Faul sein als Philosophie

Martin Liebmann
FAUL ZU SEIN IST HARTE ARBEIT
Eine Ode an den Müßiggang

Dieses Lob der Faulheit wollte ich ja eigentlich noch vor Weihnachten besprechen, als Geschenk-Tipp. Aber anscheinend hatte ich da die Philosophie von Martin Liebmann schon so sehr verinnerlicht, dass ich lieber Variationen von nichts getan habe – und das ganz langsam. Flanieren, Bäume anschauen, Kunst betrachten – aber bitte mit philosophischem Unterbau.

Ja genau, Philosophie. Dieses Buch gehört nicht in die rasch wachsende Abteilung mit Selfcare-Ratgebern. Sich selbst etwas Gutes zu tun ist nicht das Ziel der Überlegungen, sondern ein Nebeneffekt. Ich würde diese Haltung mit einer alten Redewendung zusammenfassen: Den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Oder auch mit meinem Lieblingssprichwort: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

„Alles wird langsamer und langsam wird es gut.“

Martin Liebmann – Faul zu sein ist harte Arbeit
S. 179

Das Buch ist eine Einladung: Weniger Perfektionismus, mehr Müßiggang. Weniger Planung, mehr Raum für Zufälle und glückliche Fügungen. Weniger Hektik, mehr Achtsamkeit. Weniger To-do-Listen, mehr grundlegende Werte, an denen man sein Handeln ausrichtet. Weniger Ich-muss-doch, mehr es-wird-schon-werden. Weniger Kontrolle, mehr lässige Gelassenheit.

Auch wenn sich der Autor für meinen Geschmack über manche Eigenheiten des modernen Lebens zu sehr echauffiert: Das macht Spaß zu lesen und tut der Seele gut.

Infos zum Buch:

Martin Liebmann

Faul zu sein ist harte Arbeit
Eine Ode an den Müßiggang

Komplett Media

Mehr über Martin Liebmann und seinen Verein zur Verzögerung der Zeit hier im Spiegel.

„Wenn man vier Stunden nur in die Luft schaut, wird man vieles wahrnehmen.“ Interview im Südkurier.

Was gut dazu passt: Die schönen Dinge siehst Du nur, wenn Du langsam gehst – Buch-Tipp.

Inspiriertes Schreiben: einfach loslegen!

Inspiriertes Schreiben
Selbsterkenntnis, inneres Wachstum und harmonische (Neu-)Orientierung. Mit 5-Tage-Übungsprogramm.

Diesmal ist alles anders. „Inspiriertes Schreiben“ ist kein Schreibratgeber für bessere Texte und auch keine Anleitung, endlich den Roman zu schreiben, der schon so lange angefangen in der Schublade liegt.

Inspiriertes Schreiben knüpft dort an, wo ich mit meinen Tagebüchern vor Jahrzehnten aufgehört habe: Einfach drauf los schreiben und fest darauf vertrauen, dass sich zwischen den Zeilen Sinn verbergen wird.

Der Clou: Mit Sinn ist hier kein künstlerischer Sinn gemeint, sondern Antworten auf Lebensfragen. Damit bewegt sich diese Schreibtechnik irgendwo zwischen automatischem Schreiben, Morning Pages, Tagebuch, Dialog mit dem Unbewussten und Channeling.

Wegen Letzterem rate ich skeptischen Lesern, dem Rat der Autorin zu folgen und das Buch nicht in der Reihenfolge der Kapitel zu lesen. Besser mittendrin einsteigen und sich anschauen, wie sie vorgeht. Dann ausprobieren, was passiert, wenn man selbst ihrer Systematik folgt: Frage stellen, Kopf so frei wie möglich machen, los schreiben.

Dann schrieb ich alles auf, was kam, ohne zu urteilen oder zu filtern, auch wenn mir das Geschriebene total verrückt vorkam.

France Gauthier – Inspiriertes Schreiben. S. 24

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Antwort in dem Geschriebenen versteckt, ist hoch. Denn eigentlich ist die Antwort auf alle unsere Fragen schon immer irgendwo da draußen gewesen – wir sind nur häufig nicht bereit, sie durchzulassen. Inspiriertes Schreiben ist eine Möglichkeit, Blockaden durchlässiger zu machen.

Für mich persönlich hat die Gewichtung innerhalb des Ratgebers nicht ganz gestimmt. Mir erzählt France Gauthier zu viel über sich. Auch hätte ich mir gewünscht, dass sie mehr Beispiele liefert für Fragen und Anfangssätze, mit denen man gut in den Schreibprozess einsteigen kann. Aber ihre Technik des inspirierten Schreibens finde ich spannend!

Seien wir also geduldig, vertrauen wir auf den Prozess und vor allem: Vergnügen wir uns beim Schreiben!

France Gauthier – Inspiriertes Schreiben. S. 13

Mehr zum Buch:

France Gauthier

Inspiriertes Schreiben
Selbsterkenntnis, inneres Wachstum und harmonische (Neu-)Orientierung

Mankau Verlag

Interview mit der Autorin

Wer solide Handwerkskunst dem intuitivem Schreiben vorzieht, findet hier Rat: 50 Werkzeuge für gutes Schreiben.

