Nun habe ich einen Blog – was mache ich jetzt damit? Blog Boosting!

Blog Boosting Buchcover

Robert Weller und Michael Firnkes, Autoren der Neuauflage von „Blog Boosting“, haben eine ganz einfache Antwort auf diese Frage: Geld verdienen, was sonst? Ein Blog ist ein nützliches Instrument, um Einnahmen zu generieren. Entweder auf ganz direkte Art durch Werbung oder indirekt, indem der Blog dazu genutzt wird, Aufträge zu bekommen oder Produkte zu verkaufen.

Das ist für mich auch der Hauptunterschied zur ersten Auflage von „Blog Boosting“. Ein Blog ist nun keine Spielwiese mehr, sondern ein Business. Für mich als Buch-Bloggerin wird es an dem Punkt schwierig – doch dazu später mehr.

Bevor Geld verdient werden kann, gilt es, sich Reichweite zu erarbeiten. Mindestens 100 Besucher am Tag ist das Ziel, denn dann kann man nach Aussage der Autoren mit einem gut positionierten Nischenblog bereits Umsatz machen. Content, Technik, Vernetzung und SEO sind das Werkzeug, der Rest ist harte, tägliche Arbeit und Übung. „Blog Boosting“ vermittelt das dafür notwendige Knowhow und erzählt ausführlich über geglückte Strategien der Autoren und über Erkenntnisgewinn durch Misserfolge. Das ist für mich auch die Stärke des Buches: sehr, sehr viel Praxiswissen auf Augenhöhe vermittelt.

Die zweite Auflage von „Blog Boosting“ ist nicht einfach eine überarbeitete Neuauflage, es ist ein komplett neues Buch. Der zweite Autor Robert Weller macht den Unterschied. Das bedeutet noch mehr Praxisbeispiele aus anderen Themenbereichen, die weitere Aspekte des Bloggens beleuchten. Es bedeutet aber auch eine andere Art des Schreibens. Letzteres bedauer ich ein wenig, da ich in manchen Kapiteln den abwechslungsreichen, wortgewandten Schreibstil von Michael Firnkes vermisse.

Cirka zwei Drittel des Buches widmen sich dem Handwerkszeug, das man benötigt, um eine ordentliche Reichweite zu erzielen. Doch auch hier wird schon immer auf die Monetarisierung als Endziel verwiesen. Trotzdem ist auch dieser Teil des Buches für Blogger*innen interessant, bei denen nicht gleich das Dollarzeichen in den Augen aufblinkt – also für Bloggerinnen wie mich.

Die Buch-Blogger und das liebe Geld – zwei Welten?

Ich kenne kaum (keine?) Buch-Blogger, die Ihren Blog konsequent zur direkten Monetarisierung nutzen. Manchmal versucht einer, das Zählpixel der VG-Wort einzubinden und flucht; manchmal sehe ich Adsense Werbung oder das Partnerprogramm von Amazon. Anders sieht das schon bei den Produkttest-Blogs aus, die unter anderem auch Bücher besprechen.

Es ist jetzt gut zwei Jahre her, dass ich die erste Auflage von „Blog Boosting“ gelesen habe. Die Lektüre hatte sichtbare Folgen in Form meines Kinderbuch und Bilderbuch Blog, der deutlich mehr Reichweite als dieser Blog aufweist. Das wundert mich nicht, denn die Kinderbuch-Nische ist größer und klarer definiert als das Sammelsurium an Themen, über das ich hier schreibe. Hier habe ich ohne Konzept begonnen und einfach drauf los geschrieben. Ich befürchte, der Google Algorithmus weiß bis heute noch nicht so recht, wofür dieser Blog steht.

Bücher, Museen, Kunst, Yoga – das ist nur eine kleine Auswahl meiner Blog-Themen. Doch das alleine scheint schon viel zu bunt und vielfältig für das strukturierte Vorgehen einer Suchmaschine zu sein. Wenn ich dann wenigstens immer nur Bücher aus einem Genre besprechen würde, aber nein, das wäre mir ja zu langweilig. Bei den Rezensionen geht es genauso bunt weiter: Sachbuch, Fachbuch, Fantasy, Kochbuch und ab und an ein Roman. Ich könnte das zum Beispiel ändern, indem ich zu jedem dieser Themen einen eigenen Blog mache. Will ich aber nicht, denn die GeschichtenAgentin ist meine Spielwiese und darf so bleiben, wie sie ist: im Sinne von Blog-Boosting inhaltlich un-optimiert und damit kaum für Einnahmen geeignet.

Das ist der Grund, warum ich mich diesmal in „Blog Boosting“ nicht so recht wiedergefunden habe. Ja, Gewinnoptimierung kann auch ein Blog-Ziel sein – aber eben nicht meines, zumindest nicht für den Hauptblog. Doch das handwerkliche Knowhow, das sehr fundiert vermittelt wird, ist für jeden Blogger nützlich und relevant. Was man damit hinterher anstellt bleibt jedem selbst überlassen.

Und was passiert bei mir diesmal nach der Lektüre? Mal sehen, ob ich nicht doch ausprobiere, ob man mit einem Buch-Blog Geld verdienen kann. Ich muss zugeben, dass es mich in den Fingern juckt und mein Kinderbuch-Blog wäre dafür geeignet. Jetzt brauche ich nur noch eine Alternative zum Partnerprogramm von Amazon, denn das kommt für mich als Ex-Buchhändlerin und Liebhaberin funktionierender Innenstädte nicht in Frage.


Weitere Informationen zum Fachbuch:

Robert Weller
Michael Firnkes

Blog Boosting
Content – Marketing – Design – SEO

Zweite aktualisierte Auflage

MITP

ISBN  9783958450226


 Was ist eine Rezension auf einem Buch-Blog wert? Darüber habe ich mir hier Gedanken gemacht: Reichweite, Zahlenmagie und Buch-Blogs

Rund 8 Jahre nach diesem Beitrag habe ich eine Blog-Bestandsaufnahme gemacht:

Tut verlinken eigentlich weh?

