Ich und die Comics. Und wie uns die Mangas in die Quere kamen.

Moebius Comics

Bücher, Zeitschriften, Comics – als Kind habe ich einfach alles gelesen, was ich in die Finger bekommen habe. Gefühlt war Lesestoff immer Mangelware. Bücher wurden vor allen Dingen ausgeliehen, gekauft eher selten. Doch ab und an gab es wohl im Supermarkt reduzierte Comics – das war wohl eine Quelle. Die andere Quelle waren die Jungs aus der Nachbarschaft: dort habe ich mir vor allem Donald Duck und Asterix ausgeliehen; ab und an auch mal Superhelden. Meine Mutter musste sich noch verteidigen, dass sie ihrem Kind Comics zu lesen gab – ich bin Jahrgang 1968. Doch selbstbestimmtes Lesen war ihr wichtiger als irgendein literarischer Bildungsauftrag und meine sehr guten Deutsch-Noten nahmen den Kritikern dann eh den Wind aus den Segeln. Sie hatte als Kind auch immer gefühlt zu wenig zu lesen gehabt und war auf die Fortsetzungsromane der Gartenlaube ausgewichen. Geschadet hat ihr das ebenfalls nicht. Eine Leidenschaft für Comics habe ich damals aber nicht entwickelt.…

weiterlesen

Sachbücher & Ratgeber – 11 Fragen und 11 Buchempfehlungen. Ein Blogstöckchen

Sachbücher & Ratgeber - 11 Fragen und 11 Buchempfehlungen - Blogstöckchen

Komm Sachbuch, hol das Stöckchen! 11 Fragen und 11 Buchempfehlungen Was macht ein gutes Sachbuch oder einen guten Ratgeber aus? Wie wichtig sind Dir Illustrationen? eBook oder Buch? Leihen oder kaufen? Online-Shop oder Buchhandlung? Ein Sachbuch-Autor, von dem Du alles liest? Hast Du einen Lieblingsverlag für Sachbücher oder Ratgeber? Was war das schrägste Thema, über das Du ein Buch gelesen hast? Ein Buch, aus dem Du viel für deinen Alltag gelernt hast? Hat ein Sachbuch schon einmal Dein Verhalten, Deine Sicht auf die Welt oder sogar Dein Leben verändert? Welches Sachbuch ist aus Deiner Sicht von so hoher literarischer Qualität, dass es Teil eines Literaturkanons sein sollte? Register und Literaturverzeichnis – nützlich, Quelle für weitere Inspiration oder ungenutztes Anhängsel? Joker-Frage: Du darfst eine Frage streichen und Dir selbst eine neue stellen. Oder eine Frage ergänzen und beantworten, die Du vermisst. Zum Abschluss bitte noch, wenn möglich, je eine Buchempfehlung: Kindersachbuch – Kochbuch – Natur/Garten/Tiere –…

weiterlesen

Gala Darling – Falsche Wimpern, Vollmondrituale und radikale Selbstliebe

Gala Darling Radikale Selbstliebe Sachbuch

Ich gestehe, dass ich ziemlich lange gezögert habe, Radikale Selbstliebe von Gala Darling zu lesen. Amerikanische Selbsthilfe-Autor*innen und ich, wir harmonieren meist nicht so sehr. Zu viel Yeah, zu viel we can Do it, zu viel Erfolgsgeschichten, zu viel Jubel. Ich bin Europäerin, Deutsche zudem. Ich mag es stiller, gerne etwas kompliziert und mit Tiefgang. Genauso mag ich aber auch das Gegenteil – im passenden Moment. Komplizierte Texte und Erlebnisse hatte ich in letzter Zeit genug. Jetzt war so ein Moment für Leichtigkeit und Jubel, für Popcorn und Glitter. Der wunderbare, knallbunte Instagram-Kanal der Autorin gab mir den letzten Anstoß, das Buch zu lesen. Gala Darling ist vor allem eines: authentisch. Eine Revoluzzer-Lady mit Stil. Falsche Wimpern, Selbstliebe, Vollmondrituale und Fetisch-Klamotten – was daran könnte verkehrt sein? Radikale Selbstliebe zu lesen macht Spaß. Dass ich für die meisten Botschaften und Tipps mal locker 20 Jahre zu alt bin, ignoriere ich an diesem Wochenende einfach. Angaben zum Buch:…