Frohes Fest: Heidnische Weihnachten

Heidnische Weihnachten. Sachbuch. 
Die archaischen, heidnischen Wurzeln des Weihnachtsfests.
Herkunft und Bedeutung von typischen Weihnachtspflanzen und Weihnachtsbrauchtum.
Rezepte für Rituale, Räucherungen, Rauchmischungen, Spezereien und Trünke.

Eigentlich ist Weihnachten ein heidnisch-spätantikes-altorientalisches Fest mit christlich-liturgischem Glitzer. Wer genau hinschaut, findet auch heute noch die Spuren vergangener Feste: Wintersonnenwende und die Wiedergeburt der Sonne, Raunächte und Jahreswechsel.

Wer noch genauer hinschaut, findet in den christlich anmutenden Weihnachtsbräuchen Spuren des Schamanismus aus aller Welt. Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling sind solche Spurensucher und erzählen mit viel Spaß von heimischen und exotischen Pflanzen, von Gewürzen aus dem Orient und von Räucherwerk aus dem Norden Europas und aus Übersee.

Das Besondere an dem Buch ist, dass sie sich dabei nicht auf europäische Weihnachtstraditionen beschränken. So führt uns die Reise vom schamanischen Weltenbaum zum Weihnachtsbaum auch über Kleinasien, wo die Tanne der Fruchtbarkeitsgöttin Kybele geweiht war.

In typisch deutschen Weihnachtstraditionen entdecken wir so die weite Welt und in der weiten Welt die Spuren der Auswanderer aus Europa. Die große Klammer dabei: der Schamanismus, dessen Grundstruktur sich überall erstaunlich ähnelt. Wo auch immer und wie auch immer wir heute Weihnachten feiern: Irgendwo beobachtet uns dabei ein alter Schamane und grinst sich eins.

Nur eines bietet das Buch nicht: einen erzählerischen roten Faden. Lesende sollten es als Adventskalender in die Hand nehmen und sich jeden Tag auf eine neue Überraschung freuen. Auch so entsteht Vorfreude auf Weihnachten!

Infos zum Buch:

Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling

Heidnische Weihnachten

  • Die archaischen, heidnischen Wurzeln des Weihnachtsfests.
  • Herkunft und Bedeutung von typischen Weihnachtspflanzen und Weihnachtsbrauchtum.
  • Rezepte für Rituale, Räucherungen, Rauchmischungen, Spezereien und Trünke.

AT Verlag

Warum sind rot und weiß weihnachtliche Farben? Und was hat der Fliegenpilz mit dem Weihnachtsmann zu tun? Das beantwortet Christian Rätsch in diesem Buch: Abgründige Weihnachten.

Selbstwert-Generator

Der Selbstwert-Generator im Einsatz
Im Handumdrehen zu einem starken Selbstwert mit selbst erstellten Affirmationen.

Natürlich steckt hinter dem Selbstwert-Generator fundiertes, psychologisches Fachwissen – schließlich kommt er aus dem Carl Auer Fachverlag und wurde von Michael Bohne, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Sabine Ebersberger, Coach, Sozialwissenschaftlerin und Kunsttherapeutin entwickelt.

Aber dem Spielkind in mir ist das jetzt schon mehrere Wochen schnurz. Wir bilden munter Sätze und haben Spaß mit dem, was dabei entsteht:

Hundertprozentig begreife auch ich, dass ich meine Grenzen deutlich setze.

Ganz spontan macht sich der Gedanke breit, dass es immer eine Alternative gibt.

Höchstwahrscheinlich ist es nicht nur Kür, sondern auch meine Pflicht anzuerkennen, dass mir Erfolg und Souveränität gut stehen.

Was auf diese spielerische Art entsteht, sind Affirmationen, kraftvolle Glaubenssätze aus den Bereichen positive Selbstbeziehung, Abgrenzung & Autonomie, Perfektionismus & Sicherheit sowie Erfolg. Immer drei Klappkarten bilden einen Satz, 216.000 Kombinationen sind möglich.

Diese kann man einsetzen, um schwächenden Glaubenssätzen und negativen Kernüberzeugungen Paroli zu bieten und diese durch frische, wohltuendere Varianten zu ersetzen.

Bei mir steht der Tischaufsteller links am Schreibtisch. Mindestens einmal pro Woche bilde ich mir einen neuen Satz, der mich dann durch den Arbeitstag begleitet. Derzeit steht dort:

Gott sei Dank komme ich nicht umhin zu erkennen, dass nur ich weiß, was gut für mich ist.

Auf Instagram habe ich noch ein paar Varianten der letzten Tage gezeigt:

Im Video des Verlags, dessen Einleitung leider etwas lang geraten ist, seht ihr noch weitere Kombinationen:

Für mich eine schöne Alternative zu den Spruch- und Orakelkarten, mit denen ich mir sonst gerne mein Wochenmotto zusammenstelle!