In love with a blogger oder die Sache mit dem verlinken

Ich verlinke gerne und großzügig. Weil ich nicht möchte, dass das Internet eine einzige große Shopping-Mall ist, verlinke ich nicht nur auf empfehlenswerte Buchhandlungen wie Schmitz Junior und die Schiller Buchhandlung (Update 2025: mittlerweile geschlossen), sondern auch auf die Webseiten von Autoren, Übersetzern und Illustratoren, auf weiterführende Artikel im Internet und auch auf Rezensionen auf anderen Blogs.

An meinen Statistiken sehe ich, dass meine Leser diesen Service gerne nutzen. Logisch: Links machen ja den besonderen Reiz des Internets aus. Von Artikel zu Artikel springen, hier eine Info, dort ein Meinungsschnipsel einsammeln – das ist unterhaltsam, inspirierend und informativ.

Das wüssten die Leser auch auf den Seiten der Verlage, Autoren und Illustratoren zu schätzen, wenn – ja wenn – dort ein Link wäre.

Doch bis auf wenige löbliche Ausnahmen fehlt der meist. Warum eigentlich? Tut verlinken weh?

Verlinken als Dank

Zu jeder Buch-Rezension gehören für mich mindestens zwei Links auf den Verlag; einer auf die Startseite und einer auf die Buch-Detailseite. Egal, ob es sich bei dem besprochenen Buch um ein Rezensionsexemplar oder ein gekauftes Buch handelt: dieser Link ist meine Art, DANKE zu sagen. Danke, dass ihr dieses Buch veröffentlicht habt; danke, dass ihr mein Leserleben bereichert.

Das Verlinken kostet mich Zeit. Ich kann montags anhand der Fehlermeldungen auf meinen Blogs genau sehen, welche Verlagsseiten am Wochenende mal wieder down waren. Das muss ich alles prüfen und manuell auf meiner Seite wieder freischalten. Jeder Relaunch einer Webseite, jede fehlende Weiterleitung löst bei mir eine Fehlermeldung aus. Ich korrigiere penibel jeden dieser fehlerhaften Links.

Verlage profitieren von den Buch-Blogs und von ihren Links. Ein Danke in Form eines Links auf den Blog oder die Rezension wäre eine feine Sache.

Ein Link schenkt Sichtbarkeit

Buch-Blogger können sehr eitel sein. Wenn ein Verlag auf seiner Webseite aus meiner Rezension zitiert, dann ist das für mich immer noch so etwas wie ein Ritterschlag. Ein Lob für meine Arbeit als Blogger, das zugleich auch ein wenig die Sichtbarkeit meines Blogs erhöht. Oder erhöhen würde, wenn das Zitat mit einem Link verbunden wäre.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich durch meine Rezension zur Wahrnehmung des Buches beitrage und damit das Marketing des Verlags unterstütze. Bei einem guten Buch tue ich das gerne, deswegen bin ich ja Buch-Bloggerin. Doch nur wenige Verlage unterstützen die Sichtbarkeit der Blogs mit einer vergleichbaren Geste. Warum eigentlich nicht?

Was spricht eigentlich gegen verlinken?

Da kann ich nur raten und mutmaßen. Vielleicht sind es technische Probleme und auf der Webseite sind einfach keine Links im Textfeld möglich. Vielleicht arbeitet die Abteilung, die die Beleglinks der Blogger bekommt, nicht so ganz harmonisch mit der Abteilung zusammen, die den Online-Auftritt betreut. Vermutlich steht dieses Thema einfach nur sehr weit unten auf der Prioritätenliste, irgendwo weit unter dem Punkt „könnte man auch mal machen“.

Das wäre schade. Nicht nur, weil ein Verlag von einer lebendigen, gut sichtbaren Buch-Blogger-Szene profitiert und weil sich solche Investitionen in das Netzwerk rentieren. Es wäre auch aus Leser-Sicht schade, denn dem Leser werden so Bucheindrücke und andere nützliche Zusatzinfos vorenthalten.

Sollten Netzwerk und Lesernutzen als Argumente noch nicht genügen, gibt es noch ein weiteres: SEO.

Eine Verlinkung zur Rezension auf einem Blog bietet dem Leser einen echten Mehrwert. Google mag genau solche Webseiten, die mehr Informationen anbieten als ein reiner Online-Shop das normalerweise vermag. Gerade in der Buchbranche, in der auf allen Seiten mit den immer gleichen, viel zu kurzen Klappentexte gearbeitet wird, sind Zusatzinfos und Links daher wichtig. Auch die naürlichere Linkstruktur durch ausgehende Links macht sich positiv bemerkbar.

Also liebe Verlage und Autoren, schenkt den Bloggern einen Link – es tut auch nicht weh!

Verlinken, aber wie und wo?

Anhand meiner Blog-Statistiken habe ich einige positive Beispiele zusammengetragen. Dabei fällt auf, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten zu verlinken es gibt. Auf folgende Verlinkungen, die Verlage und Autor*innen gesetzt hatten, wurde von den Leser*innen gerne geklickt:

Wie haltet Ihr das mit den Links? Verlinkt Ihr gerne und großzügig? Und verlinken Verlage und Autoren auch auf Euch? Ich freue mich auf Eure Kommentare!


Noch mehr Einblicke in meine Vorstellung, was einen guten Buch-Blog ausmacht, findet ihr in diesem Beitrag:

 

Laienkritiker und die Nonne mit dem Judo-Buch. Oder warum es Zeit ist, die Diskussion Literaturkritik vs. Buch-Blogs zu beenden

Laienkritiker - was ist das?
Der Laienkritiker vor seinem Bücherregal

Laienkritiker. Schon wieder ein Begriff, mit denen Buch-Blogger in eine Schublade gesteckt werden. Eine Schublade, die sich sehr weit unten im Gebäude der Literatur befindet.

Laienkritiker ist ein Wort, das bei mir mindestens Pickel auslöst. Selbst dann, wenn er nicht abwertend gemeint sein sollte.

Doch so, wie Caterina vom Blog Schöne Seiten im Börsenblatt den Begriff Laienkritik verwendet, passt er auf einmal. Sie erklärt, warum der Versuch, Buch-Blogger*innen und Literaturkritiker*innen aneinander zu messen oder gar gegeneinander auszuspielen, nichts bringt. Damit beendet sie die unnötige Branchendiskussion Literaturkritik vs. Buchblogs.

