• GeschichtenAgentin ist der Buch-Blog und das Lese-Tagebuch von Dagmar Eckhardt. Sachbücher und Ratgeber, Fantasy und Romane, Backlist und Neuerscheinungen: Ich lese immer viele Bücher gleichzeitig und erzähle hier auf meinem Buchblog, was sie mit mir machen. Keine klassischen Rezensionen, sondern persönliche, ehrliche Eindrücke aus Leserinnen-Sicht und mit einem Blick auf die Buchbranche. Denn ich war Buchhändlerin und bin es tief im Herzen geblieben. Abseits der Bücher findest du mich in Museen oder in der Pfalz und im Wald, auch darüber blogge ich. Stöber durch meine Buchtipps und Rezensionen und finde dein nächstes Lieblingsbuch!

Was wir alles über Afrika nicht wissen: „Motherland“ – eine Reise durch 500.000 Jahre afrikanische Geschichte

Buch von Luke Pepera: Motherland. 500000 Jahre afrikanische Geschichte. Das Buch liegt neben einer Bronzemaske von der Elfenbeinküste

Dass mich auf 336 Seiten kein kompletter Abriss der Geschichte Afrikas erwarten kann, war mir klar. Dafür ist der Kontinent zu groß, zu vielfältig und zu reich an Geschichte und Kultur. Doch ungefähr auf Seite 52 von „Motherland. Von Mansa Musa bis Black Panther: Eine persönliche Reise durch 500.000 Jahre afrikanische Geschichten“ dachte ich mir: Ich habe keine Ahnung, worauf der Autor Luke Pepera hinaus will. Aber ich folge ihm gerne! In 10 Kapiteln erzählt er von sehr unterschiedlichen Facetten Afrikas. Von Königinnen, Kriegerinnen und…

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Früher war mehr Lametta? 13 Jahre Buch-Blog GeschichtenAgentin. Eine Bestandsaufnahme

13 Jahre und 640 Blogbeiträgen später merke ich: Das Tolle an meinem Buch-Blog ist, das ich Rezension auf Rezension veröffentlichen kann. Einfach immer weiterschreiben und sich an den neuen Buchrezensionen auf der Startseite erfreuen. Das Üble ist, dass ich genau das getan habe. Doch jetzt ist Zeit für eine Bestandsaufnahme! Seit Dezember gehe ich sie alle durch. Funktionieren die Links noch? Was kann ich aus SEO-Sicht verbessern? Vor allem: möchte ich den Beitrag überhaupt behalten? Das sind meine Erkenntnisse: Content-Audit ist eine Fleißaufgabe. Warum gehe…

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Die 80er, die 90er und ich: Popkultur als Zeitreise mit Jens Balzer als Reiseleiter

Was ist mir von den 80er Jahren im Gedächtnis geblieben? Kajal und Haarspray, The Cure und Siouxsie and the Banshees. Ostermärsche und die Angst vor dem atomaren Wettrüsten. BWL Studenten überall und eine beginnende soziale Kälte in Deutschland. Viele Details und eine Erinnerung an eine Grundstimmung. Obwohl mich das Jahrzehnt geprägt hat, ist es für mich schwer zu greifen. Jens Balzer hilft. Natürlich schenkte mir sein Buch „High Energy. Die Achtziger -das pulsierende Jahrzehnt“ jede Menge sentimentale weißt-du-noch Momente. Doch er nimmt die Adlerperspektive ein…

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Unser Gehirn als Wohngemeinschaft: Die Beneficial Thinking Methode

„Glaube nicht alles, was du denkst.“ Dieser Satz hat mir schon in vielen belastenden Situationen weitergeholfen. Aber warum ist das so? Wie kann das sein, dass unser Gehirn auf eine eigentlich banale Begebenheit mit Gefahrenabwehr reagiert – Anspannung, erhöhter Puls, Stress? Wieso greife ich zu Chips, obwohl ich genau weiß, dass ein kurzer Spaziergang besser wäre? Weshalb treffe ich unkluge Entscheidungen und komme aus eingefahrenen Verhaltensmustern nicht heraus? Dr. Karella Easwaran kann das erklären. Vor allem kann sie das sehr niederschwellig erklären. Lediglich der Titel…

