50 Werkzeuge für gute Texte

Roy Peter Clark Die 50 Werkzeuge gutes Schreiben Handbuch für Autoren, Journalisten, Texter

Wie lernt man, gute Texte zu schreiben? Darüber habe ich in letzter Zeit viel mit meinen Agentur-Kolleginnen diskutiert. Talent mag die Basis sein, aber meiner Meinung nach ist texten vor allem Handwerk. Daher passt die Haltung, die ein Buchtitel wie „Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben. Handbuch für Autoren, Journalisten und Texter.“ ausdrückt, für mich perfekt. Handwerk und Werkzeuggebrauch kann man lernen. Üben, üben und noch einmal üben meint Malcolm Gladwell dazu und nennt einen Aufwand von 10.000 Stunden. Roy Peter Clarke wird dem sicherlich nicht widersprechen: Er liefert in seinem Buch jede Menge Übungsaufgaben gleich mit. Die ich, wie das meistens bei mir der Fall ist, weitesgehend ignoriere. Ich gehe mit seinen Tipps lieber gleich in die Praxis und arbeite direkt an meinen Blog-Beiträgen, SEO-Texten, Klappentexten, Pressemeldungen und allem, was ich sonst noch schreibe. Denn das ist für mich das Tolle an dem Buch: Diese Tipps sind universell einsetzbar – egal ob Roman, Presseartikel…

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Sturzprophylaxe? So alt bin ich doch noch nicht!

Warum greift jemand wie ich, noch fit und beweglich, zu einem Buch, das sich mit Gleichgewichtsübungen im Alltag befasst und sich eher an Senioren richtet? Bei mir waren es gleich zwei Gründe – Alltagsbewegung und Sturzprophylaxe – wenn auch mit sehr unterschiedlichen Geschichten dahinter, die ich beide erzählen möchte. Eines vorneweg: Ich habe „Besser in Balance – Einfache Gleichgewichtsübungen im Alltag“ mit viel Gewinn gelesen. Bequemlichkeit und Bewegungsarmut im Alltag Durch meinen Wechsel vom Einzelhandel in einen Bürojob habe ich gelernt, wie schnell ein Mensch sich in einem neuen, bequemeren Leben einrichten kann. Bewegungen wie in die Hocke gehen, die früher zum Berufsalltag gehörten, waren auf einmal nicht mehr notwendig. Bald knackste das Knie, die Gelenke wurden steif. Unglaublich, wie schnell so etwas passiert! Noch erschreckender fand ich, wie leicht ich das mit einem Schulterzucken abtat – ist halt so, das Alter, ich werde auch nicht jünger. Seit dieser Erkenntnis versuche ich, bereits in meinen…

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Die wahre Geschichte der Popmusik

Für die gut 200 Seiten von „On the wild side – die wahre Geschichte der Popmusik“ habe ich Wochen gebraucht, weil ich ständig unterbrechen musste, um Musik zu hören. Ich glaube, ein größeres Kompliment kann ich Buch und Autor kaum machen. Schon alleine der Anhang ist den Preis des Buches wert: Eine Auswahl stilbildender LPs von 1966 bis 2004, die Martin Büsser jeweils mit einem prägnanten Satz beschreibt. Big Black – Songs about Fucking Provokantes, musikalisch wegweisendes Album des späteren Starproduzenten Steve Albini: sägende Gitarren zu wummernder Drumbox zwischen Post-Punk und Prä-Techno. Martin Büsser: On the wild side. Die wahre Geschichte der Popmusik Oder das hier: The The – Soul Mining Vielleicht die einzige Band, der es gelang, den Blues im Wave-Kontext auferstehen zu lassen. Martin Büsser: On the wild side. Die wahre Geschichte der Popmusik Kein Wunder, dass ich ständig seinen Analysen hinterher hören musste! Doch in diesem Buch geht es um mehr als…

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Alles nur Fassade – Architektur deuten lernen