Die Chancen der sogenannten Laienkritik liegen genau in dieser Vielfalt. Sie will die professionelle Literaturkritik nicht verdrängen, sie erweitert sie, indem sie neue Wirkungsfelder eröffnet.

Genau. Buch-Blogs demokratisieren das Sprechen und Schreiben über Bücher. Durch Blogs wird sichtbar, wer welche Bücher liest, warum er sie liest und wie genau dieser Leser dieses Buch findet. Eigentlich eine wunderbare Sache, oder?

Warum also hat es so lange gedauert, bis Buch-Blogs von der Buchbranche wirklich wahrgenommen wurden? Und wo kommt dieser gelegentliche Unterton in Gesprächen von Buchmenschen her, der auf eine Unterscheidung zwischen den ernstzunehmenden Literatur-Blogs, den weniger ernst zu nehmenden Ich-lese-so-gut-wie-alles-Blogs und den nicht ernst zu nehmenden Fan-Blogs schließen lässt? Und warum werden Blogs gerne im Zusammenhang mit Werbung und Marketing genannt – aber nur sehr selten im Zusammenhang mit inhaltlichen und stilistischen Diskussionen?

Buch-Blogs sind sichtbar gewordene Leser*innen

Buch-Blogs werden wahrgenommen, doch ihr Platz in der Buchwelt ist noch nicht klar definiert. Wer Blogs auf Reichweite und Werbemöglichkeiten beschränkt, denkt zu kurz. Buch-Blogs sind vor allen Dingen erst einmal sichtbar gewordene Leser*innen und könnten damit eine Quelle der Inspiration für Autoren, Verleger, Redakteure und Buchhändler sein. Wer wissen möchte, was er morgen schreiben, verlegen und verkaufen kann, sollte Blogs und ihre Rezensionen im Auge behalten.

Wer liest eigentlich was?

Menschen, die glauben zu wissen, wer welches Buch liest, liegen erstaunlich oft daneben. Ich habe mal eine Schwester in Ordenstracht an der Kasse in der Buchhandlung gefragt, ob sie das Judo-Buch, das sie gerade erstanden hat, als Geschenk verpackt haben möchte. Naheliegende Frage, oder?

Sie hat mich aufgeklärt und mir damit eine Lektion fürs Leben erteilt: das Buch war für sie selbst, denn ein Monat später stand ihre nächste Judo-Prüfung an.

Letzt erwähnte ein Verleger, dass die Zielgruppe seiner Bücher Geisteswissenschaftler seien. Ich muss ihn da enttäuschen, denn ich unstudierte Laienkritikerin lese seine Bücher – mit Genuss und mit Gewinn. Nicht nur das, ich nehme mir auch noch die Freiheit, öffentlich auf meinem Blog über meine Lektüre zu schreiben.

Das sind zwei Beispiele, die zeigen, dass die vermutete Zielgruppe und die tatsächlichen Leser*innen nicht deckungsgleich sind. Wer Bookfluencer beobachtet, lernt die tatsächliche Zielgruppe besser kennen.

Und wer darf Bücher rezensieren?

Die gleichen Menschen, die meinen zu wissen, wer welches Buch liest, sind darüber erstaunt, wer alles in diesem Internet über Bücher schreibt. Die Bandbreite der Fragen, die dann auftauchen, reichen von „Ist die denn überhaupt dafür qualifiziert?“ bis „Haben diese Laienkritiken denn überhaupt einen Nutzen für irgendjemanden?“. Beide Fragen stellen sich für mich nicht, denn ich bin weder Laie, noch Kritikerin.

Laie bin ich nicht, denn ich agiere als Leserin. Als Leserin bin ich Profi. Kritikerin bin ich nicht, denn die Rolle des Kritikers steht für mich in einer wissenschaftlichen Tradition*, deren Erfüllung mir nicht wichtig ist.

Mein Selbstverständnis als Buch-Bloggerin ist ein anderes. Auf meinem Blog halte ich meine ganz persönlichen Leseeindrücke fest. Hat mir das Buch gefallen und warum? Oder auch warum nicht? Das ist die Ausgangsfrage.

Noch wichtiger ist mir jedoch nachzuvollziehen, was das Buch mit mir gemacht hat. Welche Inspirationen, welche Gedankengänge, welche Bilder und Zitate, welches Wissen und welche Emotionen habe ich dem Buch zu verdanken? Genau darüber schreibe ich hier und mache mich und mein Erleben damit sichtbar – viel sichtbarer als das bei einem Literaturkritiker der Fall wäre.

Dazu gehört Mut. Zum Beispiel der Mut, zu gestehen, dass man ein Sachbuch nicht ganz verstanden hat, es aber trotzdem großartig findet. Oder der Mut, sich zu seinen Trash-Vorlieben zu bekennen. Oder der Mut, zuzugeben, dass man derzeit mehr Yoga-Bücher liest als Yoga praktiziert.

Buch-Blogger*innen bringen Bücher in die Online-Welt

In meinem Lese-Erleben bin ich kein Laie und genau das gilt für alle Buch-Blogger. Jeder bringt seine persönlichen Vorlieben und Erfahrungen mit ein. Jeder Blog, auf dem mit Herzblut geschrieben wird, ist für mich gleichwertig – sei es ein Lit-Blog, der Ich-lese-so-gut-wie-alles-Blog oder der vor Begeisterung überschäumende Fan-Blog.

Wir ersetzen weder das literarische Feuilleton, noch die als Berichterstattung getarnten Werbestrecken in den Zeitschriften, noch die kaum vorhandenen Fernsehsendungen über Bücher. Wir bringen die Bücher in die Online-Welt, verankern sie dort, so dass sie von dort aus ihren Weg in das Leben anderer Leser*innen finden können. Wir vernetzen Menschen und Bücher und sorgen dafür, dass es im Internet noch etwas anderes gibt als Online-Shops, Werbung für Online-Shops und als Informationsseiten getarnte Online-Shops.