Weitere Infos:

Michael Bohne, Sabine Ebersberger


Der Selbstwert-Generator
Im Handumdrehen zu einem starken Selbstwert

Tischaufsteller

Carl Auer Verlag

Das mochte mein inneres Spielkind auch sehr:
Gamification als Lebensprinzip

Beweg dich und dein Gehirn sagt danke!

Manchmal frage ich mich, ob ich mit dieser Art Sachbuch-Lektüre eine verborgene masochistische Ader pflege. Oder warum lese ich mehr Bücher über Bewegung, als ich mich tatsächlich bewege?

Andererseits war die Lektüre alles andere als eine Qual. Gehirnforschung anschaulich dargestellt, locker erzählt und hervorragend illustriert – dieses Buch macht schlicht und einfach Spaß!

Die Kernbotschaft ist schnell zusammengefasst: Bewegung hält unser Gehirn gesund. Die frohe Botschaft dabei: Damit ist nicht unbedingt Sport gemeint! Das, was unser Gehirn gesund hält, ist Ausdauerbewegung. Wie viel es davon braucht, hängt wohl eher von der persönlichen Fitness ab. Bei Senioren ist es der tägliche Spaziergang, bei jüngeren Menschen die große Runde mit dem Fahrrad.

Die schlechte Nachricht dabei: Regelmäßigkeit ist wichtig. Die ganze Woche im Büro sitzen und am Wochenende Höhenmeter machen mag zwar besser als gar keine Bewegung sein, aber dieser Rhythmus ist nicht das, was unser Gehirn gerne hätte. Das bevorzugt die tägliche Dosis Ausdauersport.

Liebe Neurowissenschaftler, wie findet man so etwas eigentlich heraus?

Doch wenn sich die Kernbotschaft so schnell zusammenfassen lässt, warum braucht es dann ein ganzes Buch dafür, um das zu erklären? Weil Dr. Manuela Macedonia die Menschen kennt und genau weiß, dass klare Ansagen ohne Argumente keine Verhaltensänderungen herbeiführen.

Deswegen erläutert sie detailliert, wie unser Gehirn funktioniert und welche Mechanismen dafür sorgen, dass es sich fortlaufen selbst reparieren kann. All das lässt sich mit gesunder Lebensführung, ausgewogener Ernährung und ausdauernder Bewegung positiv beeinflussen.

Besonders spannend fand ich ihre Beschreibungen der Forschungen und Versuchsanordnungen, die zu diesen Erkenntnissen führten. Dabei bedankt sich Dr. Manuela Macedonia bei all den Wissenschaftlern, von denen sie selbst lernen durfte, und macht immer wieder die Leistungen von Wissenschaftlerinnen sichtbar.

Doch der Clou waren für mich das Layout und die Illustrationen! Die gelb markierten Stichwörter im Text und die farblich darauf abgestimmten, leicht cartoon-artigen Zeichnungen helfen ungemein beim Verständnis.

Und jetzt? Habe ich schon wieder lieber eine Buchbesprechung geschrieben als spazieren zu gehen. Hmpf. So wird das nie was mit der Hirn-Fitness!

Infos zum Buch:

Manuela Macedonia

Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke
Wie wir schlauer werden, besser denken und uns vor Demenz schützen
Anti Aging für den Kopf: Tipps und Tricks für besseres Denken von der Neurowissenschaftlerin


Brandstätter Verlag

Eine ausführliche Rezension findet ihr auch bei Spektrum.
In diesem Zusammenhang auch interessant: meine Artikel über Alltagsbewegung und Sturzprophylaxe.

Der Wäschekorb, die Treppe und ich: So sorge ich für mehr Bewegung im Alltag.

Wäsche aufhängen - eine gute Möglichkeit, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen!
Guter Anlass für mehr Bewegung im Alltag.

10.000 Schritte! schallt es mir entgegen. Pilates! ertönt es aus der anderen Richtung. Krafttraining! Mein innerer Schweinehund packt bei solchen Rufen die Ohrenstöpsel aus und stellt sich quer.

Doch heimlich still und leise, ohne dass der Schweinehund anschlägt, habe ich einen anderen Weg gefunden, mehr Bewegung in meinen Alltag zu bringen.

Dafür habe ich mich von zwei gut gemeinten Ratschlägen aus meiner Kindheit verabschiedet: Planung ist die halbe Arbeit und Hampel nicht rum.

Planung ist die halbe Arbeit – aber leider auch die halbe Bewegung

Von meiner Mutter und meiner Oma habe ich gelernt, Handgriffe bei der Hausarbeit überlegt anzugehen. Geschirr, dass ich täglich brauche, befindet sich in Griffhöhe und nicht im untersten Schrankfach. Planvolles Vorgehen minimiert die Hausarbeit.

Doch viele der Ratschläge stammen aus einer Zeit, in der Hausarbeit wirklich anstrengend war. Heute, in einem Haushalt wie meinem, ist das anders. Gerade die Hausarbeit bietet in einem bewegungsarmen Alltag viele Möglichkeiten, um sich zu strecken, zu bücken, Gewichte zu heben, zu balancieren und den Kreislauf ein wenig in Schwung zu bringen. Daher befinden sich mittlerweile Gegenstände, die ich mehrmals die Woche benötige, ganz bewusst im obersten Schrankfach, so dass ich mich strecken muss. Ja, strecken! Eine Bewegung, die wirklich selten geworden ist.

