Suchergebnisse für: bernhard kegel

Stadtwildpflanzen. 52 Ausflüge in die urbane Pflanzenwelt

Knöterich, Berufkraut, Platane. Was haben diese drei Pflanzen gemeinsam? Sie sind alle drei recht zuverlässig in europäischen Städten anzutreffen. Sie sind Stadtwildpflanzen und Autor Jonas Frei bringt sie uns in 52 Ausflügen nahe. Damit schickt er uns vor unsere Haustür und lädt uns ein, dort genau hinzuschauen. Nur das Buch können wir nicht mitnehmen, denn der wunderschön gestaltete, gut 300 Seiten starke Bildband hat zwar mit 14.8 cm x 21 cm ein kompaktes Format, wiegt jedoch fast ein Kilo. Aber wer die Hände frei hat, kann besser schauen! Urbane Pflanzenwelt: Wildpflanzen, die unsere Städte erobern Und es gibt viel zu entdecken. Die Stadt als Naturraum – das klingt zunächst paradox. Doch Jonas Frei, Landschaftsarchitekt und Stadtökologe aus Zürich, zeigt, dass gerade urbane Räume zu überraschend vielfältigen Lebensräumen geworden sind. Während Wildpflanzen im intensiv bewirtschafteten Umland verdrängt werden, finden sie in Asphaltfugen, auf Baubrachen und entlang von Bahntrassen neue Nischen. Das…

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Von Spinnen und Menschen. Eine verwobene Beziehung

Ich mag Spinnen. Als Kind konnte ich tote Spinnen anfassen und lebende Spinnen über meine Hand laufen lassen. Ein wenig ging mir das verloren. Heute zögere ich und bedauere das gleichzeitig sehr.Der Autor Jan Mohnhaupt schreibt über beide Seiten, über die Lebensweise der Arachniden und über unseren Blick auf diese Tiere. Biologie und Kulturgeschichte gehören für ihn zusammen. Verbunden wird beides durch die Faszination, die Spinnen ausüben. Denn wirklich neutral verhält sich kaum ein Mensch bei diesem Thema. Die Spinne, die fast bei uns wohnte Die erste Spinne, die ich bewusst über einen längeren Zeitraum beobachtet habe, hatte ein Netz vor unserem Küchenfenster. Meine Mutter entschied, dass sie bleiben darf. Wir nannten sie Thekla, nach der Spinne aus der Zeichentrickserie Biene Maja, und freuten uns über jede Stechmücke, die sich im Spinnenetz verfing. In meiner Erinnerung wohnte Thekla lange bei uns. Aber wahrscheinlich gab es viele Theklas und dadurch deutlich…

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Mit Pflanzen die Welt retten. Grüne Lösungen gegen den Klimawandel

Jeder Baum hilft. Dann lasst uns doch einfach so viele Bäume pflanzen, dass wir damit den Klimawandel stoppen. Oder Moore renaturieren. Wenn wir schon mal dabei sind, dann können wir ja gleich mit Pflanzen die Welt retten. Irgendjemand muss es ja tun. Also los, Spaten schnappen, Loch buddeln, Baum rein. Doch ökologische Systeme sind komplizierter, als ich es in der Schule gelernt habe. Nicht nur, dass meist nur ein Bruchteil der Neupflanzungen nach drei Jahren immer noch leben: In nördlichen Ländern verdunkeln neu gepflanzte Wälder die Erdoberfläche. Dadurch werden weniger Sonnenstrahlen zurück ins All reflektiert, was zu Erwärmung führt. Nach gut 200 Seiten Lektüre ist klar: wichtiger als jede Renaturierung ist erst einmal, das, was an Natur noch da ist, zu erhalten. Diese Maßnahmen schützen uns jetzt. Sie helfen, Folgen des Klimawandels abzufedern, und verhindern, dass die Erderwärmung in diesem Tempo fortschreitet. An zweiter Stelle steht, das, was wir zerstört…

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Die Natur der Zukunft – wie wird sie aussehen?

In der Natur der Zukunft zählt der Kuckuck zu den Verlierern. Als Zugvogel orientiert er sich an den Taglängen. Doch was sich Jahrhunderte lang bewährt hat, wird im Klimawandel zum Problem. Wenn der Kuckuck jetzt aus dem Winterquartier zurückkommt, brüten seine Wirtsvögel schon längst und er kann ihnen keine Eier mehr unterschieben. Denn die Vögel, die hier überwintern, orientieren sich am Nahrungsangebot. Milde Winter bringen es mit sich, dass es früher Insekten gibt, mit denen man die Jungen füttern kann. Also wird eher gebrütet! Das ist noch ein relativ einfaches Beispiel für die Verwicklungen, die ein sich erwärmendes Klima mit sich bringt. Doch egal, wie komplex die Sachlage ist: Bernhard Kegel erklärt alles. Wirklich alles. Seine spezielle Mischung aus Storytelling, eigenen Beobachtungen und wissenschaftlichen Studien sorgt dabei nicht nur für Anschaulichkeit. Bernhard Kegels Sachbücher sind spannend und erzeugen einen Lesefluss, bei dem manch ein Roman nicht mithalten kann. Ein klein…