Buch-Blogs sind kein Nerd-Hobby, dass niemanden interessiert. Buch-Blogger sind auch keine Laienkritiker, kein Ersatz für das Feuilleton. Buch-Blogs sind keine Literaturkritik, sondern gelebte BuchbegeisterungSie sind Buch-Botschafter, die Menschen und Bücher zusammenbringen.

 

Update 16.5.2015:

* Ich wurde gefragt, was ich mit der „wissenschaftlichen Tradition“ meine, in der ich die Rolle des Kritikers sehe und die ich als Buch-Bloggerin nicht erfüllen mag. Gemeint sind sowohl die formalen Kriterien, die eine Rezension erfüllen soll, als auch die Einordnung in literaturgeschichtliche Zusammenhänge. Ersteres interessiert mich nur beiläufig, letzteres überhaupt nicht.


Meine Blogosphäre – Gedanken über das Bloggen findet ihr hier auf meinem Buch-Blog

Ich mach was mit Kreativität – Psychologie für Designer

Sachbuch Kreativität aushalten - Psychologie für Designer

Mit „Kreativität aushalten – Psychologie für Designer“ ist Frank Berzbach ein sehr kompaktes Handbuch gelungen, das den kompletten Arbeitsalltag einer Werbeagentur oder eines Freelancers abdeckt.

Welche Rahmenbedingungen braucht Kreativität? Wie funktioniert die Kommunikation mit den Kollegen am besten und wie die mit den Kunden? Wie organisiere ich mich selbst?

Auf all diese Fragen gibt Frank Berzbach kurze, prägnante Antworten und ergänzt diese mit Denkanstößen.

Mit dieser Kombination erhält er dem Leser die Freiheit, seinen ganz persönlichen Weg zu kreativen Höchstleistungen zu gestalten, ohne dabei über die Steine zu stolpern, die schon seine Kollegen und Vorgänger zum Straucheln brachten.

„Kreativität aushalten – Psychologie für Designer“ ist ein Mentor in Buchform, der den jungen Kollegen an die Hand nimmt und den erfahrenen Kollegen an die Basics erinnert, die er im Arbeitsalltag vielleicht schon wieder aus den Augen verloren hat.

Ja, aber – das ist doch gar nicht meine Welt

Ich bin Quereinsteigerin. Was will ich also mit diesem Buch, das sich so ganz und gar auf die Werbebranche bezieht?

Das Buch bietet mir die Möglichkeit, die ganz normalen Arbeitsabläufe und Herausforderungen in einer Online- oder Werbeagentur besser kennenzulernen – sozusagen der Blick über die Schulter meiner neuen Kollegen. Dabei schildert der Autor viele Lösungen für Probleme, die ich gar nicht kenne.

So wurde mir bei der Lektüre klar, wie sehr meine Jahre als Buchhändlerin im Laden meine Arbeitsweise geprägt haben. Bestes Beispiel ist für mich der Umgang mit Arbeitsunterbrechungen. Als Buchhändlerin bin ich es gewohnt, ständig unterbrochen zu werden. Kaum beginnt man, einen Präsentationstisch neu zu gestalten, versammeln sich dort Kunden. Also arbeitet man als nächstes die Benachrichtigungsliste ab, wobei man selbstverständlich wieder unterbrochen wird. Eine Buchhändlerin hat daher ständig vier, fünf angefangene Arbeiten auf ihrem Schreibtisch liegen hat. Dazu kommt, dass es den Schreibtisch als Ort so gar nicht gibt – sich merken, was alles noch zu beenden ist, ist die Kunst. So musste ich nach meinem Wechsel in die Kreativbranche vor allen Dingen erst einmal lernen, eine Arbeit am Stück konzentriert zu Ende zu bringen.

Pause macht man im Einzelhandel auch nicht dann, wenn man sie braucht, sondern dann, wenn der Besetzungsplan eine vorsieht. Frank Berzbach betont in „Kreativität aushalten – Psychologie für Designer“ die Wichtigkeit von Pausen, denn sie erhalten die kreative Schaffenskraft. Zum passenden Zeitpunkt richtig Pause zu machen war etwas, das ich erstmal lernen musste. Letztlich hat mich meine Wirbelsäule dazu erzogen, denn dauerhaftes Sitzen gefährdet die Gesundheit.

Insgesamt sehr viel Inhalt für noch nicht mal 200 Seiten – was mich dann auch mit dem Preis wieder versöhnt hat.


Angaben zum Buch:

Frank Berzbach

Kreativität aushalten
Psychologie für Designer

Verlag Hermann Schmidt Mainz
fadengeheftetes Flexcover aus Skivertex mit runden Ecken und Lesebändchen

(spielt für die Rezension hier auf meinem Buch-Blog keine Rolle, aber ein Booknerd wie ich kann diesen schönen Wörtern nicht widerstehen!)

Hermann Schmidt Verlag Printed in Germany with love

Kreativ oder unkreativ? Ich empfehle, gleich weiter zu diesem Buch-Tipp zu springen:

Die Überschrift – Journalistische Praxis – Kurzbesprechung

Die Überschrift Journalistische Praxis

166 Seiten für 24,99 € – das ließ mich zögern. Wirklich angemessen finde ich den Preis auch nach der Lektüre nicht.

Doch die Überschrift ist für mich beim Bloggen immer noch eine Herausforderung und ich habe bisher nicht viel brauchbare Anleitungen und Fachtexte dazu gefunden. Also habe ich mir das Buch dann doch bestellt.

Anhand vieler schlechter Beispiele wird vor allen Dingen vermittelt, was beim Überschriften texten alles schief gehen kann – und warum. Das bietet Orientierung. Einen magischen Zaubertrick für die perfekte Überschrift verraten die Autoren natürlich nicht.

Es wird zwar auch auf die besonderen Anforderungen an Überschriften für Online-Medien eingegangen – doch besonders ergiebig fand ich das nicht. Überschriften im Sinne von HTML-Title und Meta-Descriptions kommen zum Beispiel gar nicht vor. „Professionelle Webtexte“ von Michael Firnkes liefert da wesentlich mehr Input und Knowhow.

