Das Buch der Ideen. 50 Wege, um Ideen effizient zu produzieren

Fliegen einem gute Ideen zu oder sind sie das Ergebnis harter Arbeit? Kevin Duncan meint letzteres. In seinem Büchlein „Das Buch der Ideen. 50 Wege, um Ideen effizient zu produzieren“ ist nicht umsonst von Produktion die Rede. Dafür gibt er uns 50 Techniken und Übungen an die Hand. So entsteht ein Trainingslager, ein Ideen-Bootcamp. Auch wenn die meisten Übungen für Teams und Gruppen gedacht sind, können sich auch Einzelkämpfer viel daraus ableiten. Mit nur wenig Textblöcken zwischen den Übungen schafft es Kevin Duncan, zu erklären, wie Ideen entstehen und wie man sie bewerten kann. Hier gibt es keine langen Ausflüge in die neuesten Forschungen der Psychologie. Kurz und prägnant das Wichtigste auf den Punkt gebracht – schließlich wollen wir ja effizient weiter Ideen entwickeln. Er ist übrigens ein großer Fan des Denkens IN Schubladen. Von wildem, unkontrollierten Brainstorming hält er nicht viel: Die meisten Unternehmen haben säckeweise exzentrische, irrelevante und manchmal geradezu blöde Ideen, die sie nicht benutzen können, weil sie wirtschaftlich unmöglich, unangemessen und einfach abseitig sind. Die meisten sind in schlecht durchgeführten Brainstormings…

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Welt retten für Einsteiger

Und jetzt retten wir die Welt - Sachbuch

Einfach irgendwo anfangen und dann nicht mit dem weitermachen aufhören: Welt retten beginnt mit dem ersten Schritt, egal wie klein dieser einem erscheinen mag. Die Auswahl an kleinen Schritten ist groß in diesem Buch und die Autoren vermitteln einem das gute Gefühl, dass kleine Schritte völlig ok sind. Jedes Kapitel widmet sich einem Lebensbereich: innere Haltung, Körper, Essen, Klamotten, Nachbarn, Mobilität, Arbeit, Konsum, Politik, Geld, Kultur – da findet jeder etwas, wo er selbst für sich ansetzen kann. Zwischendurch werden immer wieder Menschen vorgestellt, die Vorbild sein können. Darunter mehr Alltagshelden als große Helden. Jeder von Ihnen hat irgendwann mal einfach irgendwo angefangen. Dann kam eines zum anderen und die Projekte wurden größer. So geht Veränderung. Veränderung kann Angst machen. Veränderung kann als zu groß, als nicht machbar erscheinen. Deswegen gibt es zu jedem Thema Vorschläge, wie man mit allerkleinsten, einfach umsetzbaren Schritten beginnen kann. Damit die Veränderung weitergeht, wird auch gleich aufgezeigt, wie man von diesem Schritt aus weitermachen kann. Stillstand ist nicht. Sympathisches Konzept, gelungenes Buch. Aber alles in allem erweckt das Buch…

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Über Lieblingsautoren zu bloggen ist nicht einfach: Wolf-Dieter Storl

Bücher von Storl die ich gelesen habe

Eigentlich erstaunlich, dass ich seit 2012 – so lange blogge ich hier schon – nur einen einzigen Beitrag zu Wolf-Dieter Storl und seinen Büchern veröffentlicht habe. Er zählt zu meinen Lieblingsautoren, einfach weil er ein begnadeter Erzähler und ein lustvoller Kreuz-und-Querdenker ist. Das macht Spaß zu lesen, erweitert meinen Horizont und sorgt für Aha- Momente. Andererseits erstaunt mich das auch wiederum nicht, denn ich kenne das von mir: je besser mir ein Buch gefällt desto schwerer fällt es mir, darüber zu reden. Das ging mir schon als Buchhändlerin so. Es erschien mir als fast unmöglich, die Fülle an Gedanken zu einem Lieblingsbuch in zwei, drei knackige Sätze für das Verkaufsgespräch zu packen. Damals habe ich begonnen, mir vor dem Weihnachtsgeschäft Knacksätze zu Büchern zu notieren, so dass ich sie bei Beratungen besser im Hirn verankert hatte. Es hat funktioniert und vielleicht war das ja die Keimzelle für mein heutiges Bloggen? Zurück zu Storl, von dem ich längst noch nicht alles gelesen habe. „Wanderung zur Quelle. Geschichten von Shiva und Parvati“ fehlt mir zum Beispiel noch. Warum…

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Autismus erklärt von einem Autisten

