Lernen, mit der Natur zu reden: die Biographie R. Ogilvie Crombies

Wenn heute von der Findhorn-Community die Rede ist, wird meist von einem Ökodorf gesprochen. Vielleicht fällt auch der Begriff Selbstversorger oder Permakultur. Vor 20 Jahren war das noch anders. Damals stand entweder die selbstverwaltete Dorfgemeinschaft oder die spirituelle Lebensgemeinschaft im Mittelpunkt der Berichterstattung. Das ist wohl der Grund, warum „Angenehm aus der Zeit gefallen“ mein erster Gedanke nach der Lektüre von R. Ogilvie Crombies „Der Mann, der mit den Elfen sprach“ war. In diesem Buch geht es um die spirituelle Seite Findhorns – also genau um das, was in Artikeln wie diesen hier noch nicht mal mehr erwähnt wird. Gestrandet im Glück – Frankfurter Rundschau Robert Ogilvie Crombie hat Findhorn entscheiden mitgeprägt. Für ihn war die Natur beseelt. Er lernte, mit ihr zu kommunizieren. Da Kommunikation mit einem gesichtslosen Gegenüber schwierig ist, fanden seine Gespräche mit Naturgeistern wie Elfen und Faune statt. Das ist das Bild, das er dafür wählte – eine vertraute Systematik, auf…

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Kelten, Kulte, Anderswelten: Reiseführer für Schwarzwald, Schwäbische Alb, Oberschwaben und Elsass

Der Menhir von Betenbrunn, eingemauert in einer Kirche. Der Magdalenenberg bei Villingen, der größte keltische Grabhügel Europas. Aber auch Schalensteine, alte Linden oder einfach nur Plätze, um die sich Mythen ranken: für mich sind sie ein guter Grund, eine Autofahrt zu unterbrechen und anzuhalten. Dabei sind mir die kleinen Sehenswürdigkeiten und die stillen Orte meist lieber als die großen Sensationen wie der Odilienberg. Allein – wie von ihnen erfahren? Den meisten Reiseführern sind sie bestenfalls eine Randnotiz wert. Das ist der Grund, warum ich immer neugierig auf Bücher wie „Kelten, Kulte, Anderswelten“ bin. In ihnen finde ich die kleinen Fluchten, die ungewöhnlichen Ziele, die besonderen Orte. Außerdem auch noch Informationen zu Geschichte, lokalen Sagen und Brauchtum. Allerdings habe ich mich vom Untertitel „Kraftplätze in Baden-Württemberg und Elsass“ etwas täuschen lassen. Von den vielen darin empfohlenen Stätten, die mit den Kelten verbunden sind oder verbunden sein könnten, liegt nichts vor meiner Haustür. Der Klappentext benennt die…

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Sich gesund schreiben – ein 12-Wochen-Programm

Schreibend sich selbst erkunden, um so einen Heilungsprozess einzuleiten: Darum geht es in dem Buch „Ich schreibe mich gesund“ von Prof. Dr. med. Silke Heimes. Sie hat ein 12-Wochen-Programm mit Schreibimpulsen für jeden Tag entwickelt. Anhand klarer Fragen wird das eigene Befinden und Empfinden erkundet mit dem klaren Ziel, sich gesund zu schreiben. Dabei wechseln sich sehr konkrete Fragen ab mit offenen Einladungen. So wird mal der Ist-Zustand erkundet, mal ungenutzte Ressourcen erforscht und mal eine Vision von einem gesünderen Ich entwickelt. Sie gehen am Abend ins Bett und über Nacht geschieht ein Wunder, sodass ihre Beschwerden am nächsten Morgen verschwunden sind. Woran merken Sie das? Woran merken es andere? Was wäre anders in ihrem Leben? Sie stehen auf und … Ich schreibe mich gesund – S. 104 Das ist einer der offeneren Schreibimpulse. An den meisten Tagen klingt das eher so: Welche alten, wenig förderlichen Glaubenssätze konnten Sie in der letzten Woche bereits über…