Meine Erwartungshaltung an das Buch war sicherlich nicht die passende, gelohnt hat sich die Lektüre für mich trotzdem. Nicht nur, weil die schlechten Beispiele oftmals so herrlich unfreiwillig komisch sind. Oder weil mir die Autoren bestätigt haben, dass die Marotte mancher Wirtschaftsjournalisten ständig pseudo-bildhafte Überschrifte wie „Bei Reifen Schmidt läuft alles rund“ zu verwenden einfach unerträglich ist. Gelohnt hat sich die Lektüre für mich vor allen Dingen, weil sie meinen Blick auf gute und schlechte Überschriften geschärft hat.


Infos zum Buch:

Detlef Esslinger
Wolf Schneider

Die Überschrift
Sachzwänge – Fallstricke – Versuchungen – Rezepte

Journalistische Praxis

Springer Verlag
(nur noch als E-Book lieferbar)


Schreiben als Handwerk: dazu passende Buchtipps gibt es einige auf meinem Buch-Blog. Zum Beispiel diese Rezension:

Think Content! – und schon ist die Beer geschält

Think Content! Fachbuch

Eigentlich könnte ich es mir mit der Rezension zu „Think Content!“ einfach machen: Pflichtlektüre. Punkt. Aus.

Eventuell könnte ich noch so, wie es Buch-Blogger gerne tun, schreiben, dass es sich um ein Must-Read handelt; also ein Buch, das jeder, der in dieses Internet hineinschreibt und dort auch gefunden werden will, gelesen haben muss.

Dann noch ein wenig den Klappentext des Buches umformulieren um auf eine Textlänge von mindestens 300 Wörtern zu kommen und schon „wär die Beer geschält“ wie der Pfälzer sagt.

Anschließend noch den Link zur Rezension automatisiert auf allen sozialen Kanälen posten, sowie einen Beleglink an den Verlag schicken und hoffen, dass dieser aus meiner Rezension zitiert und mir vielleicht sogar einen Backlink spendiert. Allerdings wird er das bei einer Buchbesprechung, die auf Basis des Klappentextes entstanden ist, sicherlich nicht tun.

Ja nun … Think Content! geht anders

So hätte ich dann zwar einiges mit meinem Content, meiner Rezension, veranstaltet – aber von einer Content-Strategie und vom Content-Marketing wäre ich, wie Miriam Löffler deutlich aufzeigt, immer noch sehr weit entfernt.

„Was sucht der Leser?“ und „Womit möchte ich gefunden werden?“ lauten zwei wichtige Fragen, die man sich zu Beginn eines jeden Online-Projekts stellen sollte. Bei meinem Beispiel mit der Rezension gilt eher das Prinzip Hoffnung: „Ich schreib halt was und irgendwer wird es schon finden und dann hoffentlich Fan meines Blogs werden“.

Auch wenn dieser Blog ein Hobby und eine Spielwiese ist, schadet es nichts, sich mit Fragen des Content-Marketings auseinanderzusetzen. Es macht mir Spaß, meine Begeisterung für ein Buch in das Internet zu schreiben – aber es macht mir noch mehr Spaß, wenn jemand diese Begeisterung auch findet und teilt. Wie ich das erreichen kann, erklärt Miriam Löffler in „Think Content!“ sehr umfassend.

Eine Strategie zu haben ist gut – aber solides Handwerkszeug ist auch nicht zu verachten. Das vermittelt die Autorin auf den letzten 150 Seiten „Webtexten“ schön knackig komprimiert. Dabei geht es nicht nur um stilistische Fragen, sondern auch um Produkttexte, die verkaufen, und um Grundkenntnisse für SEO-optimiertes Schreiben.

Gerade dieser Praxis-Teil sorgt dafür, dass dieses Buch einen Ehrenplatz in meiner Blog-Basis-Bibliothek erhalten wird – direkt neben „Blog Boosting“ von Michael Firnkes.


Infos zum Buch:

Miriam Löffler
Think Content!
Content-Strategie, Content-Marketing, Texten fürs Web

  • Website-Content verstehen und effizient einsetzen
  • Mehr Reichweite mit dem passenden Content-Mix
  • Essentielles Texter-Wissen: von SEO über Online-PR bis zur Produktbeschreibung

Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-2006-4

Neuauflage 2024 im Rheinwerk Verlag


Content braucht Text. Dieses Buch hilft dabei: Text sells. Wie Sie Texte schreiben, die wirken. Wie sie Unternehmen und Marken durch Sprache Profil geben

Praxistipps für Corporate Blogs

Praxistipps für Corporate Blogs

Jede Menge Praxistipps für Corporate Blogs liefert das Buch von Meike Leopold. Ich muss diesmal auch nur ein ganz klein wenig und auch nur ganz kurz nörgeln und erledige das gleich hier am Anfang:

Warum eigentlich geht auch dieses Buch wieder davon aus, dass Corporate Blogs nur in großen Konzernen entstehen? Dass dafür eine große Redaktion zur Verfügung steht und das unendlich viel Diplomatie für eine reibungslose Kommunikation zwischen Marketing-, Vertrieb- und sonstigen Abteilungen von Nöten sei?

Meine Welt ist das nicht, ABER (hier endet das Nörgeln und die Begeisterung beginnt) fast alles lässt sich problemlos auch auf andere Arbeitssituationen übertragen. Damit bietet das Buch üppig Praxistipps für jeden Nicht-Hobby-Blogger: was spricht für einen Blog und warum sollte ich meine existierende Webseite um einen Blog ergänzen? Wo finde ich Themen und warum brauche ich sowohl einen Themen-Plan als auch einen Redaktionsplan? Wie schreibe ich gute Blogbeiträge? Was mache ich, wenn keine Kommentare kommen und was, wenn die falschen Blog-Kommentare kommen? Wie vernetze ich mich mit anderen Bloggern?

Meike Leopold, selbst erfahrene Corporate Bloggerin, weiß Rat und erzählt freimütig nicht nur was sie gelernt hat, sondern auch wie sie es gelernt hat. Denn ein Blog ist niemals fertig; bloggen bedeutet, mutig immer wieder etwas Neues auszuprobieren, das Erreichte zu analysieren und mit jedem neuen Beitrag dazu zu lernen.