Autismus erklärt von einem Autisten, aber dennoch kein autobiographischer Bericht: das ist der Ansatz von Aleksander Knauerhases Sachbuch „Autismus mal anders: einfach, authentisch, autistisch“. Gleich mein Fazit vorneweg: ein überzeugender Ansatz und ein lohnendes Buch. Aleksander Knauerhase sitzt nicht verschwiegen und vor sich hinschaukelnd in der Ecke; er ist ein „Autist zum Anfassen“*. Womit ich schon die erste große Baustelle beschrieben habe, die er in seinem Buch bearbeitet: er räumt Vorurteile aus. Eine seiner ersten Aufforderung an den Leser lautet, bitte alles zu vergessen, was er je in Filmen an autistischem Verhalten gesehen hat. Am besten auch die Autobiographien von Autisten kurzzeitig aus dem Lesergedächtnis verbannen, um sie nach der Lektüre neu zu bedenken. Jeder Autist ist anders. Das arbeitet der Autor genauso gut heraus wie das, was allen Autisten gemeinsam ist: Autismus ist eine andere Art, Umweltreize zu verarbeiten. Autisten können Reize nur sehr schlicht filtern. Jedes Geräusch, jeder Geruch, jede Berührung, jeder visuelle Eindruck, jegliche Kommunikation kommen bei Ihnen ungefiltert im Gehirn an. Das ist mehr, als man verkraften kann. Zudem kann diese Reizüberflutung zu…

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Zuerst denken, dann klicken: die Fake-Jäger

Zuerst denken dann klicken. Mimikama Fake Jäger Buch. Rezension

Am Anfang ging es hauptsächlich um schlechte Scherze wie die angeblichen Tierfänger, wahlweise Organjäger, im weißen Bulli. Das war in einer Zeit, als auf Facebook noch hauptsächlich Privates gepostet wurde. Doch jemand kannte jemanden, dessen Freund eine Schwester hatte, der genau das passiert war … Die Fake-Jäger nahmen sich dieser Scherze an und klärten auf. Dann entdeckten die Firmen das Netzwerk, Facebook wurde kommerzieller und die schlechten Scherze änderten sich entsprechend. Gewinne das neue I-Phone oder einen 500€ Gutschein von wem auch immer, wenn – ja wenn Du Dich nur zum Narren machst und diesen Beitrag teilst: so lautete der klassische Hoax in dieser Phase. Die Fake-Jäger blieben dran, prüften und veröffentlichten sachlich und von Beweisen gestützt, was an diesen Geschichten und Verschwörungstheorien dran ist: nichts. Absolut gar nichts. Wofür ich sie immer bewundert habe ist, dass sie auch bei den abstrusesten Storys wie Essig gegen Chemtrails neutral blieben und die, die daran geglaubt hatten, nicht lächerlich gemacht haben. Genau dieser Tonfall prägt auch das Buch und genau deswegen liest es sich einfach großartig! Die…

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Fürst Pückler – Bestseller-Autor zu Kaisers Zeiten

Biographie Fürst Pückler

Im Museum gewesen: „Parkomanie – Die Gartenlandschaften des Fürst Pückler“. Gleich danach im Museumsshop eine Biographie gekauft, weil mir der Mensch, um den es in der Ausstellung ging, fremd geblieben ist. Beim Lesen köstlich amüsiert, obwohl ich die Ausstellung ich als sehr theorielastig empfunden hatte. Doch das Museum ist unschuldig: es liegt am Menschen Fürst Pückler, der sich so gar nicht in eine Schublade zwängen lässt – und erst recht nicht in eine einzige Ausstellung. Fürst Pückler war ein bunter Hund. Ein Adliger, der bis Mittags schläft, sich danach im Garten die Hände schmutzig macht, abends in orientalischer Kleidung tafelt und anschließend viele Briefe an Frauen jeglichen Alters schreibt. Wäre er Brite gewesen, hätte man ihn als Exzentriker bezeichnet. Auch politisch saß er zwischen allen Stühlen und fühlte sich dort wohl. Dem jungen Deutschland stand er genauso nahe wie dem Kaiser und Bismarck. Regelmäßiger Gast in den Klatschspalten der Presse und Bestseller-Autor war er zudem auch noch. Wie schreibt man zu Kaisers Zeiten einen Bestseller? Wie hat man damals, zu Kaisers Zeiten Bestseller gemacht? Genau…

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Die Geschichte des Rock ’n‘ Roll in zehn Songs