Auch das Aufräumen gehe ich weniger überlegt an als früher. Haarspangen wegräumen, Brille suchen – darin sehe ich willkommene Möglichkeiten, durch die Wohnung zu laufen. Durch die Wohnung laufen ist wiederum eine willkommene Gelegenheit, so richtig rumzuhampeln.

Hampel nicht rum: definitiv kein guter Ratschlag!

Erwachsene bewegen sich ruhig und überlegt – schade eigentlich! Was ist so schlecht an hüpfen, rückwarts laufen, schaukeln, auf einem Bein stehen oder zappeln?

Rückwärts durch die eigene Wohnung laufen ist wirklich lustig. Auch spaßig: Gegenstände, die man von A nach B trägt, dabei in die Luft zu werfen und zu fangen. Aus eigener Erfahrung empfehle ich, mit Socken oder Handtüchern anzufangen. Wobei alles, was herunterfällt, auch aus der tiefen Hocke heraus aufgehoben werden kann – auch so eine Bewegung, die wir gerne vermeiden.

Sitz gerade! Das hat wohl jeder von uns als Kind zu hören bekommen. Natürlich ist eine Stunde gerade sitzen immer noch besser als eine Stunde schief auf dem Stuhl hängen. Aber noch besser ist es, immer wieder die Sitzposition zu wechseln und, wenn möglich, sogar mehrmals die Stunde aufzustehen. Mein Motto dabei: Die beste Sitzhaltung ist immer die nächste!

Mini-Workouts im Alltag

Ok, jetzt übertreibe ich. Mein Konzept für mehr Bewegung im Alltag ist weit von einem Workout entfernt. Und das aus einem guten Grund: Wenn mein innerer Schweinehund Workout hört, dann ist er alarmiert. Wäschekorb, Wasserkocher und Treppe hingegen findet er harmlos. Dabei sind die drei genannten wirklich gute Trainingspartner!

Die Treppe ist mein Freund und Freundschaften wollen gepflegt werden. Aber leider wohne ich im ersten Stock und muss mir daher einiges einfallen lassen, um diese Freundschaft zu vertiefen. Jeden Mülleimer einzeln runter bringen oder immer mal wieder nach der Post schauen hilft. Außerdem kann man zwei Stufen auf einmal nehmen, die Treppe hoch rennen oder die Treppenstufen für zwei, drei Liegestützchen oder Dehnübungen verwenden.

Der Wäschekorb ist eine echte Geheimwaffe, da er einiges an Gewicht hat. Hoch und runter damit, über den Kopf tragen oder am ausgestreckten Arm halten – das wirkt! Beim Wäsche aufhängen auf einem Bein stehen und das andere zur Seite schwingen lassen bringt Beweglichkeit in die Hüfte. Über heruntergefallene Wäscheklammern sollte man sich grundsätzlich freuen: Man kann endlich mal wieder in die tiefe Hocke gehen. Oder sie barfuß mit den Zehen greifen und aufheben.

Wenn jemand so viel Tee trinkt wie ich, ist der Wasserkocher erstens immer im Einsatz und zweitens immer voll. Einfach mehrmals am Tag einen Liter Wasser am ausgestreckten Arm mehrere Atemzügen lang halten und schon hat man ein wenig Training mit Gewichten in den Alltag integriert.

10.000 Schritte? Wo bleibt da die Abwechslung?

Wer beginnt, seinen Alltag so zu betrachten, findet viele Möglichkeiten, nebenbei und spielerisch für mehr Bewegung zu sorgen. Für die berühmten 10.000 Schritte reicht das zwar noch nicht. Aber die sind sowieso eine Erfindung der Werbung, die Zahl an sich wurde nie wissenschaftlich belegt. Natürlich ist jeder Schritt mehr ein guter Schritt, doch Bewegung besteht aus mehr als Laufen. Der Ansatz der 10.000 Schritte blendet aus, dass unser Körper eigentlich für eine viel größere Bewegungsvielfalt ausgelegt ist. Genau diese Vielfalt versuche ich wieder in den Alltag zu integrieren.

Hat noch jemand Tipps für mich? Aber bitte nicht so laut rufen, sonst wird mein innerer Schweinehund noch wach.

Natürlich habe ich auch Bücher zu dem Thema „Wie bringe ich mehr Bewegung in meinen Alltag?“ gelesen. Hier eine Auswahl:


Und nun zum Sport: Ilija Trojanow ist das Thema „Mehr Bewegung“ ganz anders angegangen. Meine Rezension zu seinem Buch „Meine Olympiade. Ein Amatuer, vier Jahre, 80 Disziplinen

Wolfsmedizin – eine Reise mit Wolf Dieter Storl in die Mongolei

Wolfsmedizin: Wolf Dieter Storl bereist die Mongolei und Sibirien und besucht Schamanen, Heiler und Wölfe.

Natürlich habe ich das neue Buch von Wolf Dieter Storl gelesen. Lieblingsautor in einem Lieblingsverlag. Was soll da schon schief gehen?

