Autobiografie, Holocaust-Gedenken und Gegenwartskritik: Kanakenkind von Luigi Toscano

Buch Toscano Kanakenkind

„Ihr wollt es nicht sehen. Ich zeige es euch trotzdem.“ Auch wenn Luigi Toscano diesen Satz auf seine Wanderausstellung „Gegen das Vergessen“ bezieht, könnte er doch das Motto für sein Buch „Kanakenkind“ sein. Darin spricht er aus, was viele nicht hören möchten: wie es ist, als ältestes von sieben Kindern in einer italienischen „Gastarbeiterfamilie“ aufzuwachsen. Armut, Prügel, überforderte, trinkende Eltern, fehlende Bildungschancen, Sonderschule – an seine spätere Karriere als Fotokünstler glaubte damals niemand. Er auch nicht. Erst die Unterbringung im Heim brachte etwas Stabilität in…

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Schönheit, Stolz und Widerstand: Die Kultur der Roma

Die Roma. Buch von Madeline Potter. Hier als E-Book abgebildet

Natürlich schreibt Madeline Potter in ihrem Buch „Die Roma. Eine Geschichte von Identität und Widerstand“ auch gegen die Klischees an. Gegen Sätze wie „Hol die Wäsche rein, die Z* sind da“, was ich noch von der Nachbarin hörte, wenn die Wohnwagen wieder auf dem nahe gelegenen Festplatz standen. Später bekamen sie keine Genehmigung mehr und lagerten dann weit draußen in den Industriegebieten. Wenn ich dort die spielenden Kinder sah, dachte ich mir, das ist doch kein Leben. Auch davon erzählt Madeline Potter. Ausgrenzung, Rassismus und…

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Was wir alles über Afrika nicht wissen: „Motherland“ – eine Reise durch 500.000 Jahre afrikanische Geschichte

Buch von Luke Pepera: Motherland. 500000 Jahre afrikanische Geschichte. Das Buch liegt neben einer Bronzemaske von der Elfenbeinküste

Dass mich auf 336 Seiten kein kompletter Abriss der Geschichte Afrikas erwarten kann, war mir klar. Dafür ist der Kontinent zu groß, zu vielfältig und zu reich an Geschichte und Kultur. Doch ungefähr auf Seite 52 von „Motherland. Von Mansa Musa bis Black Panther: Eine persönliche Reise durch 500.000 Jahre afrikanische Geschichten“ dachte ich mir: Ich habe keine Ahnung, worauf der Autor Luke Pepera hinaus will. Aber ich folge ihm gerne! In 10 Kapiteln erzählt er von sehr unterschiedlichen Facetten Afrikas. Von Königinnen, Kriegerinnen und…

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Wie wird aus einem Ein-Raum-Museum ein lebendiger Ort? Das Literaturmuseum Augusta Bender in Schefflenz macht es vor

Damit ein Museum ein lebendiger Ort ist, braucht es Ideen. Das gilt für alle Museen der Welt. Aber für eines, das sich in Schefflenz, einem kleinen Dorf mit knapp 4000 Einwohnern im Odenwald, befindet, um so mehr. Wenn das Hauptthema des Museums dann noch Augusta Bender ist, eine Schriftstellerin, von der kaum jemand etwas gehört hat, erst recht. Das Literaturmuseum Augusta Bender ist so ein lebendiger Ort. Wie konnte das gelingen? Es erzählt das Leben der Augusta Bender packend nach und bietet dabei viele Anknüpfungspunkte.…

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Die Bücher, der Junge und – Leipzig!

Ach Leipzig. Allein die Beschreibungen des Graphischen Viertels Leipzig sind für mich ein guter Grund, Kai Meyers „Die Bücher, der Junge und die Nacht“ zu lieben. Um 1930 gab es dort über 2000 Betriebe rund ums Buch: Druckereien, Buchbinder, Antiquariate und Buchhandlungen. Darunter Manufakturen und kleine Handwerksbetriebe, aber eben auch Produzenten von Massenware und Industriebetriebe. Menschen, die von der Liebe zum Buch angetrieben werden, genauso wie solche, für die Bücher ein Werkzeug der Propaganda sind. Was mich zum zweiten Grund führt, das Buch von Kai…

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Esther Bejarano: Nie schweigen. Ihr letztes Interview als Buch.

Es ist nur ein schmales Büchlein geworden. Für mehr reichten Zeit und Kraft nicht mehr. Dafür packte die Shoah-Überlebende Esther Bejarano in dieses letzte Gespräch mit Jugendlichen noch einmal alles. Ihr ganzes Leben, ihren ganzen Kampf gegen das Vergessen der Nazi-Verbrechen, ihr ganzes Engagement gegen heutigen Antisemitismus, Hass und Rassismus. Gerade weil das eigentliche Interview nur gut 100 Seiten lang ist, ist es umso eindrücklicher. Hochkonzentriert, eindringlich und immer auf den Punkt. Und gerade weil es nur ein schmales Buch ist, wäre es perfekt als…

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Nächstes Jahr in – Comics und Episoden des jüdischen Lebens

Die Comic-Anthologie »Nächstes Jahr in« beleuchtet Facetten jüdischen Lebens. Doch so, wie der Satz jetzt hier auf meinem Blog steht, wird er der Vielschichtigkeit der Comicsammlung nicht gerecht. Denn Facetten jüdischen Lebens bedeutet, dass mehr als der Alltag und historische Ereignisse gezeigt werden. In jeder Geschichte schwingen Hoffnungen, Träume und Wünsche mit. Der Wunsch, eines Tages anzukommen und eine Heimat zu haben. Die Träume von einem friedlichen Zusammenleben und die Hoffnung, dass der Antisemitismus verschwindet – am besten gleich jetzt. Doch dieser Comic ist nicht…

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Hôtel Provençal. Eine Geschichte der Côte d’Azur

Es war einmal ein prunkvolles Hotel, das über Juan-les-Pins thronte, einem kleinen Ort an der Côte d’Azur, der damals noch kein Seebad und auch kein touristisches Zentrum war. „Hôtel Provençal“ erzählt nicht nur seine Geschichte von der Gründung bis zum Zerfall. Mit seinem facettenreichen Buch schildert Lutz Hachmeister auch, wie die Côte d‘Azur zu dem wurde, was sie heute ist. Doch vor allem berichtet er von den Sehnsüchten und Träumen der Menschen, die es an die Mittelmeerküste zog. Mal ging es darum, freier und selbstbestimmter…

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