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Wirte und Stammtischler, Brauer und Köche: in fränkischen Wirtshäusern

Wer das Buch „In fränkischen Wirtshäusern“ liest, muss sich auf lange Dialekt-Passagen einstellen und damit etwas mitbringen, was den Wirten allesamt wichtig zu sein scheint: Zeit. Man mag Gäste, aber nicht jeden Gast. Reingehen, essen, ein Bier trinken und weiter – das geht gegen die Ehre eines fränkischen Wirts. Dafür macht er den Job nicht. Wahrscheinlich würde er seine Tätigkeit auch nicht als Job bezeichnen. Wirt, Wirtin – das IST man. Sonst funktioniert es nicht. Natürlich gab es auch in Franken ein Wirtshaus-Sterben. Für mich als Urlauberin fühlte es sich nicht so an, denn es ist immer noch eine beeindruckende Vielfalt an Brauereien und Gaststätten übrig. Tommie Goerz nahm die harte Recherche-Arbeit auf sich und hat eine Auswahl an typisch fränkischen Wirtshäusern zusammengestellt. Es klingt, als hatte er Spaß dabei. Sein Buch ist jedoch kein Reiseführer für Franken-Urlauber. Er stellt die Lebensgeschichte der Wirte und Wirtinnen in den Mittelpunkt. Wenn sie es denn zulassen. Nicht…

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Ein gut getarntes Lehrbuch der Hauswirtschaft – lässig und nützlich

Dieses Buch teilt das Schicksal vieler Ratgeber: Es wird häufiger gelesen als darüber gesprochen und geschrieben wird. Ob Fußpilz, Haushaltsführung oder versterbende Zimmerpflanzen: Einen Ratgeber liest man, weil man ein Defizit verspürt. Wenn es sich dabei um ein schickes Thema wie Female Empowerment oder Anti-Rassismus handelt, zeigt man noch gerne: Ich empfinde einen Mangel und ich möchte ihn beheben. Doch wer mag schon Nachholbedarf bei grundlegenden Hauswirtschafts-Themen wie Putzen oder Wäsche waschen zugeben? Ich bin jetzt über 50 und gestehe, dass es immer noch genug Arbeiten im Haushalt gibt, die ich schneller, besser oder einfach nur geschickter erledigen könnte. Dazu kam, dass ich während der Corona-Krise mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbrachte und mir Stellen auffielen, die ich sonst übersehen habe. Spinnweben im Treppenhaus, ehemals weiße Fugen in der Dusche und Konserven, die ich einem Museum spenden könnte – in der Phase habe ich sie alle gefunden. „Und fertig! Zeit, Geld und Nerven…

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Vom Reiz einer richtig guten Bausünde

„Die klassische deutsche Bausünde ist besser als ihr Ruf!“ Das ist noch einer der harmloseren Sätze aus dem großartigen Bildband von Turit Fröbe, der mich nicht nur wegen der exquisiten Auswahl an unglaublich seltsamen Gebäuden, sondern auch wegen seiner scharfzüngigen Architektur-Analysen begeistert. Turit Fröbe hat offensichtlich ein großes Herz für Häuser, die unseren Blick stören. Für Anbauten, die sich nicht einfügen. Für Fassaden, bei denen sich manch ein Betrachter nach alten Fachwerk-Zeiten zurücksehnt. Sie nicht, denn „Eine gut gemachte, originelle Bausünde zeichnet sich durch Mut, Einfallsreichtum und eine beherzte Entschlossenheit aus. Sie verfügt über eine herausragende Bildqualität und hebt sich souverän aus dem Meer der gesichtslosen, allgegenwärtigen Banalitäten ab, da sie einen guten Wiedererkennungswert garantiert und bei genauerer Betrachtung sogar eine gewisse Schönheit und einen ureigenen Charme besitzt.“ Turit Fröbe – die Kunst der BausündeAus der Einleitung, S. 8 Ich mag ihren Blick auf unsere Städte sehr. Ja, bei vielen der in dem Buch versammelten…