weiterlesen

In 33 Bieren durch Franken

Führer Biere Franken

Köstlich amüsiert habe ich mich bei der Lektüre von „33 Biere. Eine Reise durch Franken“. So köstlich amüsiert, dass es mir egal war, dass ich während des Lesens kein frisch gezapftes fränkisches Bier zur Hand hatte. Der Notvorrat an Flaschenbieren, den ich aus dem Urlaub in Franken mitgebracht hatte, schwand jedoch dahin. Aber Anders Möhl und Elmar Tannert erzählen, schwadronieren und informieren ja nicht nur über das Bier aus Franken. Wer so viel Bier trinkt – alles nur zum hehren Zwecke der Recherche versteht sich – braucht auch etwas zu essen dazu. Nur etwas, im Sinne von Kleinigkeit, gibt es in Franken nicht. Neumodische Sitten, das war noch nie so, wo kämen wir da hin. Die Frage, ab welchem Alter man eigentlich einen Seniorenteller bestellen darf, wird leider auch diesmal nicht geklärt. Bleibt als Alternative eine Portion Zwetschgenbammes zu zweit zu bestellen und so dem Karpfen zu entgehen: Der Karpfen spaltet das fränkische Volk in…

weiterlesen

Willkommen in Night Vale: wenn eine Dusche den Glauben an ihren Menschen verliert

Willkommen in Night Vale - skurrile Urban Fantasy

Ich mag das Buch. Andere Leser haben Willkommen in Night Vale abgebrochen, blieben ratlos zurück oder waren begeistert. Bei mir zeichnete sich bereits nach 7 von 50 Kapiteln ein Mögen ab. Ein so sehr mögen, dass ich andere Bücher – so ungefähr 10 an der Zahl – zur Seite gelegt habe. Es ist ein warmes Mögen. So, wie man einen guten Freund mag, der für ein Hobby erstaunlich talentiert ist, das man selbst ein ganz klein wenig seltsam findet. Geocaching vielleicht, fotografieren mit abgelaufenen verranzten Filmen oder Indie-Musik sammeln und bewerten wie ein manisches Eichhörnchen. So ein warmes Gefühl löst Willkommen in Night Vale mit seiner Seltsamkeit bei mir aus. Das liegt an Passagen wie dieser hier: In Catherines Büro gab es zwei Pflanzen, drei Stühle, zwei Tische, eine Kiste, sechs private Fotos in Stehrahmen, an der Wand eines von diesen klischeehaften Motivationspostern, auf dem zwei Krähen einer Waldkatze die Eingeweide herausreißen, und darunter die kitschige Zeile…

weiterlesen

Siebeneisen zieht wieder los und sucht die Mumie des letzten Inka

Roman Siebeneisen Band 3

Diesmal will Siebeneisen alles richtig machen. Sollen doch Schatten und Wipperfürth selbst losziehen, um die Mumie des letzten Inkaherrschers zu finden. Er bleibt mit seiner Freundin Lawn zu Hause in New Orleans. Nie wieder wird er sich vom Schnäppchenjagd-Logistiker Wipperfürth eine Reise organisieren lassen, bei der er Routen mit 11 Zwischenstopps nehmen muss, um ein paar Euro zu sparen! Natürlich finden sich zum Showdown dann doch alle vier Freunde in der Wüste ein. Mit den Mafiosi und dem alten Padre hatten sie jedoch nicht gerechnet. Und natürlich ist die Sache mit der Mumie ganz anders als erwartet. Wer die ersten beiden Bücher Donnerstags im fetten Hecht und Freitags in der faulen Kobra gelesen hat, weiß, was ihn bei Samstags im maskierten Waschbär erwartet. Allerdings muss sich der Siebeneisen-erfahrene Leser auf einen kleinen Hänger am Anfang gefasst machen, es dauert ein wenig, bis die Geschichte in Gang kommt, da Neueinsteigern erst einmal alle Infos zur Verfügung gestellt…