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Ausgestorben, um zu bleiben – Dinosaurier

T. Rex mit bunten Federn.

Fragt man heute einen Studenten, wie denn der T. Rex ausgesehen hat, und ob er mal einen zeichnen könnte, wird das Ergebnis höchstwahrscheinlich nicht so aussehen, wie der Dinosaurier auf dem Bild links. Wahrscheinlich ist der Dino näher an dem, was Jurassic Park uns zeigte. Oder sogar näher an den Dinosauriern, die die Comics unserer Kindheit bevölkerten, oder an den Plüschgesellen, die sich das Kinderzimmer mit uns teilten. Die Kinderbücher sind nicht schuld. Was ist Was und Co. geben schon längst alle den aktuellen Stand der Forschung wieder. Trotzdem bleibt der Dino in unserem Kopf eine große, schuppige, grün-braune Echse. Dabei war er wohl eher ein bunter Vogel. Das Rotkehlchen, ein heimlicher T. Rex Was ich in meiner Schulzeit über die Urzeit gelernt habe, hat sich mittlerweile alles als falsch herausgestellt. Die nächsten Verwandten der Dinosaurier sind die Vögel, nicht die Krokodile. Fossilien aus China belegen, dass Dinosaurier Federn hatten.…

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Sachbücher & Ratgeber – meine 11 Antworten und 11 Buchempfehlungen

Sachbücher & Ratgeber - 11 Fragen und 11 Buchempfehlungen - Blogstöckchen

Zum Welttag des Buches habe ich das Blogstöckchen Sachbücher & Ratgeber – 11 Fragen und 11 Buchempfehlungen in die Luft geworfen. Hier sind meine Antworten: Was macht ein gutes Sachbuch oder einen guten Ratgeber aus? Wenn ich es mag, dann war es ein gutes Buch und ich mag ein Buch dann, wenn es ein gutes Thema hat, gut geschrieben und gut gemacht ist. Ganz einfach, oder? Wie wichtig sind Dir Illustrationen? Ja, nein, weiß nicht. Was ich nicht ausstehen kann ist das Bebildern um der Buntheit und der Auflockerung willen, wie es in vielen Ratgebern gemacht wird. Vor allen Dingen dann, wenn dafür Stock-Fotos verwendet werden! Bilder sollten genau wie Text behandelt werden: wenn es dem Buch keinen Mehrwert hinzu fügt, den Text nicht verständlicher macht, dann sollte man das Bild weglassen bzw. die Textpassage streichen! Was ich aber sehr zu schätzen weiß, ist das gut gemachte Buch. Gut gemacht eben…

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Epigenetik – da sieht mein Schulwissen alt aus

Epigenetik - Sachbuch Rezension

Das, was ich in der Schule über die DNA und Vererbung gelernt habe, stimmt nicht mehr. Es ist aber auch nicht richtig falsch. Das Wunder des Lebens ist schlicht und einfacher wesentlich komplexer und flexibler als uns das damals beigebracht wurde. So ließ mich das Buch „Epigenetik. Wie unsere Erfahrungen vererbt werden“ vor allen Dingen mit einer Frage zurück: Was von all dem Schulwissen, das ich mir in den Jahren von 1974 bis 1987 angeeignet habe, stimmt noch und was ist überaltert? Cholesterin aus Eiern ist nicht ungesund, die DDR gibt es nicht mehr, die DNA ist nicht Alleinherrscherin über meinen Phänotyp und Mutationen sind nicht der einzige Weg, auf dem Veränderungen im Leben erscheinen können. Das ist mehr als faszinierend. Auch dieses Buch von Bernhard Kegel ist wieder gut zu lesen – vorausgesetzt, man muss es nicht mitten im Kapitel zur Seite legen, weil die Eltern anrufen, deren Gene vielleicht…

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Meine Mikroben und ich – ein Holobiont