Randnotiz  Praxistipps für Corporate Blogs

Dieses Buch mit Praxistipps für Corporate Blogs ist ein Arbeitsbuch, dass bei mir den reichlichen Einsatz von Textmarker, Bleistift und Post-Its erforderte. Die großzügige und übersichtliche Buchgestaltung lädt geradezu zu Randnotizen ein – ich finde das großartig!

Lohnende Lektüre nicht nur für Blogger in Groß-Konzernen, sondern auch für Blogger in Agenturen, in Kleinbetrieben und für Selbstständige, die ihre Webseite um einen Blog erweitern möchten. Eben für alle Nicht-Hobby-Blogger.


Infos zum Buch:

Meike Leopold
Corporate Blogs
Praxistipps für Strategie, Inhalt und Ziele

O’Reilly Verlag

Interview mit der Autorin bei Haufe


Was beim Bloggen immer hilft: gutes Storytelling! Hier ein Schnelleinstieg:

Schrift wirkt – Tipps für den täglichen Umgang mit Schrift

Schrift wirkt

Nicht alle Texte hier in diesem Internet sehen schön aus und nicht alle lassen sich leicht lesen. Schon allein deswegen möchte ich uns Bloggern, E-Mail-Beantwortern und Powerpoint-Erstellern dieses Buch ans Herz legen: Schrift wirkt!

Ich verspreche Euch ein nützliches, schönes und angenehm zu lesendes Grundlagenwerk. „Schrift wirkt!“ vermittelt ganz praxisnah die Grundlagen für gute Typographie und gut lesbares Layout. Auch wenn vieles sich an Profis richtet, finden selbst Gelegenheits-Word-Nutzer gute Tipps und Anregungen. Wer weiß – vielleicht liegt es ja gar nicht am Kollegen, das dieser immer den Inhalt eurer Word-Dokumente falsch versteht, vielleicht liegt es ja am Layout?

Hermann Schmidt Verlag gehört definitiv zu meinen Lieblingsverlagen. Auf jeder Buchmesse steuere ich ihren Stand an, tauche ein und bleibe hängen. Ich nehme sogar Fachbücher in die Hand, deren Inhalt mich nicht interessiert – einfach, weil die Gestaltung ein Genuss ist!

Der Hermann Schmidt Verlag schafft es, die alte Handwerkskunst modern zu interpretieren. Ein Paradies für Buch-Ästheten und Buch-Kuschler!

Allerdings sollte man es vermeiden, sich dann als nächstes den Stand eines großen Publikumsverlag anzuschauen. Das ist doch zu ernüchternd … Schrift wirkt und gutes Layout erhöht die Lesbarkeit und damit die Lesefreude. Manch ein Buch wäre nicht so anstrengend zu lesen, wenn der Verlag mehr Wert auf gute Buchherstellung legen würde.

Habt ihr auch solche Lieblingsverlage, deren Stände ihr auf jeder Buchmesse ansteuert, weil ihr ihre Bücher viel zu selten im Buchhandel findet?


Infos zum Buch:

Gesine Hildebrandt und Jim Williams

Schrift wirkt!

Einfache Tipps für den täglichen Umgang mit Schrift

Hermann Schmidt Verlag Mainz

ISBN 978-87439-836-7

Schon allein weil es so schöne Wörter sind, die man viel zu selten liest, muss ich noch die Ausstattung erwähnen:
Soft-Flex-Band mit runden Ecken, Kunstledereinband, zwei Lesebändchen und einem vertikalen Gummibandverschluss – #hach!

Innenansicht Schrift wirkt Hermann Schmidt Verlag

Auch das hilft, die Lesbarkeit von Websites und Büchern zu verbessern: Layout Basics

Blog-Umzug: geschafft!

Blog-Umzug geschafft! Darauf ein Superbuch

Geschafft!

Mein Blog ist umgezogen.

Von Blogger zu WordPress; von geschichtenagentin.blogspot.com über geschichtenagentin.de zu blog.geschichtenagentin.de.

Warum der Aufwand?

Als ich diesen Blog startete, musste es schnell gehen. Gleich los-bloggen, nicht erst in die Technik einarbeiten – das war der Plan. Ein Blogspot-Blog erschien mir ideal und von der Nähe zu Google erhoffte ich mir Vorteile. Es kam dann, nach rund 34000 Seitenaufrufen, anders.

Vor ein paar Wochen merkte ich, dass die Suche auf meinem Blog nicht funktionierte. Eine Recherche in den Foren ergab, dass dies schon seit ein paar Monaten so war: das google-eigene Suchen-Gadget funktionierte nicht und es war nicht bekannt, ob Google den Fehler zu beheben gedenkt.

Das war der erste Auslöser, der zum Blog-Umzug führte.

Der zweite Auslöser war, dass mein Buchkind-Blog (WordPress, eigene Domain) bereits nach 5 Monaten genauso gute Zugriffszahlen hatte wie die wesentlich ältere GeschichtenAgentin – und das bei deutlich weniger Backlinks!

Der letzte Anstupser, der dann noch für den endgültigen Blog-Umzug notwendig war, kam dann von Christina von Pudelmützes Bücherwelten, die sich gerade köstlich amüsiert, weil mein Blog-Umzug dann doch wieder viel schneller vonstatten ging, als ich zuerst orakelt hatte.

Für einen Blog-Umzug braucht man Geduld, gute Nerven und verregnete Sonntage. Plugins haben mir zwar sehr viel lästige Arbeit abgenommen, aber zum Schluss musste ich doch alle 124 Artikel noch einmal händisch überarbeiten, um das Layout anzupassen. Jammern nützt nichts – da muss man durch.

Beim Blog-Umzug geholfen haben:

124x Layout aufhübschen später …

steht sie da, die GeschichtenAgentin2.0!

Das nächste Blog-Projekt steht auch schon fest: meine Anmeldung bei der VG Wort. Aber das mache ich dann wirklich erst nach „Blogger schenken Lesefreude“ und dem Welttag des Buches. Auf gar keinen Fall mache ich das vorher.

Höre ich da jemand kichern?


