• GeschichtenAgentin - Buch-Blog und Lese-Tagebuch. Sachbücher und Ratgeber, Fantasy und Romane, Backlist und Neuerscheinungen – ich lese immer viele Bücher gleichzeitig. Dazu schreibe ich keine klassischen Rezensionen, sondern erzähle, was Bücher mit mir machen: persönlich und ehrlich, aus Leserinnen-Sicht und mit einem Blick auf die Buchbranche. Denn ich war Buchhändlerin und bin es tief im Herzen geblieben. Wenn ich nicht gerade lese oder blogge, bin ich in Museen unterwegs oder in der Pfalz und draußen im Wald – auch darüber schreibe ich. Stöber durch meine Rezensionen und Buchtipps, denn vielleicht ist dein nächstes Lieblingsbuch dabei!

Tut verlinken eigentlich weh?

In love with a blogger oder die Sache mit dem verlinken

Ich verlinke gerne und großzügig. Weil ich nicht möchte, dass das Internet eine einzige große Shopping-Mall ist, verlinke ich nicht nur auf empfehlenswerte Buchhandlungen wie Schmitz Junior und die Schiller Buchhandlung (Update 2025: mittlerweile geschlossen), sondern auch auf die Webseiten von Autoren, Übersetzern und Illustratoren, auf weiterführende Artikel im Internet und auch auf Rezensionen auf anderen Blogs. An meinen Statistiken sehe ich, dass meine Leser diesen Service gerne nutzen. Logisch: Links machen ja den besonderen Reiz des Internets aus. Von Artikel zu Artikel springen, hier eine Info, dort ein Meinungsschnipsel einsammeln – das ist unterhaltsam, inspirierend und informativ. Das wüssten die Leser auch auf den Seiten der Verlage, Autoren und Illustratoren zu schätzen, wenn – ja wenn – dort ein Link wäre. Doch bis auf wenige löbliche Ausnahmen fehlt der meist. Warum eigentlich? Tut verlinken weh? Verlinken als Dank Zu jeder Buch-Rezension gehören für mich mindestens zwei Links auf den Verlag; einer auf die Startseite und…

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Wer ist nur diese Alice? 101 Fragen der Popmusik

101 Fragen der Popmusik Who is Alice

Guter Grund für mich, das Büchlein „Who the fuck is Alice?“ zu lieben, ist, dass ein Song meiner Lieblingsband enthalten ist. Can i get in your pants? verleitet die Autoren Evelyn Peternel und Andreas R. Peternell zu einem kleinen Exkurs über die Geschichte der Damenunterhose. Das geht erstens genau haarscharf am Thema des Songs der Cramps vorbei und zeigt zweitens prima, wie das Buch funktioniert. Die Frage des Songs wird nur als Ausgangspunkt für eigene Querdenkereien genommen. Und wie das bei Querdenkereien so ist, kann der Leser dem mal ganz großartig folgen und manchmal überhaupt nicht. So hat sich mir der Gedankensprung von Alles klar Herr Kommissar? zur Entstehungsgeschichte des SOS nicht wirklich erschlossen. Genau mein Humor war hingegen die Frage Das soll ich sein?, die Blumfeld stellen, mit dem Bilderbuch „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe zu beantworten. Großes Musical ist es auch Was hat Dich nur so ruiniert? mit wahren Geschichten…

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Achtsam durch den Tag – 53 Übungen

Achtsam durch den Tag - Ratgeber mit 53 Übungen

Warum liest Du eigentlich schon wieder ein Buch zum Thema Achtsamkeit? war die durchaus berechtigte Frage einer lieben Freundin. Drauf gibt es zwei Antworten. Erstens bedeutet Achtsamkeit lebenslanges Üben. Da ist es von Vorteil, sein Wissen immer mal wieder aufzufrischen und sich neue Anregungen und Impulse zu besorgen. Zweitens ist dieses Buch anders, ganz anders als alle Achtsamkeitsratgeber, die ich bisher gelesen habe. Wie bringe ich, jetzt, da ich weiß wie ich auf meinen Atem und meine Körperwahrnehmungen achten kann, Achtsamkeit in meinen Alltag? Wann ist der passende Moment, meinen Atem zu beobachten? Und vor allen Dingen: was habe ich davon? Genau hier setzt das Buch „Achtsam durch den Tag“ an. Die Übungen bestehen meist aus minimalen Verhaltensänderungen, die eine kleine Irritation auslösen. Dieser kleine Moment genügt. Etwas im gewohnten Ablauf ist anders und schon achte ich mehr als sonst auf das, was ich tue. Möglichkeiten dafür bietet unser Alltag reichlich: nicht gleich ans Telefon…