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Die Hexe und der Nerd: „Alle Vögel unter dem Himmel“ von Charlie Jane Anders

Vielleicht sollte ich ein Leseprojekt starten und Near-Future-Romane lesen, die mindestens 10 Jahre alt sind. Bei „Alle Vögel unter dem Himmel“ war ich verblüfft, was sich alles vor gut 10 Jahren schon abgezeichnet hat. Es gibt einen Tech-Investor, der an Peter Thiel erinnert.* Er investiert in Firmen, die Techniken entwickeln, ausreichend Menschen auf einen anderen Planeten zu bringen. Nur so könne man das Beste, was die Erde hervorgebracht hat, retten. Manche der Nerds teilen die Vision, andere finden es einfach nur toll, coole Maschinen zu…

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Wie wird aus einem Ein-Raum-Museum ein lebendiger Ort? Das Literaturmuseum Augusta Bender in Schefflenz macht es vor

Damit ein Museum ein lebendiger Ort ist, braucht es Ideen. Das gilt für alle Museen der Welt. Aber für eines, das sich in Schefflenz, einem kleinen Dorf mit knapp 4000 Einwohnern im Odenwald, befindet, um so mehr. Wenn das Hauptthema des Museums dann noch Augusta Bender ist, eine Schriftstellerin, von der kaum jemand etwas gehört hat, erst recht. Das Literaturmuseum Augusta Bender ist so ein lebendiger Ort. Wie konnte das gelingen? Es erzählt das Leben der Augusta Bender packend nach und bietet dabei viele Anknüpfungspunkte.…

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Perfekt, glatt, wirkungslos: Was KI mit unserer Sprache macht.

Was macht KI mit unserer Sprache? Die Frage ist gut und notwendig. Warum haben so viele Texte auf einmal den gleichen Aufbau, die gleichen Stil-Figuren und die gleichen Emojis? Weil KI imitiert und so formuliert, wie es rein mathematisch am wahrscheinlichsten ist. So entstehen normschöne Sätze, die im Rahmen des Üblichen durchaus brillieren. Originell sind sie nicht, aber sie funktionieren. Doch warum übernehmen Menschen diese Sätze eins zu eins für ihre ganz persönlichen Beiträge in Social Media? Pressesprecher für ihre Unternehmenskommunikation? Marketing-Manager für ihre Produkttexte?…

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Demokratie beginnt vor Ort: Gute Politik – was wir dafür brauchen.

Ich habe lange gezögert, ob ich das Buch „Gute Politik. Was wir dafür brauchen.“ von Peter Kurz wirklich lesen möchte. Meine Befürchtung war, dass es zu theoretisch sein könnte und eher für Verwaltungsfachleute geschrieben wurde. Doch der Ex-Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Mannheim richtet sich einfach an alle engagierten Bürger*innen. An Menschen, für die ihre Stadt mehr ist als der Ort, an dem sie arbeiten, einkaufen und schlafen. Vor allem schreibt er für Menschen, die eine Ahnung haben, dass die Orte, an denen wir uns im Alltag…

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Du musst gar nichts: den Selbstoptimierungswahn elegant umschiffen

Ich muss, ich muss, ich muss gar nichts. Den Song von Antje Schomaker hatte ich bei der Lektüre von Martin Brunners „Du musst gar nichts. Für alle, die nicht mehr mitmachen wollen“ sofort im Ohr. In 54 kurzen Kapiteln hinterfragt der Autor alles, was man angeblich so tun muss: Interessant und schön sein, an Challenges teilnehmen, zu allem eine Meinung haben, für seine Arbeit brennen, Ziele haben, die Welt retten und ewig leben. Im Kapitel „Ich muss nicht meine Komfortzone verlassen“ liest sich das so:…

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Stadtwildpflanzen. 52 Ausflüge in die urbane Pflanzenwelt