Marcus, Greil: Die Geschichte des Rock 'n' Roll in zehn Songs

Das Anliegen von Greil Marcus ist klar: es ist der Song, der zählt. Nicht die Musikgeschichte, nicht die Wirkungsgeschichte und der Chart-Erfolg schon mal gar nicht. Hat der Song mehr als dieses gewisse Etwas? Hat er den richtigen Wumms? Führt er ein Eigenleben durch die Jahrzehnte hindurch? Dann könnte es sich um einen jener Rock’n’Roll Songs handeln, die ein eigenes Energiezentrum darstellen. Songs, die nicht vom Künstler erschaffen wurden, sondern die sich einen Künstler gesucht haben, um hinaus in die Welt zu kommen. Transmission von Joy Divison ist ein solcher Song (mehr Gedanken zur Band Joy Division hier auf meinem Blog). Doch dafür, dass der Song wichtiger ist als die Musikgeschichte, findet sich in dem Buch „Die Geschichte des Rock ’n‘ Roll in zehn Songs“ sehr viel zur Musikgeschichte. Für meinen Geschmack zuviel, zu wild und zu intuitiv verknüpft. Weil es über die Band einen Musikfilm gibt und der Hauptdarsteller in einem anderen Film mitgespielt hat, in dem die Schlüsselszene von einem Song unterlegt wird, der sich auf ein Buch bezieht, das eine ähnliche Stimmung hat…

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Psychologie der Kunst: Wodurch Bilder wirken

Psychologie der Kunst - Sachbuch

Was will uns das Lächeln der Mona Lisa sagen und lächelt sie überhaupt? Ich hatte geahnt, dass sich darüber schon viele Menschen Gedanken gemacht hatten und hatte das bisher einfach ignoriert. Wie ich anscheinend überhaupt in den über 40 Jahren, die ich mir nun schon bewusst Kunst anschaue, vieles ignoriert habe. Psychologie der Kunst? Dieses Themengebiet war mir neu. Ob die Mona Lisa nun lächelt wird auch dieses Mal nicht endgültig geklärt. Doch den Exkurs über das Lächeln in der Kunstgeschichte – tendenziell eine Erfindung der Neuzeit – fand ich hochinteressant. Auf Bildern gelächelt haben früher fast nur Madonnen. Warum das so ist und was ein Lächeln beim Betrachter auslöst – das zu erkunden, lädt das Buch ein. Es ist ein Studienbuch, ein Sich-Gedanken-mach-Buch. Eines, das Anregungen gibt, Querverbindungen herstellt und den Stand der Forschung zusammenfasst. Jedes Kapitel endet mit der Aufforderung zu praktischen Übungen. Was empfinden wir überhaupt als schön? Muster, Farbigkeit, Rhythmus und Wiederholung spielen hier eine große Rolle. Das wiederum erklärt, warum auch Menschen, die keine moderne Kunst mögen, sich eher mit…

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Fast pefrekt: warum die Suche nach Perfektion Langeweile auslöst

Sachbuch Perfektionismus: Fast pefrekt

Fast pefrekt. Kein Tippfehler, sondern eine Lebenseinstellung. Wobei damit etwas anderes als „Ist mir egal, ich lass das jetzt so“ gemeint ist. Fast pefrekt lädt zum lustvollen Scheitern ein. Dahinter steckt die Überzeugung, dass nur aus Misserfolgen wirklich Kreatives entstehen kann. Irgendwann. Nach vielen missglückten Anläufen. Nur, wer nimmt sich die Zeit für diese Umwege? Wer Perfektion anstrebt neigt dazu, nachzuahmen, was schon existiert. Eine bestehende Meßlatte wird übertragen. Wie soll da Neues entstehen? Und wo bleibt der Spaß, der Spieltrieb, das lustvolle Ausprobieren? Ausprobieren beinhaltet nun mal Scheitern. Das muss man aushalten können. Eric Kessels motiviert, in dem er den Blick auf das Unerwartete, das Schöne, das Geniale lenkt, das nur durch Ausprobieren und den Maßstäben nicht genügen entstehen kann – zB. wenn beim Fotografieren der Finger vor der Linse war. Hätte ich raten sollen, welcher Verlag Fast pefrekt veröffentlicht hat, hätte ich sofort Hermann Schmitt geantwortet. Es ist aber Dumont. Das macht mich neugierig: planen die noch mehr in dieser Art? Aber warum sind die Schwarz-Weiß-Fotos so pixelig? Gehört das so und ist…

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Schöner wandern in Franken mit Graupelschauern