Die Herrscher der Welt: Mikroben - Sachbuch

Holobiont. Wichtiges Wort. Vor der Lektüre von Bernhard Kegels neuem Buch „Die Herrscher der Welt. Wie Mikroben unser Leben bestimmen.“ kannte ich das Wort Holobiont (Definition folgt am Ende der Buch-Rezension) noch nicht. Jetzt werde ich es sicherlich nicht mehr vergessen. Holobiont – ich bin viele und nur miteinander können wir überleben. Was wäre ich ohne meine Darm-Mikroben? Unterernährt ist eine durchaus zutreffende Antwort, denn die Mikroben spalten für sich und für mich Nahrungsmittel auf. Ich könnte diese speziellen Nährstoffe sonst nur schlecht verwerten. Und was wären meine Darm-Mikroben ohne mich? Auf jeden Fall heimatlos und hektisch darum bemüht, irgendwo anders für sich diese Nährstoffe zu finden, die es in meinen Eingeweiden im Überfluss gibt. Wir profitieren voneinander – zumindest so lange, wie sich alles im Gleichgewicht befindet. So viel sei schon mal verraten: weder einseitige Ernährung noch Antibiotika fördern das Gleichgewicht. Er fragte sie (die Forscher), was sie selbst in…

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Tiere in der Stadt – Von Füchsen und Parasiten

Tiere in der Stadt Sachbuch von Bernhard Kegel

Der Fuchs, der Euch auf dem Buchcover entgegen läuft, begegnet dem Leser erst gegen Ende des Buches. Bernhard Kegel weiß, wie man eine gute Geschichte aufbaut. Er weiß, dass auch ein Sachbuch über Tiere in der Stadt einen Spannungsbogen braucht und deswegen zögert er die Begegnung mit Fuchs, Waschbär & Co bis zum Schluss hinaus. Vorher berichtet er über kleinere und ungeliebtere Tiere, die sich den Lebensraum mit den Menschen teilen. Parasiten zum Beispiel. Noch früher erzählt er von Tierkolonien. Viele Individuen auf engem Raum, Stress, Lärm, schlechte hygienische Verhältnisse – Tierkolonien und menschliche Städte haben vieles gemeinsam. Parasiten zum Beispiel. Tiere in der Stadt – ein heilloses Durcheinander? Stadtnatur ist vielseitig. Sie besteht aus mehr Individuen als nur aus Spatzen und Amseln, aber auch aus mehr als nur Ratten und Bettwanzen. Zur Stadtnatur gehören die Brennesseln auf den Brachen, sich schnell verbreitende Götterbäume, Graureiher und Störche im Stadtpark und sehr…

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Die Ameise als Tramp

Die Ameise als Tramp - Sachbuch

Der Fall schien eindeutig. Hunderte von toten Hummeln unter der Silberlinde konnten nur eines bedeuten: der Baum war schuld! Als Beweis genügte, dass der Baum nicht einheimisch war. Er kam vom Balkan. Die Silberlinde ist ein Neophyt, eine ursprünglich nicht einheimische Art, und damit ein Mitglied der gleichen üblen Gang wie der Riesen-Bärenklau. Offensichtlich war die Silberlinde ein großer Feind der einheimischen Hummeln – so, wie der Riesenbärenklau ein großer Feind der Allergiker ist. 1993 meldete die Stadt Bielefeld, dass alle Silberlinden gefällt wurden. Die Ameise als Tramp – der Bärenklau als Wegelagerer Neophyten und Neozoen bereichern unsere direkte Umwelt. So ziemlich jeder, der aus seiner Stadtwohnung ins Grüne schaut, wird mindestens eine ursprünglich nicht einheimische Art sehen: Rosskastanie, Robinie, Forsythie und vielleicht auch einen Halsbandsittich. Hübsch und bereichernd, oder? Schwierig wird die Lage dann, wenn die Arten invasiv werden und einheimische Arten verdrängen. Vielleicht verjagt der Halsbandsittich andere Höhlenbrüter, die…

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Welt retten für Einsteiger

Und jetzt retten wir die Welt - Sachbuch

Einfach irgendwo anfangen und dann nicht mit dem weitermachen aufhören: Welt retten beginnt mit dem ersten Schritt, egal wie klein dieser einem erscheinen mag. Die Auswahl an kleinen Schritten ist groß in diesem Buch und die Autoren vermitteln einem das gute Gefühl, dass kleine Schritte völlig ok sind. Jedes Kapitel widmet sich einem Lebensbereich: innere Haltung, Körper, Essen, Klamotten, Nachbarn, Mobilität, Arbeit, Konsum, Politik, Geld, Kultur – da findet jeder etwas, wo er selbst für sich ansetzen kann. Zwischendurch werden immer wieder Menschen vorgestellt, die Vorbild sein können. Darunter mehr Alltagshelden als große Helden. Jeder von Ihnen hat irgendwann mal einfach irgendwo angefangen. Dann kam eines zum anderen und die Projekte wurden größer. So geht Veränderung. Veränderung kann Angst machen. Veränderung kann als zu groß, als nicht machbar erscheinen. Deswegen gibt es zu jedem Thema Vorschläge, wie man mit allerkleinsten, einfach umsetzbaren Schritten beginnen kann. Damit die Veränderung weitergeht, wird…

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