Die Blogosphäre und ich – hier findet ihr alle Beiträge rund ums bloggen

Susanne Diehm – Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens – Rezension

Genre-Grenzgänger: Ein Roman ist ein Roman ist ein Sachbuch über das Schreiben

„Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens“ ist ein Fachbuch, das vorgibt, ein Roman zu sein und in dem die Heldin lernt, einen Roman zu schreiben, woraus dann doch ein Fachbuch wird. Was daran liegen könnte, dass ihr Leben romanhaft genug ist. So hat Hannah am Ende des Buches genug Stoff für einen Roman zusammen und stellt in der Geschichte eine Fortsetzung der Geschichte in Aussicht.

Damit ist „Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens“ von Susanne Diehm ein Genre-Grenzgänger der besonderen Art.

Um das zu verstehen, sollte man erst mal einen Blick auf den Verlag werfen. Der Schibri-Verlag ist nach eigener Aussage der „führende Fachverlag für Theaterpädagogik, Kreatives Schreiben und praktischer Philosophie im deutschsprachigen Raum“ – also lauter Themen, bei denen man mit Geradeaus-Denken nicht sehr weit kommt. „Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens“ dürfte sich im Schibri-Verlag sehr zuhause fühlen.

Die Protagonistin nutzt, worüber die Autorin schreibt

Die Romanfigur Hannah nutzt die Techniken des Kreativen Schreibens in ihrem eigenen Leben auf vielerlei Art. Sprachspiele zur Unterhaltung oder um den Kopf frei zu bekommen; Briefe, die nicht abgeschickt werden, die aber den eigenen Standpunkt klären sowie Drehbücher schreiben, um alternative Verhaltensweisen zu entwickeln , sind alles Elemente der Romanhandlung. Zwischendrin erklärt sie immer mal wieder, warum sie Kreatives Schreiben studiert und warum das etwas ganz anderes ist als ihr vorheriger Beruf, in dem sie Marketing- und PR-Texte verfasst hat.

Gleichzeitig ist auch der Roman selbst mit Hilfe der Regeln des Kreativen Schreibens entwickelt worden. Wie man eine Person durch Handlung und Kleidung charakterisieren kann, wird sozusagen gleich am lebenden Objekt vorgeführt.

Auch wenn der Roman selbst ab und zu mal hängt und nach Kommissar Zufall ruft, liest sich das doch immer sehr kurzweilig.

Das Interessanteste an der Lektüre war für mich jedoch, wie dieser Genre-Grenzgänger meine Haltung als Leser verändert hat. Als Sachbuch-Leser habe ich andere Erwartungen an ein Buch als als Romanverschlinger. So gab es bei mir zwischendrin immer wieder kleine Momente der Verwirrung, weil meine eigenen Leser-Persönlichkeiten sich nicht ganz sicher waren, wer jetzt am Zug ist. Das fügte dem Projekt eine weitere Ebene hinzu, nämlich die Erwartungshaltung des Lesers.

Ich habe mit „Hannahs Welt des Kreativen Schreibens“ eine spannende, erkenntnisreiche Zeit verbracht. Der nächste Roman, der von mir gelesen wird, kann sich schon mal auf was gefasst machen, denn ich werde ihn mit anderen Augen lesen.


Infos zum Buch:
Susanne Diehm
Hannahs fabelhafte Welt des Kreativen Schreibens
Schibri Verlag


Kreatives Schreiben – Empfehlungen auf meinem Buch-Blog:

Iron Buchblogger – #ironBB

Er bloggt nicht: gusseiserner Adler am Wasserturm Mannheim. Symbolbild für die Ironblogger und Iron Buchblogger

Mein neuestes Blog-Abenteuer: Iron Buch-Blogger

Mein neuestes Blog-Abenteuer begann für mich mit einer kleinen Twitter-Meldung:

„@IronBuchBlogger folgt Dir jetzt auf Twitter“. Bitte wer?

Ich folgte dem Link zu einer damals noch recht kargen Internet-Seite, las und meldete sofort das Buchkind, meinen neuen Bilderbuch- und Kinderbuch-Blog an. Vernetzungsprojekten kann ich einfach nicht widerstehen …

So kam es, dass ich quasi schon vor dem eigentlichen Start der „Iron Buchblogger“ dabei war. Eine Woche später liegen bereits über 30 Anmeldungen vor. Das Projekt trifft offensichtlich den Nerv vieler Buchblogger und das freut mich!

Hinter dieser Idee stecken Leander Wattig und Charlotte Reimann. Wie man sich den Ehrentitel des „Iron Buchbloggers“ verdienen kann und was die beiden damit erreichen wollen, erklären sie ganz prima auf Ironbuchblogger.de.

Doch woher kommt die Idee und wohin soll die Reise der „Iron Buchblogger“ gehen?

Neugierig, wie ich nun mal bin, habe ich Charlotte diese zwei Fragen gestellt. Lest hier ihre Antworten:


Wie ist die Idee zu den Iron Buchbloggern entstanden? Am Schreibtisch, spontan oder im Gespräch?


„Mich beschäftigte schon lange, dass es im Netz zwar viele spannende Branchen- und Buchblogs gibt, man jedoch nur mehr oder weniger zufällig über sie stolpert. Dabei sind sie oft großartig und verdienen viel mehr Aufmerksamkeit auch in der Offline-Welt. Mir fehlte ein Blogverzeichnis, also so eine Art Literaturverzeichnis für Blogs, das Suchenden im Netz Orientierung bietet und zugleich den Blogs mehr Aufmerksamkeit verschafft. Außerdem habe ich im Verlagsalltag zumeist mit Menschen zu tun, die nicht in Blogs unterwegs sind, deswegen auch mein Wunsch nach Erfahrungsaustausch und Vernetzung mit anderen Bloggern 🙂

Als Leander dann auf Twitter über „Blogpaten“ sinniert hat, habe ich ihn einfach angequatscht. Wir haben uns getroffen, zwei Bier zusammen getrunken und er hat mir von den Ironbloggern erzählt. Ich war von der spielerischen und unkomplizierten Idee fasziniert. Eisern Bloggen, weil es Spaß macht, aber auch, weil es etwas zu verlieren (Ehre, Geld) und zu gewinnen (aktiver Blog, Sichtbarkeit, Vernetzung, Freigetränke…) gibt. Einmal die Woche bloggen ist schon eine ziemliche Herausforderung, wie ich finde. Den Titel „Iron Buchblogger“ muss man sich also erst mal verdienen. Zugleich erhält man so automatisch ein Linkverzeichnis der aktiven Buchblogs, denn wer nicht bloggt, fliegt raus.“

Wo soll das hinführen? Wo soll #IronBB in 2 Jahren sein?