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So klappt’s mit dem Welt retten: enkeltauglich leben

Ratgeber enkeltauglich leben

Enkeltauglich leben – das war die Formulierung in der Klima-Debatte, bei der ich Hoffnung schöpfte. Mit diesem emotionalen und nach vorne gewandten Begriff muss doch jeder verstehen, worum es geht! Ganz so kam es dann doch nicht. Aber „enkeltauglich Leben“ ist immer noch ein Begriff, der Menschen in ihren Bemühungen vereint. Gleichzeitig ist „Enkeltauglich Leben“ eine Initiative, die im Graswurzel-Stil versucht, die Welt zu retten. Jede kleine Aktion hilft – und dieses Handbuch zur Initiative ist voll von kleinen Aktionen, die sich leicht umsetzen lassen! Das ist die Stärke des Büchlein „So klappt’s mit dem Welt-Retten“ von Antje Haider-Waller und ihrer Tochter Mona Haider: Es ist eine kompakte Zusammenfassung von Lebensstil-Veränderungen, die dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dabei geht es eben nicht nur um die Natur und das Klima, sondern eben auch um den Menschen und seine Enkel, die ein Teil von allem sind. Das zeigt sich in den Themen,…

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Gutmensch, Frühsexualisierung, Tag X: Rechte Wörter.

Ich hatte lange gehofft, dass ich mich nicht intensiver mit rechter Ideologie und rechter Sprache auseinandersetzen muss. Dass die Lektüre von Zeitungsartikeln und Blog-Beiträgen genügt, um zu verstehen, was in unserem Land passiert. Dass ich auch so jederzeit fundiert argumentieren kann, warum ich nicht nur bestimmte Wörter aus meinem Sprachschatz habe verschwinden lassen, sondern mich auch aktiv um einen Sprachwandel bemühe. Mittlerweile habe ich eingesehen, dass mein eigenes Sprachempfinden keine ausreichende Basis ist, um in Diskussionen zu überzeugen. Augenöffner war einmal, dass ich Menschen begegnet bin, bei denen ich nicht erwartet hätte, dass sie einem Sprachwandel nichts abgewinnen können. Und natürlich Bücher wie „Eine Frage der Moral“ und „Richtig gendern“. Jetzt also „Rechte Wörter – von Abendland bis Zigeunerschnitzel“ , der nächste Schritt, mich tiefer in die Thematik einzuarbeiten. Mir tat die Lektüre weh. Es schmerzt, zu erkennen, wie weit rechte Wörter in den alltäglichen Sprachgebrauch gesickert sind. Wie manche Wörter vom positiven Begriff zum…

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Über alte Wege

Dieses Buch und ich, wir kamen dann doch nicht zusammen. Dabei beginnt „Über alte Wege. Eine Reise durch die Geschichte Europas.“ von Mathijs Deen grandios. Er erinnert sich an Reisen seiner Kindheit, Fahrten, die ihn über die alte Europastraße, die damals noch keine Autobahn war, führten. Ausgehend von diesen Kindheitserinnerungen an Landstraßen, die wirklich noch über Land führten, erkundet er zunächst die Geschichte der Europastraßen, die angelegt wurden, um Völker im Frieden zu verbinden, die zuvor miteinander Krieg geführt hatten. Doch auch diese Straßen verlaufen entlang älterer Routen. Mathijs Deen steigt tiefer in die Geschichte Europas ein und arbeitet sich dann von der Steinzeit beginnend wieder zur Neuzeit durch. Menschen waren schon immer unterwegs. Manchmal suchten sie bessere Jagdgebiete, manchmal lukrative Handelsplätze. Zu anderen Gelegenheiten brachten sie Krieg, viel häufiger jedoch wurden sie heimisch. Mathijs Deen folgt ihren Routen und versucht, ihre Beweggründe zu erspüren. Sein Handlungsfaden beginnt jedoch schon bald zu mäandern. Das mag…