Nichts. Es ist ein Storl, es ist ein wunderschön und wohl überlegt gestaltetes Buch.

Und doch ist diesmal einiges anders. Der Ton hat sich geändert. Vielleicht sogar der Blick des Autors auf die Welt. Oder liegt es nur daran, dass er diesmal mit einer Reisegruppe unterwegs war?

Auf jeden Fall gibt es Zwischentöne, die ich früher nicht herauslesen konnte. Er, der meinungsstarke Autor, schenkt anderen Ansichten Raum. Gleichzeitig reflektiert er sich selbst mehr und gibt auch schon mal zu, dass er nicht der pflegeleichteste Reisegefährte ist. Gewohnt begeistert erzählt er, wie toll es ist, barfuss durch die Steppe zu laufen, nur um ein Kapitel weiter zu erwähnen, dass er sich dabei verletzt hat. Mehrere Absätze widmet er unterschiedlichen Löwenzahnarten und erklärt kurz darauf, dass die mongolischen Heiler diese Unterscheidungen wahrscheinlich gar nicht treffen.

Doch ansonsten ist alles wie gehabt. Storl ist und bleibt ein begnadeter Erzähler. Auch sein neues Buch ist voll großartiger Geschichten von Menschen, Pflanzen und Tieren und voller Wissen über Ethnobotanik, Heilkunde und Geschichte.

Immer wieder greift er seine eigene Lebensgeschichte auf. Er vergleicht die Mongolei mit dem mittleren Westen der USA, wo er aufgewachsen ist. Dabei entdeckt er Parallelen zwischen Mongolen und Indianern und weiß das auch zu begründen. Genau das mochte ich schon immer an seinen Büchern: das Aufbrechen von Denkgewohnheiten, das Vernetzen von Themen.

Doch in diesem Buch wirkt all das routinierter, um nicht zu sagen: etwas müde. Oder liegt es nur daran, dass ich schon so viel von ihm gelesen habe?


Infos zum Buch:

Wolf Dieter Storl

Wolfsmedizin
Eine Reise zu den Pflanzenheilkundigen in der Mongolei und Sibirien

AT Verlag


Rezension im Nexus Magazin


Mehr dazu auf meinem Blog:

Warum Waldbaden für Pälzer Krischer eine gute Idee wäre

Waldbaden: Kraft und Energie durch Bäume. Sachbuch aus dem Freya Verlag

Endlich sagt es mal einer! Das war mein spontaner Gedanke, als ich zum ersten Mal vom Begriff Waldbaden gehört habe.

Bis dahin war vom Wald als grüne Lunge die Rede gewesen, als Wasserschutzgebiet und Feinstaubfilter, als Naherholungsgebiet, Spielplatz für Kindergartenkinder und als Sportgerät.

Wer ohne Rucksack, Mountainbike, Hund und Kind im Pfälzer Wald unterwegs war, keine Pilze sammelte, weder Langstrecken laufen wollte noch den Premium-Wanderwegen folgte, dabei auch noch still vor sich hin lief und einfach nur atmete, schaute, lächelte – der wirkte fehl am Platz. Zumindest kam ich mir manchmal so vor.

Nun also die Trendwende. Sie kam aus Japan, hatte eine lange Tradition und wirkte zugleich urdeutsch und exotisch: shinrin yoku, waldbaden. Geh in den Wald, nimm ihn in Ruhe mit allen Sinnen wahr und kehre als glücklicher, gesunder Mensch in die Stadt zurück.

Wo ein Trend, da auch Bücher. Sie alle hatten eines gemeinsam: sie sprachen mich, die Waldliebhaberin, nicht an. Ich blätterte kurz rein, las ein paar Absätze und legte sie wieder weg. Da wurde viel Wissenschaft und noch mehr Worte bemüht um etwas zu begründen, was sich meiner Meinung nach nur erfahren lässt: die heilsame Wirkung, die ein Wald haben kann, wenn man sich mit allen Sinnen auf ihn einlässt.

Die Bücher ließen mir und meiner Liebe zum Wald keinen Freiraum. Dicht und eng gesetzt stürmten sie mit Input auf mich zu: Lies!Mich!und!Lerne! Oder sie steckten voller Aufforderungen: Mach!diese!Übung!Umarme!diesen!Baum!

Ich umarme gerne einen Baum – dann wenn mir und dem Baum danach ist. Der Wald sagt einem schon, welche Art Kontakt die angemessene ist.

Wald ist für mich Freiraum. Die Bücher wollten aus dem Wald ein System machen. Kein Wunder, das wir nicht zusammen kamen.

Freiräume machen den Unterschied

Nur eines sprach zu mir:„Waldbaden – Kraft und Energie durch Bäume“ von Werner Buchberger. Beim ersten Durchblättern hatte ich das Gefühl, frei atmen zu können – so, wie ich im Wald atme. Wie kann das sein? Es liegt am Layout und am Farbkonzept. Dieses Buch ist so gestaltet, dass es dem Leser Freiräume lässt, Platz zum Atmen und Denken. Es schenkt ihm damit die Möglichkeit, den Inhalt im eigenen Tempo zu erkunden.