weiterlesen

Pubertäre Punk-Elfen – Die Elfen von New York wiedergelesen

Cover Elfen New York 1996

Damit ich einen Roman aufhebe, muss er mich schon sehr beeindruckt haben oder mich an eine besondere Phase meines Lebens erinnern. Der Platz für Bücher in meiner Wohnung ist strikt begrenzt. Wenn die Bücher nicht mehr in das Regal passen, sortiere ich aus. Da ich mich meist auch noch nach 10 Jahren sehr gut an die Handlung eines Romans erinnern kann, hebe ich eher Sachbücher als Romane auf. Das Kult-Buch, das bei mir drei Umzüge überstand Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit habe ich nun einen aufgehobenen Roman wieder zur Hand genommen. „Die Elfen von New York“ von Martin Millar erschien 1994 bei Eichborn und kam 1996 als Taschenbuch bei DTV heraus. Wahrscheinlich habe ich es damals direkt nach Erscheinen des Taschenbuchs gelesen. Also sind jetzt 19 Jahre seit der Lektüre vergangen (hier ein HILFE-ich-werde-alt-Geräusch vorstellen). Mich hat es damals mit seiner rotzfrechen Art beeindruckt und ich habe es drei Umzüge lang aufgehoben. Das…

weiterlesen

10 nutzlose Supertalente und ein super nützliches Bonus-Talent

Fahrrad Wand hoch - Supertalente gesucht

Es gibt so Dinge, die kann man wirklich großartig und beeindruckend. Leider keine vernünftigen Dinge oder zum Geld verdienen nützliche Dinge. Mama arbeitet hat eine Liste mit 11 Supertalenten erstellt und mir damit so etwas wie einen Blogger-Ohrwurm in den Kopf gesetzt. Diesen Blogger-Ohrwurm lasse ich nun frei – ab hinaus in die Blogosphäre mit Dir! Hier ist, nach dem Buchmessen-ABC, dem ABC der Inspiration und dem 20 Dinge über mich Blogstöckchen meine neue Liste mit 10 absolut unnützen Supertalenten und einem absolut nützlichem unnützen Supertalent: Und nun mein super-nützliches Bonus-Talent: Exakt dann, wenn der Korken mit einem satten Plopp die Sektflasche verlässt, komme ich auf der Party an. Immer. Das wolltet Ihr doch sicherlich schon immer wissen, oder? Was sind denn Eure völlig nutzlosen Supertalente? *Für ganz Neugierige: Das Foto habe ich hier aufgenommen.      

weiterlesen

Alles Quack! Duckomenta in Mannheim

Es ist fast ein wenig schade, dass die Anatiden anscheinend mit der Mond-Mission die Erde verlassen haben. Aber gut, dass das Reiss-Engelhorn-Museum sich die Mühe gemacht hat, dass Wirken der Anatiden in der Welt- und Kunstgeschichte zu erforschen! Unser Leben wäre ärmer ohne sie. Was wäre die Welt ohne die Maler Monente und Manente? Ohne Duckfretete? Und was die Architektur ohne die Baumaus-Bewegung? Was für ein Glück, dass sich ein renommiertes Museum diesem Thema widmet. Noch besser, dass ich einen schönen Sonntag Nachmittag mit Freunden in dieser Ausstellung mit Gute-Laune-Garantie verbringen konnte. Doch plant bitte ausreichend Zeit für den Besuch der Duckomenta ein, denn die Ente steckt im Detail. Es lohnt sich, alle Erklärungstexte zu lesen! Informationen zur Duckomenta-Ausstellung: Die Duckomenta Weltgeschichte neu ENTdeckt Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim 13. September 2015 bis 24. April 2016 Alle Informationen zur Duckomenta auf der Seite des Museums Den aktuellen Stand der Forschung könnt Ihr hier verfolgen. Ein Museum, das bestens…

