Alles nur Fassade – Architektur deuten lernen

Natürlich ist es schön, sich einfach so durch eine Stadt treiben zu lassen. Laufen, atmen, schauen. Das genügt völlig. Eigentlich. Noch schöner finde ich es aber, sich durch eine Stadt treiben lassen, den Blick zu öffnen und nach Strukturen Ausschau zu halten. In Berlin fasziniert mich zum Beispiel jedes Mal der Rhythmus der Stadtviertel: Wohngebiet, Park, Häuser aus unterschiedlichen Jahrzehnten und dann, wenn es wieder mehr Läden gibt, kann die nächste U-Bahn-Station nicht mehr weit sein. Mit einher gehen Geschichten voller Leben, die sich in den Straßen einer Stadt widerspiegeln. Architektur erzählt ebenfalls Geschichten über die Stadt und die Menschen. Man muss sie nur lesen können. »Alles nur Fassade?« Ist ein Wörterbuch für solche Geschichten. Schau dir die Fenster an – Architektur deuten lernen Die Fassade ist bei Stadtspaziergängen das, was wir auf jeden Fall erblicken können. Wenn wir denn hinschauen. Einem Jugendstilgebäude fällt es leicht, unseren Blick auf sich…

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Patti Smith. Godmother – ja. Großmutter? No way!

Wenn Patti Smith die Großmutter des Punks ist, warum finde ich dann so wenig Spuren dieser mütterlichen Linie im Punk? Weil bereits das Bild der Großmutter, das sicherlich ein Ehrentitel sein soll, falsch ist. Nur weil eine großartige Künstlerin ergraut ist und auf ein reiches Leben zurückschauen kann, ist sie noch lange keine Großmutter. Die Wortwahl verrät mehr darüber, wie wenig Bezeichnungen wir für Frauen jenseits des gebärfähigen Alters haben, als über die Künstlerin selbst. Das ist der eine Grund, warum mich der in der deutschen Presse verwendete Begriff Großmutter des Punks auf die Palme bringt. Es gibt noch zwei weitere Gründe. Punk und ich – warum nur dauerte es so lange, bis ich die Frauen sah? Punk, das war für mich zuerst nur laute, ungestüme Musik. Sie kam über das Radio, über die BBC Charts. Zum Ehrenkodex der Radiomoderatoren gehörte es, alle Neueinsteiger der Charts zu präsentieren. Singles, die…

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Fein. Ruhig. Wohltuend. Ein Monat auf dem Land.

Ein Monat auf dem Land – der Buchtitel könnte in die Irre führen. Daher eines vorneweg: Das hier ist kein britischer Landhauskitsch. Ganz im Gegenteil. „Ein Monat auf dem Land“ von J.L. Carr ist etwas ganz anderes: Es ist fein. Ruhig. Wohltuend. Es erzählt von der unglaublichen Fähigkeit des Menschen, wieder ganz zu werden. Sich zu heilen. Sogar dann, wenn er die Schrecken der Schützengräben überlebt hat und nur der Körper heil blieb. Alles, was er zur Genesung braucht, ist Ruhe. Eine sinnvolle, schöpferische Tätigkeit mit den Händen. Die Kraft der Natur. Und die Aussicht, das Liebe möglich sein könnte. All das gibt es für den, der bereit ist zu finden, im August auf dem Land reichlich. Doch die Liebe, sie muss nicht Wirklichkeit werden. Das ist nicht nötig. Die Ahnung, dass sie existiert, genügt. Am Ende zieht jeder seiner Wege. Eines Tages, an einem anderen Ort, wird alles zueinander…

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Scharnow. Der Rhythmus, bei dem ich mit muss

Bela B. - Scharnow. Roman.

Ist es möglich, über Scharnow von Bela B. Felsenheimer zu schreiben, ohne Querverbindungen zur Band Die Ärzte zu knüpfen? Ich will es versuchen. Schön schräg. Das wäre ein umfassendes Fazit, damit wäre eigentlich alles über den Roman gesagt. Aber selbst für meine Verhältnisse wäre das etwas knapp und kürzer als ein Punk-Song wäre es auch. Gut, dann eben mehr. Was mir an Scharnow richtig gut gefallen hat, war der Blick auf die Menschen. Jede Figur hätte man auch als komplett gescheiterte Existenz zeichnen können. Aber sie dürfen ihre Würde behalten und jeder von ihnen ist zur Veränderung fähig. Deswegen besteht Hoffnung, immer und überall und für jeden in Scharnow. Letztlich kommt es im Leben darauf an, das Herz am rechten Fleck zu haben und dementsprechend zu handeln. Den Liebenden fällt das leichter, die anderen brauchen Schockmomente. Davon gibt es in Scharnow genug. Die wenigsten davon sind subtil. Ich hätte den…

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