Weil nun der Raum vorhanden war und ich mich als Leser mit eigenen Bedürfnissen akzeptiert gefühlt habe, konnte ich mich auf den Inhalt einlassen. Nun, was soll ich sagen: er besteht aus vielen Übungen, die ich alle nicht gemacht habe. Aber ich habe meine eigenen Erfahrungen und Vorgehensweisen mit denen des Försters Werner Buchberger abgeglichen. So entstand ein Dialog zwischen mir, dem Buch, dem Autor – und dem Wald.

Wir vier sind nicht bei allem einer Meinung. So habe ich meist im Wald mein Handy dabei und habe auch durchaus den Eindruck, dass es Bäume gibt, die auf dieses Netzwerk und seine Möglichkeiten zur Kommunikation neugierig sind. So wie diese Eiche, die ein Selfie mit mir machen wollte:

Waldbaden kreativ: der Versuch, ein Selfie mit einer Eiche zu machen. Die Eiche war zu groß für das Bild, daher bin ich nur vom Scheitel bis zur Nasenspitze zu sehen.
Selfie mit Eiche.

Nach der Lektüre eines Buches muss man wieder hinaus in die Welt. Und in den Wald. Dort waren sie wieder, die Pälzer Krischer. Gruppen auf dem Weg zur nächsten Hütte, die anscheinend eine Art Orientierung per Schall und Echolot entwickelt haben. Laut rufend – sie nennen es unterhalten – laufen sie durch den Wald. Man hört sie kilometerweit; an stillen Waldgenuss ist nicht zu denken. Ob ich ihnen in Zukunft ein Buch über Waldbaden in die Hand drücken sollte?


Angaben zum Buch:

Werner Buchberger

Waldbaden – Kraft und Energie durch Bäume

Freya Verlag


Mehr Bücher zum Thema Wald auf meinem Blog:


Draußen sein, im Garten und im Wald, Natur beobachten und erleben: Buch-Tipps und Rezensionen zu Gartenbüchern und Ratgebern, Sachbüchern und Nature Writing.


Jack Kornfield – Wahre Freiheit

Buch-Cover: Wahre Freiheit von Jack Kornfield

Ich werde jetzt nicht mehr weiterlesen. Manchmal ist es einfach so: das neue Buch von Jack Kornfield ist gut, sehr gut sogar, und trotzdem kommen wir beide seit Monaten nicht so richtig zusammen. Also das richtige Buch zum falschen Zeitpunkt.

Aber nein, so möchte ich das eigentlich nicht sehen. Für mich fühlt es sich eher so an, dass dieser Zeitpunkt so durch und durch richtig ist, dass ich dieses Buch im Moment nicht brauche.

Ich werde also „Wahre Freiheit. Der buddhistische Weg, in jedem Augenblick glücklich und geborgen zu sein“ zu den gelesenen Büchern von Jack Kornfield ins Regal stellen und hoffen, dass mein Zeitpunkt noch lange so richtig bleibt, dass ich den Trost und die Wertschätzung, die aus Jack Kornfields Zeilen spricht, nicht benötige.

Aber natürlich sorgt das anlesen, das durchblättern und an Absätzen hängenbleiben dafür, dass der eine oder Gedanke nachwirkt. Zum Beispiel, dass ausgerechnet „Freiheit“ diesmal der Schlüsselbegriff im Buchtitel ist – nicht Glück, nicht Achtsamkeit. Doch wenn man liest, um welche Freiheiten es geht – dann kommt einem all das doch wieder recht vertraut vor:

  • die Freiheit von Angst und Furcht
  • die Freiheit, immer wieder neu beginnen zu können
  • die Freiheit, zu lieben und wirklich authentisch zu sein
  • die Freiheit, glücklich zu sein

Trotzdem wirkt das Buch frisch – aber vor allem motivierend, tröstlich und einfühlsam.


Angaben zum Buch:

Jack Kornfield

Wahre Freiheit.
Der buddhistische Weg, in jedem Augenblick glücklich und geborgen zu sein

Droemer Knaur

Wer mehr über das Buch wissen möchte, findet hier ausführlichere Beiträge:


Dieses Buch hat mich deutlich mehr gepackt: Thich Nhat Hanh – Mein leben ist meine Lehre


Wahrscheinlich das wichtigste Buch über Buddhismus, das ich gelesen habe: Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind

Thich Nhat Hanh – Mein Leben ist meine Lehre

THICH NHAT HANH Mein Leben ist meine Lehre Autobiographische Geschichten und Weisheiten eines Mönchs

Autobiographische Geschichten von Thich Nhat Hanh verspricht das Buch. Da hatte ich vor allem Spirituelles erwartet und war verblüfft, wie viel Politik das Buch enthält.

Daran habe ich gemerkt, dass ich Thich Nhat Hanh erst spät für mich entdeckt hatte. Von seinem Einsatz für Frieden in Vietnam und seiner Arbeit für eine aktiven, die Gesellschaft mitgestalteten Buddhismus wusste ich nichts. Ich kannte ihn eigentlich nur als Achtsamkeitslehrer.