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Einatmen, ausatmen? Da geht noch mehr: Atemtechniken

Einatmen, ausatmen. Klappt doch. Warum sollte ich dafür ein Buch benötigen? Das entsprach in etwa meinem Denken und meinem Wissensstand, bevor ich mit Yoga anfing und bevor ich Markus Schirners Buch „Atemtechniken“ für mich entdeckte. Von Atempausen oder der Tatsache, dass man auch in die Schulterblätter atmen kann, hatte ich damals noch nichts gehört. Noch schlimmer: Ich hatte es auch noch nie erfahren. Das, was so trocken im Yoga-Unterricht als „vollständige Yoga-Atmung“ beschrieben wurde, war der erste Augenöffner. So viel Raum im Körper! So viel Beweglichkeit, die dem Atem folgt! Meine Neugier war geweckt und ich griff zum Buch. 130 Seiten später dachte ich: Ich muss nie wieder ein Buch über Atemtechniken lesen – in diesem kleinen Taschenbuch ist alles enthalten. Atemtechniken – das Kartenset. Ein spielerischer Weg für mehr Praxis. Das war 2006. Jetzt sind Karten zum Buch erschienen. Die musste ich natürlich haben. Die erste Karte, die ich zog, war die Bauchatmung. Und…

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Ziele setzen. Das Werkzeug ist da, aber …

Vielleicht wäre manches in meinem Leben anders gelaufen, wenn mein jüngeres Ich schon ein solches Buch und die zugrunde liegende Methodik gekannt hätte. Ziele setzen, das ist nichts, was mir in die Wiege gelegt wurde. Ich bin die, die immer vom Schwebebalken gefallen ist, sich geschüttelt hat und weitergemacht hat – ohne sich das Ziel zu setzen, besser zu werden. Mich hat das Runterfallen einfach nicht gestört. In der Schule war mein Ziel, gute Noten zu schreiben – ohne jemals zu definieren, ab wann eine Note gut ist. Später im Beruf bin ich wenigstens mal darüber gestolpert, dass Ziele SMART sein sollen. Messbar war dabei immer der Dreh- und Angelpunkt – also Umsatzsteigerungen und Lagerdrehzahl festlegen. Aber was ist privat ein gutes, messbares Ziel? Lieber smart als SMART? Vielleicht wäre deswegen auch nichts anders verlaufen, wenn ich dieses Buch eher gelesen hätte. Auch wenn sich bei der Methodik viel getan hat und ich noch nie…

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Eine Einführung in die Musikethnologie

Musikethnologie war diesmal die Wissens-Insel, zu der mich meine Neugier trieb. Das kam so: Yoga machen, Mantras hören. Neugierig werden. Bücher über Mantras lesen. Auf das Thema Raga stoßen. Konzerte in der OMM, der Orientalischen Musikakademie Mannheim, besuchen. Noch neugieriger werden. Versuchen, das System der Ragas zu verstehen. Genussvoll daran scheitern. Neugierig bleiben und sich für Weltmusik zu interessieren beginnen. Für mein Leseverhalten typisch: Neue Themen und Bücher treten immer zusammen auf. Dabei greife ich auch gerne zu Büchern, die eigentlich nicht für mich geschrieben wurden, und nehme dabei in Kauf, dass ich nicht alles verstehen werde. Macht nichts, denn diese Art des Lesens bringt mir sowieso mehr Erkenntnisgewinn, als ich mir langfristig merken kann. So war es auch in diesem Fall: Musikethnologie von Lars-Christian Koch, erschienen in der Reihe Musik kompakt beim Verlag WBG Academic. Um es aus der Perspektive der nicht-studierten Leserin zu sagen: ein Buch von Uni-Menschen für Uni-Menschen. Also nicht wirklich…

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