Natürlich ist es schön, sich einfach so durch eine Stadt treiben zu lassen. Laufen, atmen, schauen. Das genügt völlig. Eigentlich. Noch schöner finde ich es aber, sich durch eine Stadt treiben lassen, den Blick zu öffnen und nach Strukturen Ausschau zu halten. In Berlin fasziniert mich zum Beispiel jedes Mal der Rhythmus der Stadtviertel: Wohngebiet, Park, Häuser aus unterschiedlichen Jahrzehnten und dann, wenn es wieder mehr Läden gibt, kann die nächste U-Bahn-Station nicht mehr weit sein. Mit einher gehen Geschichten voller Leben, die sich in den Straßen einer Stadt widerspiegeln. Architektur erzählt ebenfalls Geschichten über die Stadt und die Menschen. Man muss sie nur lesen können. »Alles nur Fassade?« Ist ein Wörterbuch für solche Geschichten. Schau dir die Fenster an – Architektur deuten lernen Die Fassade ist bei Stadtspaziergängen das, was wir auf jeden Fall erblicken können. Wenn wir denn hinschauen. Einem Jugendstilgebäude fällt es leicht, unseren Blick auf sich zu ziehen. Ein Gebäude aus…

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Die Kräuter in meinem Garten

Die Kräuter in meinem Garten - 800 Seiten Buch aus dem Freya Verlag

Ich gestehe: Die meisten Kräuter in meinem Garten wurden aus kulinarischen Gründen gepflanzt – Salbei, Lorbeer, Thymian. Manche auch, weil ich statt Vorgarten einen Sandstreifen habe, der sich in der prallen Mittagssonne stark aufheizt. Hier wuchert Rosmarin, der sich offensichtlich wie zuhause fühlt und froh ist, dass er nicht von wilden Ziegen zurück gebissen wird. Ich bin mir der Heilwirkung der Kräuter wohl bewusst. Nichts hilft bei mir so gut gegen Wetterfühligkeits-Kopfschmerz wie ein Mädesüß-Tee. Doch die Blüten in meinem Garten überlasse ich lieber den Hummeln und Bienen und hole mir den Tee in der Apotheke. Ein paar mal habe ich Heilkräuter gesammelt – Lindenblüten zum Beispiel. Wisst ihr, wie klebrig die sind? Das Trocknen wollte nicht so recht klappen und im Endeffekt sind sie dann doch wieder im Garten gelandet, auf dem Kompost. Die einzige Heilpflanze, von der ich immer einen großen Vorrat habe, ist Salbei. Kein Wunder: Wenn ich den nicht zweimal im…

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Atlas der ungezähmten Welt.

Es gibt Menschen, die können sich in Landkarten vertiefen wie in Bücher. Ich gehöre da eigentlich nicht dazu – außer, es handelt sich um eine historische Karte von einer Gegend, die ich kenne. Dann wird auch für mich eine Landkarte zu mehr als einem Handwerkszeug, das mir hilft, von A nach B zu kommen. Dann erzählt auch mir eine Karte Geschichten. Es waren also nicht die Karten, die mich zu den beiden Büchern aus dem Brandstätter Verlag haben greifen lassen. Es war die Neugier auf die Welt. Atlas der ungezähmten Welt Beim »Atlas der ungezähmten Welt« stehen für mich die Geschichten im Vordergrund, doch es braucht die Karte, damit ich mir Abgeschiedenheit, Schroffheit, Unwegsamkeit vorstellen kann. Extrem, verwildert, unberührt, isoliert oder rätselhaft sind die Gegenden, über die Chris Fitch schreibt. Ich bezweifel, dass er sie alle selbst bereist hat. Aber darum geht es auch nicht, sondern um die Reisen, die wir nur mit dem Finger…

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Der Hindu-Tempel. Ein Standardwerk, leider untergegangen