Knöterich, Berufkraut, Platane. Was haben diese drei Pflanzen gemeinsam? Sie sind alle drei recht zuverlässig in europäischen Städten anzutreffen. Sie sind Stadtwildpflanzen und Autor Jonas Frei bringt sie uns in 52 Ausflügen nahe. Damit schickt er uns vor unsere Haustür und lädt uns ein, dort genau hinzuschauen. Nur das Buch können wir nicht mitnehmen, denn der wunderschön gestaltete, gut 300 Seiten starke Bildband hat zwar mit 14.8 cm x 21 cm ein kompaktes Format, wiegt jedoch fast ein Kilo. Aber wer die Hände frei hat,…

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Rebel Queens. Frauen in der Rockmusik

Was passiert, wenn Fender auf Gender trifft? Eine geniale Frage. Kersty und Sandra Grether sind die richtigen, um sie zu beantworten. Weniger, weil sie als die berühmtesten Pop-Feministinnen Deutschlands gelten (sagt Birgit Fuß, Rolling Stone Germany). Sondern weil sie leidenschaftliche Musik-Fans, Musik-Journalistinnen, Musikerinnen, Label-Betreiberinnen und noch viel mehr sind. Sie leben Musik und Popkultur und Feminismus. Doch anders als so viele männliche Musik-Nerds steht bei ihnen die Vermittlung von Wissen und die Ermutigung, selbst mitzumischen, im Vordergrund. Wer jetzt an die Riot Grrrls denkt, liegt…

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Nerd Girl Magic. Noch genauer: Nrrd Grrrls

Die ersten Nerds, die mir begegnet sind, waren die Perry Rhodan Fans in meiner Klasse. Alles Jungs. Später folgten die Musik-Nerds. Mädchen wie ich versuchten, mitzuhalten. Das führte zu meiner ersten Begegnung mit den Gatekeepern. Jungs, die bestimmen wollten, was niedliche Schwärmerei und was echtes Fandom ist. Mädchen = Schwärmen = muss Mann nicht ernst nehmen. Wirklich darüber nachgedacht habe ich nicht, sondern lieber weiter Musik entdeckt. Bewusst wurde mir der Mechanismus Jahre später beim anerkennenden Nicken eines WOM-Mitarbeiters, der durch seinen Job und seine…

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Von Spinnen und Menschen. Eine verwobene Beziehung

Ich mag Spinnen. Als Kind konnte ich tote Spinnen anfassen und lebende Spinnen über meine Hand laufen lassen. Ein wenig ging mir das verloren. Heute zögere ich und bedauere das gleichzeitig sehr.Der Autor Jan Mohnhaupt schreibt über beide Seiten, über die Lebensweise der Arachniden und über unseren Blick auf diese Tiere. Biologie und Kulturgeschichte gehören für ihn zusammen. Verbunden wird beides durch die Faszination, die Spinnen ausüben. Denn wirklich neutral verhält sich kaum ein Mensch bei diesem Thema. Die Spinne, die fast bei uns wohnte…

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Anselm Kiefer ganz nah: Museum Haus Kiefer in Rastatt-Ottersdorf

Anselm Kiefer hat das Haus, in dem er aufgewachsen ist, zum Museum gemacht und ich war dort. Dieser Satz klingt harmlos. Aber so ist es nicht. Das Erste, was mir in den Sinn kommt, wenn ich an Kunst von Anselm Kiefer denke, ist Monumentalität. Überwältigung. Vielschichtigkeit. Die komplette Menschheitsgeschichte – Götter, Mythen, Lyrik, Weltkriege und gescheiterte Entnazifizierung – zu Kunst verdichtet. Große Menschheitsthemen. Doch sein Elternhaus, das jetzt zum Museum wurde, ist klein. Stimmt das? Im kleinen Rastatt-Ottersdorf ist es eines der größeren Häuser. Früher…

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Ohne Museen, ohne mich: 10 gute Gründe für einen Museumsbesuch

Foto der Bloggerin Dagmar Eckhardt, GeschichtenAgentin.