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Epigenetik – da sieht mein Schulwissen alt aus

Epigenetik - Sachbuch Rezension

Das, was ich in der Schule über die DNA und Vererbung gelernt habe, stimmt nicht mehr. Es ist aber auch nicht richtig falsch. Das Wunder des Lebens ist schlicht und einfacher wesentlich komplexer und flexibler als uns das damals beigebracht wurde. So ließ mich das Buch „Epigenetik. Wie unsere Erfahrungen vererbt werden“ vor allen Dingen mit einer Frage zurück: Was von all dem Schulwissen, das ich mir in den Jahren von 1974 bis 1987 angeeignet habe, stimmt noch und was ist überaltert? Cholesterin aus Eiern ist nicht ungesund, die DDR gibt es nicht mehr, die DNA ist nicht Alleinherrscherin über meinen Phänotyp und Mutationen sind nicht der einzige Weg, auf dem Veränderungen im Leben erscheinen können. Das ist mehr als faszinierend. Auch dieses Buch von Bernhard Kegel ist wieder gut zu lesen – vorausgesetzt, man muss es nicht mitten im Kapitel zur Seite legen, weil die Eltern anrufen, deren Gene vielleicht gar nicht so viel Bedeutung…

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Kein Steinzeit-Disneyland: Zu Besuch in Lascaux II

T-Shirt Lascaux

Ich war skeptisch. Die Originalhöhle von Lascaux musste geschlossen werden, weil die vielen Besucher den prähistorischen Zeichnungen geschadet haben. Deswegen wurde die Höhle von Lascaux eins zu eins nachgebaut. Aus Beton. Was das dann wohl sein mag – ein Steinzeit-Disneyland? Eine Betonwüste? Doch die Umschreibung „Nachbau aus Beton“ führt in die Irre. Lascaux fühlt sich sehr lebendig an. Das hat meines Erachtens zwei Gründe: die ungeheure Genauigkeit des Nachbaus und die Art und Weise, wie die Bilder an die Wand gebracht wurden. In Lascaux wurde nicht einfach eine Höhle aus Spritzbeton hingestellt. Vielmehr wurde die Originalhöhle millimetergenau vermessen und nachmodelliert. Der enge Durchgang zwischen den beiden Höhlenkammern ist auch in Lascaux II ein sehr enger Durchgang. Lediglich der Boden ist ein stolperfreier Turnhallenboden, das ist aber auch das einzige Zugeständnis an moderne Bequemlichkeitsbedürfnisse. Graffiti mit Röhrenknochen – Künstler in der Steinzeit Die Bilder wurden auch nicht mit einer modernen Projektionstechnik an die Wand gebracht. Ganz im Gegenteil:…

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Bilderbücher für Erwachsene oder vom Vorteil, zwei Blogs zu betreiben

Buchtipps vom Buchkind

Manchmal begegnen mir, wenn ich in meiner Blog-Identität als Buchkind unterwegs bin, Bilderbücher, die nicht so recht auf den Kinderbuch-Blog wollen. Das sind meist sehr schön illustrierte Bücher, bei denen mir aber die Geschichte zu wenig im kindlichen Erleben verwurzelt ist. Doch manche dieser Bilderbuch-Schätzchen gehen mir trotzdem nicht aus dem Kopf, denn sie besitzen einen Zauber, eine magische Verbindung von Illustration und Geschichte. Sie verdienen also auf jeden Fall eine Rezension – aber lieber unter einer Rubrik namens „Bilderbücher für Erwachsene„. Grundsätzlich ist mein Vertrauen in die Fähigkeit von Kindern, sich auf Geschichten aller Art einzulassen und sie für sich passend zu adaptieren, sehr groß. Es liegt also nicht an den Kindern – denn es liegt nie an den Kindern – das ich bei diesen Bilderbüchern unsicher bin, wie ich sie besprechen soll. Ich kann mir bei diesen Bilderbuch-Schätzchen nicht so recht vorstellen, auf welchen Wegen sich Kinder dem Buch nähern. Ich kann es…