Gehmeditation, achtsames Atmen und Kontemplation kommen in dem Buch definitiv nicht zu kurz, denn Achtsamkeit ist die Basis für alles im Leben Thich Nhat Hanhs. Aber für mich gab es so viel mehr zu entdecken!

Buddhistische Weisheitsgeschichten

Ich mag diese Art zu erzählen sehr: Weisheitsgeschichten, bei denen nicht am Ende fett »Fazit, Moral und das haben Sie, werter Leser, nun zu tun«. Stille Geschichten, die wie ein Samenkorn Zeit brauchen, um ihre Wirkung zu entfalten.

Bei uns werden solche Bücher gerne als buddhistische Weisheitsgeschichten bezeichnet und ich habe in der Art mittlerweile einiges gelesen. Der kleine Buddha zum Beispiel ist die sehr westliche Adaption des Themas. Der Bestseller Die Kuh, die weinte ist für mich lediglich ein Ego-Trip im Mönchsgewand. Die schönen Dinge siehst Du nur, wenn du langsam gehst ist die häppchengerechte, poetische Aufbereitung für die Generation Twitter.

Mein Leben ist meine Lehre hingegen ist wiederum ganz anders als diese drei Bücher. Ein Alterswerk, das Ruhe und Kraft ausstrahlt. Ein Buch, das nicht gefallen will, sondern einfach ist. Ein Autor, der auch noch in die Hocke gehen kann, um den Blickwinkel eines Kindes einzunehmen. Einer, dem Weltpolitik genauso wichtig ist wie das Wohlergehen der Palme vor dem Fenster seines Schreibzimmers.

Vielleicht ist es das, was dieses Buch zu einem ganz Besonderen macht: die Fähigkeit Thich Nhat Hanhs, alles gleichermaßen zu würdigen – die Frage eines Kindes und die Begegnung mit einem Politiker, das ganz Kleine genauso wie die großen Fragen der Weltgeschichte.

Aus all diesen Bereichen, die zu seinem Leben gehören, erzählt er uns Geschichten. Dann geht er mit achtsamen Schritt, jede Bewegung mit dem Atem verbunden, weiter – und lädt uns damit ein, es ihm gleich zu tun.

Gelehrt wird nicht nur mit Worten.
Gelehrt wird durch die Art,
wie man sein Leben lebt.
Mein Leben ist meine Lehre.
Mein Leben ist meine Botschaft.

Thich Nhat Hanh


Angaben zum Buch:

Thich Nhat Hanh

Mein Leben ist meine Lehre
Autobiographische Geschichten und Weisheiten eines Mönchs

O.W. Barth im Droemer Knaur Verlag

ISBN: 978-3-426-29277-8


Schon alles ausgelesen? Dann wirst Du bestimmt hier fündig:

Setzt die Segel und sucht euren Horizont: Mut braucht eine Stimme

Sachbuch: Peter Holzer - Mut braucht eine Stimme

Dieses Buch erschafft sich sein Genre selbst. Mut braucht eine Stimme ist ein persönliches Buch, aber keine Biographie. Für einen Ratgeber kommt es mit erstaunlich wenigen Ratschlägen aus. Solche Genre-Grenzgänger haben es mir ja grundsätzlich angetan – ich mag diese Freigeister unter den Büchern.

Drei große Themenfelder bearbeitet der Autor, die er mit Stumm sein – Laut werden – Gehör finden benennt. Im ersten Teil beschreibt er, wie zuviel Input, Aktionismus und unser zu hohes Lebenstempo uns zum Verstummen bringt – und unsere innere Stimme gleich mit.

Der zweite Teil bringt die innere Stimme wieder zum Klingen. Wichtigstes Werkzeug ist das Ausrichten der Lebensreise an einem eigenen Werte-Horizont.

Im letzten Abschnitt wird beides im eigenen Leben verankert, so dass das Handeln im Einklang mit der inneren Stimme seine Wirkung entfalten kann.

Das ist ein sehr sympathisches und tragfähiges Lebenskonzept, dass dazu führt, das Menschen einander wieder wertschätzend und auf Augenhöhe begegnen können.

Ein Lieblingszitat bescherte mir das Buch auch:

Zeitmanagement macht einen sinnlosen Weg nicht sinnvoller.
Peter Holzer, Mut braucht eine Stimme S. 39

Also alles bestens? Nein, nicht ganz.

Lebenswelten und eine enge Vorstellung von Karriere

Geärgert habe ich mich auch. Dieses Zitat zum Thema Frauenquote in der Wirtschaft war der Auslöser: „Als Frau würde ich das auch gar nicht wollen!“ Als Frau hätte Peter Holzer ein ganz anderes Leben geführt und dadurch ganz andere Einsichten und Ansichten gewonnen. Er kann daher meines Erachtens gar nicht wissen, was er als Frau wollen würde!