Ist es überhaupt sinnvoll, über Bücher zu bloggen, die es nicht mehr gibt? Im Falle von George Michells »Der Hindu-Tempel. Baukunst einer Weltreligion« kann ich nur sagen: Fundiert und umfassend – mehr Informationen über Geschichte, Architektur und Bedeutung der hinduistischen Tempel werdet ihr nirgendwo anders in deutscher Sprache in so kompakter Form finden. Einen Grundkurs in indischer Geschichte bekommt ihr noch dazu. Und nun fröhliches Suchen – das Buch ist vergriffen. Vergriffen heißt: Das Buch wird nicht mehr aufgelegt, der Verlag hat es nicht mehr auf Lager. Am besten Mal in der Bibliothek schauen. Oder vielleicht kann die Fernleihe der Uni-Bibliotheken noch ein Exemplar besorgen? Gerade bei einem Thema wie Kunstgeschichte kann das gut sein. Ungefähr das habe ich jahrelang meinen Kunden in der Buchhandlung erzählt. Heute heißt vergriffen lediglich: Schau mal bei Booklooker, Medimops und Co. Die Chance, dass irgendein Antiquariat in Deutschland noch ein Exemplar vorrätig hat, ist groß. Mit Booklooker wird das…

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Elsass. Gibt es auch jenseits der Weinstraße.

Für die Pfalz gibt es wohlwollend blumige Namen wie Toskana Deutschlands. Von den Pfälzern selbst wird das wenn überhaupt nur gegenüber Außergewärtigen, Touristen, benutzt. Das gilt auch für »Der Norden Frankreichs« oder »Wo Frankreich nahe ist« – zwei Umschreibungen, die ich noch nie verstanden habe, denn demnach wären Pfälzer Fast-Elsässer. Oder umgekehrt. Wenn ich in das nahegelegene Elsass fahre, ist es für mich offensichtlich, das ich in einem anderen Land bin. Die Dörfer sehen anders aus. Die Menschen gehen am Wochenende anderen Hobbys nach – Quadfahren, angeln, picknicken. Zumindest ist das mein Eindruck, wenn ich dort wandere. Die Wälder leiden zudem unter einem eklatanten Mangel an Pfälzer Hütten mit Einkehrmöglichkeiten. Womit die Beweisführung abgeschlossen ist: Trotz Wein, Sandstein und Burgen ähneln sich die Pfalz und das Elsass nicht. Daran, dass die Supermärkte sonntags nicht offen haben, merkt man aber auch deutlich, dass das Elsass nicht Frankreich ist. Genau diese Eigenständigkeit zeigt Petra van Cronenburg in…

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Das ist das Bauhaus!

Das ist das Bauhaus! 50 Fragen - 50 Antworten

Klug konzipiert, gut geschrieben, genial illustriert und zudem noch eine Meisterleistung der Buchherstellung: „Das ist das Bauhaus!“ In 50 Fragen und Antworten führt uns Gesine Bahr durch die Welt des Bauhaus und erklärt uns das Konzept, die Philosophie und die weltweiten Auswirkungen der Design-Schule. Unterstützt wird sie dabei von Halina Kirschner, deren Illustrationen die Schwerpunkte der Kapitel ins Rampenlicht rücken. Auch andere Bauhaus-Bücher versuchen, uns einen Überblick zu verschaffen. Aber die Herangehensweise von „Das ist das Bauhaus!“ sticht aus der Flut an Neuerscheinungen heraus. Dank klug gewählter Fragen beleuchten Autorin und Illustratorin das Bauhaus aus vielen verschiedenen Blickwinkeln und verschaffen dem Leser damit einen umfassenden Überblick. Gerade für Leserinnen wie mich, die mit einem bunten Sammelsurium an Wissensbruchstücken und Anekdoten zum Thema Bauhaus in das Buch starten, erweist sich dieses Konzept als genial. Dieses Buch kuratiert in meinem Gehirn meine bunt zusammengewürfelte Sammlung aus Wissensschnipseln zu einer strukturierten Bauhaus-Ausstellung, die sowohl Künstlerbiographien, politisches Umfeld, Architektur-…

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Haben Bilder ein Eigenleben?