weiterlesen

Naturkundemuseum Kassel #nkm3d

Naturkundemuseum Kassel Octopus in der Ausstellung #nkm3d

HUCH – wer will mir denn da die Handtasche ausräumen? Noch nicht mal mehr im Museum ist man sicher – unerhört! Wenn schon am Eröffnungstag der Ausstellung im Naturkundemuseum Kassel solche Geschichten passieren – wo soll das alles hinführen? Wo das im Laufe der nächsten Monate hinführt kann man tagesaktuell auf Instagram, Twitter und Facebook unter dem Hashtag #nkm3d – NaturKundeMuseum3D – beobachten. Ich bin gespannt auf die Ideen und Bilder! In dieser Ausstellung ist nämlich nicht nur Fotografieren erwünscht sondern auch der intensive Einsatz von Smartphones. Diese gemalten 3D-Tiere möchte raus aus dem Museum, raus in dieses Neuland – da helfe ich doch gerne beim auswildern! Ob das ganze nun wirklich etwas mit Kassel und seiner Naturgeschichte zu tun hat war mir, als Besucherin aus Mannheim, reichlich egal. Ich hatte meinen Spaß – das war mir wichtiger. Und ich glaube, dass sahen die meisten der herumsausenden Kinder genauso.Sie fanden die begehbaren Bilder einfach toll und ließen…

weiterlesen

Fliegende Zeilen – ein poetisches Spiel

Gesellschaftsspiel: Fliegende Zeilen

Fabulierspaß – allein schon für dieses Wort mag ich das Spiel „Fliegende Zeilen“. Fabulieren ist ein Wort, das ich in meinen aktiven Sprachschatz aufnehmen sollte. Der ist zwar durch das Bloggen auch dieses Jahr wieder größer geworden – nur E-Mail schreiben wirkt sich nicht so bereichernd auf den Wortschatz aus – aber es gibt immer noch ausreichend Platz in meiner Wortschatztruhe. Im Spiel „Fliegende Zeilen“ bekommen die Fabulierspaß-Beteiligten zu vorgegebenen Zitaten Aufgaben gestellt. Die können zum Beispiel so lauten: Es gilt, aus Zitaten wie diesen einen originellen, schrägen, berührenden, witzigen, tragischen, verschachtelten, spannenden oder beeindruckenden Text zu erschaffen: Die Zeit dafür ist knapp – gerade mal 90 Sekunden dauert es, bis die Sanduhr abgelaufen ist. Das beflügelt! Dann will ich doch mal testen, was mir so einfällt – Zeit läuft! „Tauschen Sie ein Wort“ lautet schon seit Generationen das Motto des kleinen Landes Wortistan. Aber mein Vater war Buchhalter. Er hatte nur Worte wie Jahresabschluss-Regelung, Bilanzierungsprognose…

weiterlesen

Sachen machen – was ich immer schon tun wollte

Sachen machen - Isabel Bogdan

„Sachen machen“ von Isabel Bogdan ist ein Buch, das man besser nicht am Jahresende lesen sollte, denn es könnte eine gewisse melancholische Grundtendenz verstärken – insbesondere dann, wenn die Liste der Sachen, die man machen wollte, mal wieder länger ist als die Liste der Sachen, die man getan hat. Andererseits sollte man „Sachen machen“ gerade am Jahresende lesen, denn es gibt einem viele gute Ideen, was man im nächsten Jahr alles machen könnte und wie sich das anfühlen würde. Hüpfen und rutschen steht auf jeden Fall ganz oben auf der Liste. Das kann man zum Beispiel bei einem Ü-18-Abend auf einem Indoor-Spielplatz für Kinder machen: Das ist unter anderem deswegen eine tolle Sache, weil ich es dem Weltgeist ein bisschen übelnehme, dass er Hüpfburgen erst erfunden hat, als ich schon zu groß dafür war und nicht mehr reindurfte. Aber jetzt: Hüpfburg! Rutschen! Trampolin! Klettern! Jippie! Viele der Sachen, die Isabel Bogdan im Laufe eines Jahres…

weiterlesen