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Wo seid ihr? Buch-Blogs für Sachbücher und Ratgeber gesucht

Lost - GeschichtenAgentin sucht Blogger Bewusstes Leben

Manchmal, aber nur manchmal, fühlt sich die GeschichtenAgentin sehr, sehr einsam. Umgeben von vielen Buch-Blogger*innen, die ganz wunderbar über Fantasy, All-Age-Romane, Krimis oder „echte“ Literatur schreiben, steht sie still da und grübelt. Und beginnt zu suchen. Welcher Blogger hat denn noch „Die Kuh, die weinte“ verrissen … ähem … rezensiert? Berichtet nicht noch jemand über DAS ultimative Yoga-Buch, das ihn seit Jahren begleitet? Wer hat versucht, Übungen aus Achtsamkeits-Ratgebern umzusetzen und bloggt genauso ehrlich über seine Erfolge wie über sein Scheitern? Es muss mehr von Euch geben als ich bisher gefunden habe! Oder lest Ihr wirklich alle nur Romane, keine Sachbücher und keine Ratgeber? Bewusster Leben, Ratgeber, Sachbücher – wer bloggt über Bücher zu diesen Themen? Warum über Sachbücher und Ratgeber bloggen eine persönliche Angelegenheit ist Nichts gegen Romane. Sie sind schön, machen Spaß und wenn sie klug sind, beschäftigen sie auch das Hirn und erweitern den Horizont. Doch es gibt Roman-Lese-Tage und Sachbuch-Lese-Tage. Bei mir überwiegt…

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Auf einmal war Mannheim cool: Schwefel

LP-Cover der Band Schwefel aus Mannheim

Natürlich war Mannheim in den 80er Jahren für mich langweilig. Die Stadt war unschuldig. Ich war ein Teenager und wusste es nicht besser. Die Tatsache, dass ich heute immer noch in Mannheim lebe, zeigt, dass sich meine Haltung zu meiner Heimatstadt geändert hat. Ich kann auch genau den Abend benennen, an dem sich mein Mannheim-Bild zu verändern begann. Wie so vieles, was für mich wirklich wichtig war und blieb, fand auch dieses Ereignis im Cafe Old Vienna statt. Das Lokal ist Geschichte. Seine Reinkarnation nach dem Abriss des Gebäudes, das New Vienna, habe ich deswegen nie betreten. Wahrscheinlich hatte ich mir dieses Konzert im Old Vienna, das mein Mannheim-Bild änderte, nicht bewusst rausgesucht. Entweder war ich sowieso schon seit dem Nachmittag dort und blieb einfach. Oder ein guter Freund empfahl mir die Band eindringlichst*. An dem Abend, irgendwann in den 80er Jahren, trat im Old Vienna die Band Schwefel auf. Musik aus Mannheim, auf der Höhe…

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Mein Lieblings-Leseplatz

Mein alter Schaukelstuhl schmollt. Jahrelang war er mein zweitliebster Leseplatz. Klar, der liebste Leseplatz ist und bleibt das Bett. Da kommt er nicht ran. Mit der Konkurrenz der Gartenleseplätze konnte er mithalten. Diese punkten vor allen Dingen im Sommer, wenn wir denn mal Sommer haben. Der Schaukelstuhl hingegen lockt ganzjährig mit Nachmittagssonne und wunderschönem Abendlicht. Außerdem verbindet uns eine lange Geschichte. Es gibt ein Foto, aufgenommen um 1970: ich sitze auf den Knien meines Vaters und wir schaukeln – eben auf diesem Schaukelstuhl. Die Polster gibt es nicht mehr, heute liegt eine Sammlung an Decken und Kissen auf seiner Sitzfläche. Doch jetzt kam sie. Und sie hat ihn mitgebracht. Und nichts ist mehr, wie es war. Schuld daran ist Bett & Couch in Handschuhsheim. Schuld daran ist auch meine Entschlussfreudigkeit. Losziehen, um einen Sitzsack probezusitzen und nebenbei die perfekte Couch zu finden und zu bestellen – kann ich. Der Sitzsack hat sich als hungriger Geselle rausgestellt:…