Was will mir das Bild sagen? Also nicht: was bedeutet es? Auch nicht: was hat sich die Fotografin dabei gedacht? Sondern ganz direkt: was will dieses Bild von mir? Die Fragestellung war mir sympathisch, erschien sie mir doch wie eine gute Weiterführung meiner Methode, mir Kunst anzuschauen. Wenn ich mich frage „Berührt mich dieses Bild oder diese Skulptur?“ dann begebe ich mich ja bereits in einen Dialog mit dem Kunstwerk selbst. Der Gedanke, dass Bilder Reaktionen von uns herausfordern und ein Eigenleben besitzen, gefiel mir. Doch das Buch und ich, wir kamen nicht zusammen. Mitchell schreibt für Menschen, die sich in der Medientheorie bestens auskennen. Nur wer die Theorien vor Mitchell kennt, kann seinen Gedankengängen folgen. Dann macht es auch sicherlich Spaß, ihm beim Denken und Theorien entwickeln zu folgen. Ich als interessierter Laie mit gelegentlichem Hang zum Nerdtum hingegen bin ausgestiegen. Lektüre abgebrochen. Auf die Frage, was dieses Buch eigentlich von mir will, kann…

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Richtig gendern. Vorsicht, Reizwort! (aber nicht für mich)

Mit Sprache beschreiben wir nicht nur die Welt, wir gestalten sie auch. Wenn ich möchte, dass sich die Welt ändert – und das will ich – dann ist ein Schritt zum Ziel, meinen Sprachgebrauch kritisch zu überprüfen. Eine gerechtere Sprache ist ein kleiner Baustein, der dazu beiträgt, Artikel 3 des Grundgesetz umzusetzen. Um so erstaunlicher, was für einen Aufschrei geschlechtergerechte Sprache verursacht! Dabei ist es sehr wohl möglich, Texte zu gendern, ohne dass der Lesefluss ins Stocken gerät. Es ist alles nur eine Frage des Könnens und Wollens – bei beidem hilft dieses Buch. Gewohnheit, du träges Tier Für meinen Geschmack nutze ich selbst geschlechtergerechte Sprache nicht konsequent genug. Warum? Es ist die Macht der Gewohnheit. Schnell einen Text runterschreiben und auf veröffentlichen klicken – das ist meine Art, Blogbeiträge zu verfassen. So kommt es, dass ich mich immer mal wieder aus alter Gewohnheit selbst als Blogger oder Leser bezeichne. Korrekt ist das nicht, denn…

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Rabenvater Staat – Plädoyer für einen Neustart in der Familienpolitik

Jenna Bejhrends - Rabenvater Staat. Plädoyer für einen Neustart in der Familienpolitik. Sachbuch. DTV Verlag

Flickwerk ist noch eine beschönigende Bezeichnung für all die Gesetze, die Eltern und Kinder betreffen. Manches wie das Ehegatten-Splitting stammt aus einer längst vergangenen Zeit, anderes wurde erlassen, um eine bestimmte Wählerklientel zu bedienen. Einiges ist schlicht und einfach unlogisch – so wie 19% Mehrwertsteuer auf Windeln zum Beispiel. Ganz chaotisch wird es bei der Frage, wer in Patchwork-Familien für welches Kind welche Entscheidung treffen darf. Jenna Behrends analysiert dieses Kuddelmuddel kenntnisreich und detailliert. Ihr Ziel ist eine Gesellschaft, in der Vereinbarkeit möglich ist. Dabei hat sie die tatsächlichen Lebenswelten von Eltern im Blick: Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Partnerschaften, berufstätige Eltern oder Beziehungen, in denen ein Partner wegen der Kinder kürzer tritt – sie alle brauchen Unterstützung. Familie ist, wo Kinder sind Jenna Behrends verwendet diese schlichte Definition, die einfach alle Formen des menschlichen Zusammenlebens umfasst. Im Weltbild der CDU wäre das ein riesiger Fortschritt, dem ich applaudieren würde. Doch nach dieser Definition lebe ich nicht in…

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