Ich war im Museum. Ja, schon wieder. Bevor ihr jetzt denkt, ich hätte ein ernsthaftes Problem (oder sei einfach nur hoffnungslos langweilig), lasst mich euch versichern: Ich weiß genau, was ich tue! Museumsbesuche sind mein kleines Laster – nur eben deutlich günstiger als Shopping und weniger schweißtreibend als Marathon laufen. Hier sind meine zehn persönlichen Gründe, warum ich regelmäßig ins Museum gehe. So betrachtet sind Museen Fitnessstudios für Körper und Geist, Inspirationsquellen, soziale Treffpunkte und Türöffner zu neuen Welten. Hier findet ihr meine Museumstipps. Habt…

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Reisen in Gedanken: Literarisches Lothringen

In den letzten Wochen bin ich in Gedanken durch Lothringen gereist. Ich habe von Städten, wie Plombières les Bains erfahren, in denen ich noch nie war. An Metz, Nancy und Lunéville habe ich neue Seiten entdeckt. Und für Orte, zu denen ich bisher keinen Zugang fand wie Géradmer und Saint Dié des Vosges, habe ich Erklärungen gefunden, warum das so ist. Meist, aber nicht immer, lautet sie: Krieg und Entvölkerung, Zerstörung und Wiederaufbau.Denn über Lothringen zu schreiben bedeutet auch, über deutsch-französische Verhältnisse zu schreiben. Über…

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Pop und Politik: Was erzählt deutsche Popmusik über unser Land und unsere Geschichte?

Über 400 Seiten, ein üppiges Literaturverzeichnis, an das sich die Playlist anschließt, 11 kleingedruckte Seiten mit Songs: „Keine Macht für Niemand. Pop und Politik in Deutschland“ ist nicht gerade snackable, sondern eine ernste Angelegenheit. Es ist keine Liste von „100 politische Songs aus Deutschland, die du kennen musst“ und auch nicht „Die 20 wichtigsten Bands, die was zu sagen haben“. Marcus S. Kleiner wählt für sein Buch einen anderen Ansatz. Im ersten Schritt analysiert er die deutsche Geschichte seit 1945, immer 10 Jahre in einem…

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Der kleinste Schuber der progressiven Phantastik: die Schattenspiele-Trilogie

Die Bücher der Schattenspiele-Trilogie – Mutterentität, im Schatten des Leviathans und Tee-Spione – sind gerade mal so groß wie meine Hand. Ein so unübliches Buchformat passt perfekt zur progressiven Phantastik, zum Verlag Ohne Ohren und zu den Autor*innen Christian und Judith Vogt, die Weltenbau und Protagonist*innen so konsequent neu denken. Die Novellen – ich nenne es „Trilogiechen“ – weisen alle miteinander eine enorme Ideenverdichtung, ein hohes Erzähltempo und eine solche Menge an Plot-Twists auf, das jede Info zur Handlung ein Spoiler wäre, der den unvoreingenommenen…

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Wohnverwandschaften – eine Herzensempfehlung

Es gibt Bücher, die sind so gut, dass ich froh bin, dass ich nicht mehr in einer Buchhandlung arbeite. Denn dann würde ich „Wohnverwandschaften“ von Isabel Bogdan unbedingt empfehlen wollen – und wüsste nicht wie. Soll ich auf die Handlung neugierig machen? „Es geht um eine WG, aber nicht um junge Leute. Einer von ihnen erkrankt an Demenz und die anderen suchen einen Umgang damit“. Oder „ein tragikomischer Roman über das Leben mit Demenz“? Danke nein, so betrachtet gibt es viele gute Gründe, das Buch…

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Ein Kommunist, ein Feinschmecker und die Magie guten Essens: Der Gourmet von Lu Wenfu

Was aussieht wie ein kleiner Lese-Snack für zwischendurch ist tatsächlich eine literarische Köstlichkeit, die Herz und Geist lange nährt. Auf gut 170 Seiten erzählt Lu Wenfu die Geschichte von Gao Xiaoting, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt, und seinem Lieblingsfeind, dem Kapitalisten und Gourmet Zhu Ziye. Für Gao ist Essen zunächst nichts weiter als ein Grundbedürfnis. Als er, mittlerweile überzeugter Kommunist, zum Leiter eines Luxusrestaurants gemacht wird, verwandelt er es zum Entsetzen des Feinschmeckers in ein Lokal für die Arbeiterklasse mit dem Charme einer Großkantine. Doch…