Fotos Franken

Graupelschauer. Für diese Form des Niederschlag habe ich im Franken-Urlaub im winterlichen Frühling 2016 eine besondere Vorliebe entwickelt. Graupelschauer prallen von der Regenjacke ab. Dabei wird man nicht nass. Einfach weiterlaufen bis zum nächsten Gasthof und dort wieder aufwärmen. Geplant war ein Wander- und Biergartenurlaub; es wurde ein Wander-und Bierurlaub. Doch dank der Graupelschauer konnten wir trotz des unerwarteten Kälteeinbruch sehr viel wandern. Bei der Urlaubsplanung und beim Finden der Wanderrouten geholfen haben diesmal diese Reiseführer aus dem fränkischen Ars Vivendi Verlag: Pünktlich nach meinem Franken-Urlaub war dann auch der Bierführer lieferbar: Wandern in Franken: bergauf, bergab und wieder hinauf und wieder hinab Ars Vivendi ist kein Reiseführer Verlag, verlegt aber Regionalia, nach denen man reisen kann. Diese Unterscheidung musste ich als Leserin stets im Hinterkopf behalten. „Fundort Sagen und Legenden in Franken“ enthält wenig Kartenmaterial, aber viel Geschichten, Anekdoten, Sagen und Wissenswertes zur Landschaft und zur Geschichte Frankens. In diesem Buch habe ich mir die Anregungen und Inspirationen für wunderschöne Wandertouren gesucht. Danach habe ich mir eine Landkarte daneben gelegt und versucht, herauszubekommen, wie…

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Limo, Fassbrause und Brausepulver selbstgemacht

Kochbuch Limo Spritz und Brause selbstmachen

So beginnt eines der Rezepte aus dem Buch „Limo, Spritz & Brause“: Für die Limetten-Minze-Limonade nehme man 1,1 Liter Wasser und 700 g hellen Rohrohrzucker … An diesem Satz bin ich aus zweierlei Gründen hängen geblieben. Einmal, weil es eine Weile gedauert hat, bis ich die Buchstaben in Rohrohrzucker richtig sortiert hatte: Roh-Rohrzucker. Der zweite Grund war die schiere Menge an Zucker: 700 Gramm für 1,5 Liter Sirup. Ein Wellness-Aromawasser ist das nicht. Limonade ist hier eine ernste Angelegenheit. Doch es gibt auch eine Kräuterlimonade, die mit 2 EL Honig und 250 ml Apfelsaft auskommt. Oder eine Johannisbeer-Melonen-Limo, für die 3 EL Agavendicksaft verwendet werden. Klar, all das ist auch Zucker. Doch vielleicht sollte ich erst einmal mit diesen Rezepten starten, denn diese Mengen sorgen nicht für ganz so viel Unruhe unter meinen inneren Ernährungsberatern. Dabei ist das Prinzip ganz klar: zum Durstlöschen ist Wasser immer besser geeignet. Diese selbstgemachten Limos sind Genussmittel, hergestellt aus frischen, saisonalen Zutaten ohne Konservierungsstoffe. Sie sind nicht dafür gedacht, literweise hinuntergestürzt zu werden. So betrachtet passt für mich die…

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Mein Kampf gegen rechts – Sachbuch-Empfehlung

Vor allen Dingen bin ich froh, dass meine Oma nicht mehr mitbekommt, dass ich das Buch „Mein Kampf gegen rechts“ lese; dass wir jetzt in einer Zeit leben, in der ich es für nötig halte, ein solches Buch zu lesen. Genau wie das Ergebnis der Landtagswahl 2016, bei der die AfD ein Direktmandat im Mannheimer Norden holte, hätte sie meine Lektüre mit einem energischen Kopfschütteln kommentiert und sich gefragt, ob die Menschen wirklich so dumm sind, dass sich Geschichte wiederholen könnte. Manche der Aktivisten, die in dem Buch „Mein Kampf gegen rechts“ vorgestellt werden, fragen sich das auch. Andere denken sich nur „Das kann man so nicht lassen“ und wieder andere sind einfach in diese Diskussionen, Grabenkämpfe und Unaushaltbarkeiten hineingeraten. Allen gemeinsam ist, dass sie sich Gedanken machen, Stellung beziehen, sich sichtbar machen und aktiv werden: Schulklassen nach Polen in die KZs begleiten, mit Jugendlichen diskutieren, die mit den Neonazis liebäugeln, Gegendemos organisieren, Flüchtlingen helfen oder rechtsradikale Aufkleber und Schmierereien entfernen. Es gibt viel zu tun; jeder macht das, was er kann. Einfach so, weil…

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