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Amakuna-Saga: „Tochter des Drachenbaums“ und „Das Panama-Erbe“

Tochter des Drachenbaums – Amakuna-Saga Band 1 Eindeutig: das Wetter beeinflusst meine Auswahl an Lektüre. Schwergewichtige Sachbücher bleiben jetzt erst einmal liegen, denn Sommerzeit ist bei mir Schmökerzeit. „Tochter des Drachenbaums“ passt für mich perfekt zu diesen Temperaturen und zu meinem Urlaub im Süden. Die Insel La Palma und das alte Volk der Guanchen spielen eine wichtige Rolle in Susanne Aerneckes Schmöker. Die Ureinwohner der Kanaren kannten einen psychoaktiven, heilkräftigen Pilz, den sie aus gutem Grund geheim hielten. Die spanischen Eroberer wären für dessen Wirkung noch nicht reif gewesen, denn zu sehr bestimmte Machtstreben und Gier ihr Handeln. Doch wie würde das heute aussehen? Wer den Pilz einmal eingenommen hat, dessen Seele ist für immer mit allen verbunden, die die gleiche Erfahrung machen durften. So springt die Geschichte aus der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück und jede neue Figur ist zugleich ein alter Bekannter. Werden sich die Protagonisten diesmal anders entscheiden als in einem…

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Der Gesang des Windes – Rezension

Gesang des Windes - spiritueller Roman

Ein kluger alter Mann und ein leidenschaftlicher Jungspund gemeinsam auf der Suche nach den verborgenen Geheimnissen des Lebens und der Liebe, angesiedelt in einer unbestimmt orientalischen Atmosphäre, vollgespickt mit schönen und schlauen Sätzen, die hängenbleiben – so könnte ich „Der Gesang des Windes“ von Jill A. Moebius umschreiben. Jill A. Moebius schreibt über das, was allen spirituellen Pfaden gemeinsam ist. Diese Stärke des Buches war für mich jedoch auch gleichzeitig seine Schwäche. Ihr Roman spielt in einer Welt, die von allen religiösen und spirituellen Traditionen Farbe und Atmosphäre erhalten hat. Der Hirte Omar gehört zu einem nomadisch lebenden Wüstenvolk, kennt aber auch Städte und Dörfer und streift durch die Berge und bewaldete Flußtäler. Die Übungen und Meditationen, die sein Meister lehrt, enthalten genauso Sufi-Elemente wie Spuren von Yoga und anderen Traditionen. Durch dieses Mosaik bekommt die Lehre zwar einen universellen Charakter, bleibt aber für mich an manchen Stellen etwas diffus. Mein Leserherz hätte sich manchmal eine…

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Buchs – es kommt darauf an, was man daraus macht: Jardin Eyrignac

Jardin Eyrignac Schattenplatz mit Sichtachse

Kann sich noch jemand an den alten Werbespruch der Zement­wirtschaft erinnern? „Beton – es kommt darauf an, was man daraus macht.“ Buchs war für mich immer so etwas wie der Beton im Garten. Ein williger Werkstoff, der genau zeigt, was der Gärtner alles nicht kann und was der Standort des Gartens alles nicht hergibt. Die Gärtner aus dem Jardin Eyrignac hingegen zeigen, was jenseits des Reihenhausgartens mit Buchs alles möglich ist: Formschnitt in Vollendung. Prachtvolle umrandete Wege, Sichtachsen, die den Blick lenken, lauschige Ecken, Umrahmungen für üppig blühende Beete, geheime Gartenzimmer, schattige Plätze und von der Sonne beschienen Plätze. Dieser Garten bietet einfach alles, was mit Buchs möglich ist und das in einer Formvollendung, wie ich sie noch nirgendswo gesehen habe. Auch in Großbritannien nicht. Im Jardin Eyrignac gibt es kein welkes Blatt, keine zerzaustes Ästchen, keinen krummen Zweig. Nur Perfektion. Und freies WLAN – zumindestens im vorderen Teil des Gartens – und jemanden, der Instagram-Bilder…

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