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Zwischen Gebet und Gartenerde: Die Geschichte der Nonnen aus Fulda, die den Biogartenbau prägten

Bete und arbeite. Das ist die Ordensregel der Benediktinerinnen. Von gärtnern ist da nicht die Rede. Doch wer so wie die Nonnen von Fulda gärtnert, verbindet beides. Die Liebe zu Gottes Schöpfung, ein unbändiger Forschungsdrang, harte Arbeit und die Wertschätzung der Ernte zeichnen ihr Gärtnern aus. Letzteres ist kein Wunder. Nach dem Krieg war das Kloster in Fulda überbelegt und Lebensmittel knapp. Selbstversorgung war kein philosophisches Ideal, sondern schiere Notwendigkeit. Mit Gottvertrauen und Erfinderinnengeist begannen die Nonnen, ihre Gärten und Äcker zu bewirtschaften. Lernen und…

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Wegweiser durch eine Welt im Wandel: Alles überall auf einmal – unser neues Leben mit KI

Als ich »Alles überall auf einmal. Wie Künstliche Intelligenz unsere Welt verändert und was wir dabei gewinnen können« im Frühjahr las, war das Sachbuch schon über ein Jahr alt. Da stellt sich sofort die Frage: Lohnt sich das bei einem so aktuellen Thema wie KI? Wurde das Buch nicht längst von neuen Entwicklungen überholt?Nein, wurde es nicht. Die Lektüre lohnt sich, denn wer KI nicht nur nutzen, sondern auch verstehen will, braucht ein solides Wissensfundament. Genau diese Grundlagen liefern Miriam Meckel und Léa Steinacker –…

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Die verborgene Tierwelt unserer Städte

Der Anfang täuscht. Was mit einer toten Kakerlaken beginnt, wird schnell sehr lebendig. Ein Jahr lang muss es der Biologe Marco Granata aus beruflichen Gründen in der Großstadt aushalten. Häusermeere, Beton, viele Menschen, wenig Grün – für ihn, der sonst in der Nähe der Berge lebt, eine lebensfeindliche Umgebung. Doch es kommt anders. Ein bisschen zumindest.Ausgehend von der toten Kakerlake beginnt er, Insekten in der Wohnung zu erforschen. Von dort geht es auf den Balkon zu den Schmetterlingen und weiter zu den Vögeln. Seine Kreise…

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Alles ist seltsam in der Welt – eine Annäherung an die Schriftstellerin Gertrud Kolmar

Eine Biografie zu lesen, bei der ich genau weiß, dass das Leben tragisch endete, kostet mich immer etwas Überwindung. Gertrud Kolmar starb viel zu früh und hatte viel zu wenig Gelegenheit, zu schreiben. Sie wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Als ich als junge Frau ihre Lyrik für mich entdeckte, wusste ich das zunächst nicht. Ich nahm sie zuerst als sehr freie, sinnliche und manchmal auch wilde Stimme wahr. Ein Gedicht, das ich so häufig las, dass der Gedichtband sich heute von alleine an dieser Stelle…

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Interozeption entschlüsselt: Was geschieht, wenn Körper und Gehirn sich gegenseitig zuhören

Den Begriff Interozeption hatte ich zuvor nie gehört. Er bezeichnet die Fähigkeit, Körpervorgänge bewusst wahrzunehmen. Dazu gehören Atmung, Herzfrequenz und Verdauung, aber auch Körperspannung und Energielevel – eben einfach alles, was in uns vorgeht. Das sind sozusagen die Rohdaten. Das Gehirn hat das Gegenstück dazu, die Erfahrungswerte. Beides zusammen mündet in einer Interpretation der aktuellen Lage plus einen Handlungsimpuls. So ergibt sich aus dem Druck auf der Blase die Entscheidung, die nächste Toilette zu suchen. Doch Fehlinterpretationen sind häufig. Das flaue Gefühl im Magen kann…

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Urlaub verändert die Gesellschaft: eine Geschichte des Tourismus