„Buchmenschen sollen (mehr) bloggen. Wir wollen Buchblogger untereinander vernetzen und die Blogs nach außen hin sichtbar machen. Bereits in der ersten Woche nach dem Start haben sich mehr als 30 Blogger angemeldet und in zwei Jahren sind hoffentlich alle aktiven Buchblogger dabei 🙂 Wir treffen uns dann nicht mehr nur auf den großen Messen in Leipzig und Frankfurt, sondern auch auf den vielen regionalen Literaturfestivals, die überall im Land stattfinden. Iron Buchblogger profitieren von dem gegenseitigen Austausch, ihre Blogs werden schöner, besser und schneller gefunden und auch sie selbst stoßen leichter auf neue spannende Blogs. Jeder Leser, Autor und Verleger kennt und schätzt die Iron Buchblogger. 

Nein, im Ernst: In erster Linie soll Bloggen Spaß machen! Die Iron Buchblogger wollen Faule motivieren und Neulinge zum Bloggen verführen. Wir sind gespannt, was ihr daraus macht!“

Ich finde, das klingt durch und durch sympathisch!

    Update Dezember 2014:

    Für die Mitglieder völlig überraschend wurden die Iron Buchblogger in der Form, wie ich sie hier beschrieben habe, im November 2014 eingestellt. Schade!


    Mehr Berichte aus der Blogosphäre:

    Michael Firnkes – SEO & Social Media – Rezension

    Buchcover: SEO & Social Media: Handbuch für Selbstständige und Unternehmer

    Fachbuch-Genuss: Gut erklärt, gut geschrieben

    Ich kann mich auch auf Fachbuch-Neuerscheinungen freuen – wenn sie außergewöhnlich gut geschrieben sind.

    Bei den Büchern von Michael Firnkes, dem „blogprofi“, ist das der Fall. Sein „Blog Boosting“ habe ich verschlungen und „Professionelle Webtexte“ mit Begeisterung durchgearbeitet. Auf „SEO & Social Media“ habe ich mich gefreut wie auf die langersehnte Fortsetzung einer Fantasy-Serie.

    Dabei gehöre ich gar nicht zur Zielgruppe des Buches, denn es ist laut Untertitel ein „Handbuch für Selbstständige und Unternehmer“. Da passe ich nicht so wirklich rein, denn ich blogge als GeschichtenAgentin einfach munter vor mich hin. Aber was „das Internet“ aus meinen Artikeln macht, das möchte ich schon wissen.

    Genau diese Erklärungen liefert mir der Blogprofi: was ist SEO, wofür ist SEO gut, was haben Social Media und Blogs damit zu tun und wie verschafft mir all das mehr Umsatz. Dabei hat Michael Firnkes ein sehr gutes Gespür dafür, welche Fachbegriffe erläutert werden müssen. Er versteht es, komplexe Sinnzusammenhänge zu vereinfachen, ohne ihnen die Tiefe zu nehmen. Seine Ausführungen gestaltet er abwechslungsreich und schweift trotzdem nie ab. Kurz: er kann schreiben und erklären.

    „SEO und Social Media“ richtet sich meines Erachtens vor allen Dingen an Leser, die zwar realisiert haben, das dieses „Social-Media-Dingens“ da ist und zu bleiben gedenkt, denen aber „diese ganze Likerei und Teilerei“ suspekt ist. Oder an Leser, die das Gefühl haben, das sie nicht genug über Facebook, Twitter, Xing und Co wissen, um dort angemessen und zielführend agieren zu können. Michael Firnkes liefert mit seinem Buch Fakten, Know-How und konkrete Vorschläge und nimmt dem suspekten Thema damit das Zweifelhafte. Danach kann der Entscheider entscheiden und der Freiberufler machen.

    Doch ich möchte nicht nur den Autor loben, sondern auch den Verlag. Als gelernte Buchhändlerin bin und bleibe ich eine Buch-Kuschlerin. Ich kann mich genauso für den Inhalt von „SEO und Social Media“ begeistern wie für die Ausstattung. Das Layout ist aufgeräumt und klar und dient der Verständlichkeit. Screenshots, Tabellen mit Entscheidungshilfen und Info-Boxen sind allein durch ihre Farbgestaltung deutlich zu unterscheiden. Die Gestaltung und Ausstattung bietet dem Auge Orientierung – das macht das Lernen leichter. Wenn sie dieses Buch aufgeschlagen neben sich legen, bleibt es offen liegen und klappt nicht von alleine wieder zu. Das sollte bei einem Fachbuch, mit dem man viel arbeitet, genau wie das Lesebändchen eine Selbstverständlichkeit sein. Leider sparen viele Verlage an diesem Punkt.

    Was hat mir „SEO & Social Media“ gebracht?

    „Blog Boosting“ war für mich die Initialzündung. Bis dahin hatte ich mich nur für Blog-Themen und Vernetzung interessiert, nach der Lektüre verbrachte ich viel Zeit im „Back-Office“ meines Blogs. Mit „Professionelle Webtexte“ lernte ich mein wichtigstes Handwerkszeug, das Schreiben, besser kennen. Mit  „SEO & Social Media“ beginnt für mich jetzt das Fein-Tuning.
    Ich kann jetzt „das Social-Media-Dings“  für mich klarer strukturieren und viel besser erkennen, welcher Social-Media-Einsatz für mein Anliegen Sinn macht.

    So viel Input hat natürlich Folgen.
    Vor einigen Tagen ging mein neues Blog-Projekt „Buchkind-Blog“ an den Start. Das habe ich schon ganz anders angepackt, als das hier mit der GeschichtenAgentin noch der Fall war. Mal sehen, was daraus noch wird!


    Ein Fachbuch-Tipp, der gut dazu passt: Think content!