Würde ich in den gleichen Kategorien denken, würde ich sein Buch als ein sehr männliches Buch beschreiben. Seine Vorstellung von Karriere ist die eines Alpha-Tieres. Es wird gekämpft, man durchsteht ein tiefes Tal der Tränen durch Hartnäckigkeit, Ausdauer und Willenskraft und setzt sich schließlich durch. Andere Modelle von Karriere kommen in dem Buch nicht vor. Das mag an der Lebenserfahrung des Autors liegen oder an der Branche, aus der er stammt. Ich weiß es nicht. Fakt ist aber, dass das dazu führte, das der berufsbezogene Teil des Buches für mich ein Blick in eine andere Welt war. Hochinteressant, wie Menschen dort leben – aber mein Horizont hat mich von Anfang an woanders hingeführt.

Womit wir bei dem sind, was mir von Mut braucht eine Stimme im Gedächtnis bleiben wird. Zu allererst ein sehr interessanter Blick in eine Lebenswelt, die nicht meine ist. Genau dafür sind Bücher ja auch da! Aber noch wertvoller ist für mich die Idee des Werte-Horizonts, an dem jeder seine eigene Lebensreise ausrichtet. Es ist an der Zeit, meine Seekarten mal wieder etwas detaillierter auszugestalten.

Ein weiteres Buch von Peter Holzer würde ich durchaus lesen. Ich wäre neugierig, wie seine Lebensreise von nun an verläuft und wie sich sein Horizont erweitert. Er hat gelernt, seine innere Stimme zu hören und ihr zu folgen. Mich würde interessieren, ob er sie in ein paar Jahren immer noch nüchtern als innere Stimme bezeichnet oder ob er noch andere Nuancen heraushören und benennen wird – vielleicht nennt er es dann Herz, vielleicht Universum oder auch Gott. Auch dazu braucht es Mut.


Infos zum Buch:

Peter Holzer

Mut braucht eine Stimme
Wie sie ihrem Leben Wirkung geben

Gabal Verlag
ISBN 978-3-86936-797-2


Business-Bücher und Ratgeber, die ich empfehlen kann: meine Buchvorstellungen und Rezensionen hier auf meinem Blog GeschichtenAgentin


Übrigens: wie sich in einem kurzen Mailwechsel mit dem Autor herausstellte, sind wir beide von einem Buch begeistert, das ich auf meinem Blog schon besprochen habe: Dr. Kristina Brode – Angst als Chance. Diagnose Krebs: Brücken zur Selbstheilung und zu einem neuen Lebensgefühl

Rauhnächte. Träumen, sich besinnen, räuchern.

Rauhnächte. Buch Cover

Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Nein, natürlich nicht. Bis zur Wintersonnenwende und den Rauhnächten gehen noch ein paar Wochen ins Land. Es ist gerade mal Herbst.

Doch mit den Herbst kommt die Stille. Mein Blick auf die Welt ändert sich. Ich werde ruhiger und nachdenklicher. Fragen, die zum Jahreswechsel passen, kommen jetzt schon auf und ich habe tatsächlich jetzt schon das kleine Buch Rauhnächte von Gerhard Merz gelesen.

Eigentlich wollte ich ja nur kurz reinlesen. Prüfen, ob es für mich passt, ob das mein Begleiter für dieses Jahr sein könnte. Es passt. Und wie – ich habe die 127 Seiten dann mal gleich ganz gelesen. Jetzt schon, im Oktober – und ich freue mich darauf, das Buch zur Wintersonnenwende wieder zu lesen.

Es war die Art, wie Gerhard Merz über Odins wilde Jagd und die alten Mythen erzählt. Das hat mich gepackt, daran bin ich hängengeblieben. Er hat die alten Sagen gelesen und gibt sie kurz, prägnant und packend wieder. Das ergänzt er mit Brauchtum, Traumdeutung und Orakeleien. Ich mag das.

Geräuchert wird natürlich auch. Da ist der Autor Fachmann, wie sein Buch Heilende Rituale mit Räucherwerk schon gezeigt hat. Das Räuchern mehr sein kann als Wohlgeruch und sinnliches Erlebnis wird bei ihm deutlich. Ob man damit gleich Geister vertreiben will, das bleibt jedem selbst überlassen.

Wie werde ich dieses Jahr die Rauhnächte begehen? Wahrscheinlich werde ich mich auf die Wintersonnenwende, Weihnachten, Silvester und Dreikönige beschränken, meine Orakelkarten auspacken und in den restlichen Nächten einfach auf meine Träume achten. Aber letzteres tue ich eigentlich eh immer.

Das Büchlein Rauhnächte. Das Mysterium der zwölf Schicksalstage wird mich dabei begleiten. Damit löst es für mich Das Geheimnis der Rauhnächte von Jeanne Ruland ab. Das Buch hat früher mal sehr gut gepasst, aber in den letzten zwei Jahren mochte ich es nicht mehr zur Hand nehmen. Zeit für einen Wechsel zum Jahreswechsel!


Angaben zum Buch:

Gerhard Merz

Rauhnächte
Das Mysterium der zwölf Schicksalstage

Mankau Verlag
ISBN-978-3-86374-416-8


Bewusstes Leben – Ratgeber und Sachbücher. Hier könnt ihr in meinen Buchtipps und Rezensionen stöbern.


 Buchtipp für alle, die die Weihnachtszeit anders gestalten wollen: Abgründige Weihnachten von Christian Rätsch