War der erste Pauschaltourist ein Pilger auf der Reise nach Jerusalem? Das ist nicht so abwegig, wie es zunächst klingt. Viele Pilger hatten schon im Mittelalter einen Reiseleiter, einen Schiffskapitän. Er beschaffte ihnen die nötigen, meist teuren Geleitpapiere, kümmerte sich um sichere Herbergen und sorgte dafür, dass seine Reisegruppe ihr Ziel auch fand. Somit sind die mittelalterlichen Pilgerfahrten eine der Wurzeln dessen, was wir heute als Pauschalurlaub bezeichnen. In »TraumZeitReise. Eine Geschichte des Tourismus« benennt Hasso Spode noch weitere solcher Wurzeln. So führte die Naturverherrlichung…

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Fragen statt Antworten: Kunst selbst sehen. Ein Fragenbuch

Ich mag keine Audioguides für Kunstausstellungen. Ich möchte keine Stimme im Ohr haben, die mir sagt, in welcher Reihenfolge ich mir die Bilder ansehen und wohin ich schauen soll. Ich möchte nicht aufgefordert werden, weiterzugehen, wenn ich gerade die Oberflächenstruktur einer Skulptur bewundere. Ich möchte meinen Blick schweifen lassen, Museumsbesucher beobachten können und zum drittletzten Gemälde zurückgehen, weil mir gerade etwas dazu eingefallen ist. Wenn ich dann doch mal einen Audioguide im Museum verwendet habe, komme ich mit mehr Wissenshäppchen aus der Ausstellung. Ich habe…

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Wie Ira Peter mir meine Nachbarn, die Russlanddeutschen näher gebracht hat

»Die sind doch nur bei uns, weil ihr Opa mal einen Deutschen Schäferhund hatte«. Solche Sätze habe ich Ende der 80er Jahre mehr als einmal gehört. Es klang für mich wie eine schlüssige Antwort auf die Frage, woher auf einmal all die Deutschen mit dem seltsamen Akzent kamen. Was wusste ich schon von Flucht, Vertreibung, Kriegsleiden, staatlich gewollten Hungersnöten und Arbeitslagern? Was vom Staatsrecht, das Russlanddeutsche als Kriegsopfer anerkennt, weswegen die deutsche Staatsbürgerschaft ihr gutes Recht ist? Hätte ich das damals gewusst, ich hätte meine…

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Zwischen Rabbi-Diskussionen und Liebeskummer: Hoodie Rosen jongliert mit zwei Welten und überlebt mit Sarkasmus

Es ist der knochentrockene, manchmal sarkastische Witz, der dieses Jugendbuch zusammenhält. Die Art Humor, der bei Jugendlichen häufig ein Anzeichen dafür ist, dass ihr Leben so gar nicht im Gleichgewicht ist. Bei Hoodie Rosen, der eigentlich Jehuda heißt, ist im Prinzip jede Welt für sich in Ordnung. In der einen ist er Jehuda, geliebter Sohn einer jüdisch-orthodoxen Familie. Sein Alltag kommt nicht-jüdischen Leser*innen durch die allgegenwärtigen religiösen Regeln vielleicht etwas ungewohnt, aber stets liebenswert-chaotisch vor. Jehuda ist eingebunden in das Gemeindeleben, lebt sich in spitzfindigen…

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»Wir müssen reden« – wie Sprache heilt oder verletzt. Und wie Wortmedizin uns allen hilft

Wir müssen reden. Dieser Satz kann ganz neutral gemeint sein. Doch in den meisten Fällen sorgt er für Kopfkino. Grübeln darüber, was das Gesprächsthema sein könnte. Eine leichte Nervosität, weil etwas Unangenehmes kommen könnte. Oder sogar Panik, weil der Adressat schlechte Erfahrungen mit Gesprächen gemacht hat, die so angekündigt wurden. Das ist eines der vielen praxisnahen Beispiele, die Lisa Holtmeier in ihrem sehr hilfreichen Buch »Wortmedizin. Ungesunde Kommunikationsmuster durchbrechen und die mentale Gesundheit stärken« präsentiert. Von People Pleasing (ja statt nein sagen) bis toxische Positivität…

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